Digitale Auszeit

Neujahrsvorsatz: Ein Zehntel plant Digital Detox

Veröffentlicht: 04.01.2022 | Geschrieben von: Ricarda Eichler | Letzte Aktualisierung: 04.01.2022
Digital Detox

Der Branchenverband Bitkom befragte im November letzten Jahres knapp 1.000 Menschen nach ihren Neujahrsvorsätzen in Sachen Mediennutzung. Aus der Befragung geht zwar hervor, dass fast ein Zehntel (9 Prozent) der Befragten sich vornahmen, eine Auszeit von digitalen Medien zu nehmen. Doch wie der Digital Detox definiert ist und wie lange man dabei durchhält, variiert stark. Für die Hälfte derjenigen, die solch einem Vorsatz schon einmal nachgegangen sind, endete der Versuch bereits nach wenigen Stunden.

Digital Detox: Geht das heutzutage überhaupt?

Bei jenen, die es schon einmal mit Digital Detox probiert hatten, variierte das Ausmaß des Abstands von digitalen Medien stark. So schafften es zwar 31 Prozent, Geräte wie das Smartphone oder Tablet beiseite zu legen, aber beim Verzicht auf Streamingdienste hörte der Spaß für die meisten auf. Nur sechs Prozent inkludierten Netflix und Co. in ihren Detox-Plan.

Bitkom Studie Digital Detox

Messengerdienste und soziale Netzwerke waren mit 20 respektive 19 Prozent für viele der Befragten anscheinend noch recht einfach umsetzbar. Nur 8 Prozent wollten auch auf das Prüfen des E-Mail-Eingangs verzichten. Die Umfrage betraf zwar nur das Privatleben, doch spielt wahrscheinlich auch die stärkere Nutzung des Homeoffice eine Rolle, da dabei die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen.

Auf Online-Shopping konnten nur 17 Prozent verzichten

Digital Detox hin oder her, wenn man etwas benötigt und nicht das Haus verlassen kann oder will, wird der online Einkauf mittlerweile als essenziell angesehen. Trotz der Absichten zum Verzicht griffen 17 Prozent der Befragten bei Bedarf auf Online-Shopping zurück. 

Generell scheinen unter den digitalen Abstinenzlern vor allem Kompromisse beliebt: 35 Prozent gaben an, nur auf bestimmte Medien zu verzichten, nur 14 Prozent ließen digitale Medien vollständig außen vor. Die Nutzer scheinen zwischen notwendigen Dingen, wie dem Online-Shopping, und eher überflüssigen Dingen, wie sozialen Netzwerken, zu unterscheiden. 

Social Distancing verlagert das Sozialleben ins Digitale

Doch auch der Verzicht auf soziale Medien fiel gerade seit Beginn der Coronapandemie vielen zunehmend schwerer. Schließlich haben sich dadurch viele Sozialkontakte fast vollständig ins Digitale verlagert. „Digital Detox war wohl noch nie so schwer wie in Zeiten des Social Distancing“, kommentiert Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. 

Das geringe Durchhaltevermögen vieler zeigt, wie wichtig digitale Medien für unsere heutige Kommunikation sind: Während 53 Prozent bereits nach wenigen Stunden aufgaben, schafften es 21 Prozent immerhin einen Tag lang. Nur 6 Prozent hielten es eine Woche oder länger aus, kein einziger Befragter schaffte einen vollen Monat. Der Druck, wieder am digitalen sozialen Leben teilzunehmen, sei für viele letztlich zu stark gewesen. Für Frauen traf dies noch häufiger zu, nur jede Sechste hielt es mehrere Tage aus. Bei den Männern schaffte dies jeder Vierte.

Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer versucht in diesem Jahr im Übrigen zum ersten Mal, auf Digitalmedien zu verzichten.

Über die Autorin

Ricarda Eichler
Ricarda Eichler Expertin für: Nachhaltigkeit

Ricarda ist im Juli 2021 als Redakteurin zum OHN-Team gestoßen. Zuvor war sie im Bereich Marketing und Promotion für den Einzelhandel tätig. Das Schreiben hat sie schon immer fasziniert und so fand sie über Film- und Serienrezensionen schließlich den Einstieg in die Redaktionswelt.

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