GfK Konsumbarometer

Deutsche Konsumlaune erreicht Rekordtief

Veröffentlicht: 29.06.2022 | Geschrieben von: Ricarda Eichler | Letzte Aktualisierung: 29.06.2022
Leeres Portemonnaie

Laut aktuellen Angaben des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK erreicht die Konsumlaune der Deutschen in diesem Juli einen traurigen Rekord. Wie unter anderem das Manager Magazin unter Berufung auf eine Meldung von Reuters berichtet, soll der Wert dabei auf minus 27,4 Punkte abfallen – der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 1991. Wie GfK-Experte Rolf Bürkl hierbei anmerkt, seien insbesondere der Ukraine-Krieg und die unterbrochenen Lieferketten dafür verantwortlich, „dass sich das Konsumklima so trüb wie noch nie zeigt.“

Konsumbarometer seit sieben Monaten im freien Fall

Das GfK-Konsumbarometer ist von Juni auf Juli erneut um 1,2 Punkte, auf die besagten 27,4 Punkte, abgefallen. Das ist dabei auch der fünfte Absturz innerhalb der letzten sieben Monate. Seit Beginn 2022 geht es praktisch stetig bergab mit der Kauflaune der Deutschen. Als einer der Hauptfaktoren gilt eindeutig die hohe Inflation von derzeit fast acht Prozent.

Bei jedem Gang in den Supermarkt sei diese deutlich spürbar. So kommentiert DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle gegenüber Reuters: „Die Konsumenten verlieren nicht nur real massiv an Kaufkraft und können sich daher weniger leisten. Sie fühlen sich sogar noch ärmer als sie eigentlich sind, weil die beim täglichen Konsum gefühlte Inflation um ein Vielfaches über der amtlich gemessenen Inflationsrate liegt.“

Ersparnisse werden lieber zurückgehalten

Die Hoffnung vieler Händler war es, dass die Ersparnisse, welche manche Verbraucher während der Pandemie aufgrund von Lockdowns generieren konnten, jetzt in Shopping umgesetzt würden. Doch angesichts der tristen Aussichten, scheinen die meisten ihre Ersparnisse lieber zurückzuhalten. So sank auch die sogenannte Anschaffungsneigung laut GfK auf minus 13,7 Punkte. Der niedrigste Wert seit 2008. 

Ein weiterer Absturz wurde auch bei der Einkommenserwartung verzeichnet. Diese sank im Juni weiter ab auf minus 33,5 Punkte. In diesem Fall sogar der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Viele Deutsche, so Bürkl weiter, befürchteten jetzt, „dass die deutsche Wirtschaft in die Rezession abrutschen könnte.“

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Über die Autorin

Ricarda Eichler
Ricarda Eichler Expertin für: Nachhaltigkeit

Ricarda ist im Juli 2021 als Redakteurin zum OHN-Team gestoßen. Zuvor war sie im Bereich Marketing und Promotion für den Einzelhandel tätig. Das Schreiben hat sie schon immer fasziniert und so fand sie über Film- und Serienrezensionen schließlich den Einstieg in die Redaktionswelt.

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Kommentare  

#1 Karl Ranseier 2022-06-30 08:38
da sinkt keine Laune, de Leute sind einfach pleite. Miete bezahlt, Sprit bezahlt, was zu Essen gekauft und aus der Zauber. Wenn der Staat nicht zügig anfängt mal was richtig zu machen wird aus der Rezession ganz schnell eine Depression.
Aber bei "zügig" ist ja schon wenig zu erwarten und bei "richtig" sind wirklich alle Hoffnungen den Bach runter.
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