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Studie von Idealo

Online-Shopper geben ungern Daten preis – für Vorteile aber schon

Veröffentlicht: 29.01.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 29.01.2019
Augen mit Barcode und QR-Code

Manche Online-Shopper scheinen eine Art Doppelmoral zu verfolgen: Einerseits fürchten sie sich davor, dass Unternehmen zu viel über sie wissen, wenn sie persönliche Daten im Web angeben. Andererseits legen sie diese gern offen, wenn sie dafür einen konkreten Vorteil erhalten. Das ist eines der Ergebnisse der repräsentativen Idealo-Studie „E-Commerce-Trends 2019“.

57 Prozent der Befragten haben Angst, dass die Firmen zu viel über sie und ihre Vorlieben wissen. Das sind vier Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Allerdings geben 60 Prozent an, dass sie ihre Daten eben doch offenbaren – wenn sie dafür „einen attraktiven Vorteil erhalten“, wie es in der Studie heißt. Zwei Drittel finden es sogar nützlich, wenn Unternehmen ihre persönlichen Daten speichern, zum Beispiel um das Bezahlen im Web zu beschleunigen.

Meistgekaufte Produkte sind weiterhin Bücher, Elektro-Artikel und Mode

Am liebsten kaufen die Online-Shopper immer noch Bücher und Unterhaltungsmedien, Elektro-Artikel und Kleidung im Web – wie auch im Jahr zuvor. Baby-Produkte und vor allem Lebensmittel werden hingegen kaum online gekauft. Bei den Lebensmitteln kaufen gerade einmal sieben Prozent „eher online“, 92 Prozent bevorzugen immer noch den stationären Handel. Deutlich weniger Online-Käufe im Vergleich zum Vorjahr gab es vor allem in den Bereichen Kosmetik, Produkte für Haus und Garten sowie Spielzeug.

Besonders interessant ist die Entwicklung im Bereich Lieferoptionen. Viele Unternehmen, wie Otto, feilen an ihren Liefer-Services – doch den Kunden scheint zumindest eine taggleiche Lieferung gar nicht so wichtig zu sein. Die Zahl der Nutzer von Same Day Delivery ist im Vergleich zu 2018 deutlich zurückgegangen, der Standardversand hingegen wird wieder beliebter und ist weiterhin die meistgenutzte Option.

Nutzer fürchten neue Liefer- und Zahl-Optionen

Einige neue mögliche Lieferoptionen bereiten der Mehrzahl der Nutzer eher Unbehagen. Die Lieferung in das parkende Auto, per Amazon Key in die eigene Wohnung oder per Drohne sieht die Mehrheit eher negativ. Das gilt auch für einige alternative Zahlungsmethoden, die immer wieder in der Diskussion sind. Vor allem ein Chip unter der Haut, Kryptowährungen wie Bitcoins und eine Gesichtserkennung wird von den meisten Befragten abgelehnt. 

Auch im Bereich Voice Commerce – also dem Online-Einkauf über Geräte wie Amazons Alexa – bleiben die deutschen Nutzer eher verhalten. Zwar besitzen 17 Prozent ein solches Gerät und sind damit auch überwiegend zufrieden – die Zahl derer, die kein Smart-Home-Gerät kaufen wollen, ist im Vergleich zum Vorjahr aber deutlich gestiegen. 

Für die repräsentative Studie hat Idealo 1.037 Online-Nutzer befragt. Hier kann man alle Ergebnisse, unter anderem auch zu Dynamic Pricing und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz, einsehen.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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