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In Frankreich

Apple musste angeblich eine halbe Milliarde Steuern nachzahlen

Veröffentlicht: 06.02.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 06.02.2019
Apple Logo an einer Gebäudefassade

Wie es aussieht, musste der Technologiekonzern Apple in Frankreich eine recht große Summe an Steuern nachzahlen. Konkret geht es um eine Nachzahlung, die den Zeitraum der vergangenen zehn Jahre abdeckt. Der iPhone-Hersteller hat nach Angaben von Heise Online diese „stille Steuernachzahlung“ gegenüber der französischen Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) bestätigt.

Wie hoch die Summe der Rückstände war, über deren Rückzahlung sich Apple mit den Steuerbehörden vertraulich geeinigt hatte, ließ das Unternehmen allerdings nicht verlauten. Auch die Behörde selbst hatte sich demnach unter Berufung auf das Steuergeheimnis nicht zu den vereinbarten Zahlen äußern wollen.Nichtsdestoweniger kursieren nun offenbar Branchengerüchte, nach denen es sich um Gelder in Höhe von 500 Millionen Euro handeln soll.

Apple hatte Großteil der Europa-Umsätze in Irland verbucht

„Der Erfolg des iPhones habe Apples Umsätze auch in Europa von 6,6 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf knapp 48 Milliarden Euro im Jahr 2017 ,explodieren‘ lassen“, schreibt Heise mit Verweis auf das französische Nachrichtenportal L'Express. Ein großer Teil des generierten Umsatzes wurde allerdings nicht in Frankreich, sondern in Irland verbucht. Und genau dieses Vorgehen hätten die Steuerbehörden dann auch kritisiert.

Die französische Tochterfirma von Apple sei von den französischen Steuerbehörden genau untersucht und auch eine Prüfung unterzogen worden, die sich über mehrere Jahre erstreckte. Als Resultat der Prüfung habe Apple verlauten lassen, dass der Konzern entsprechende „,Anpassungen‘ im Geschäftsbericht berücksichtigen“ werde. Daneben verwies das Unternehmen darauf, dass es Steuern zahle, so wie es in den regionalen Gesetzmäßigkeiten in allen Märkten vorgesehen ist, in denen man aktiv sei.

Neue Regelungen sollen Steuervermeidung den Garaus machen

Die Steuerproblematik in Europa ist den Behörden und auch der EU bereits länger ein Dorn im Auge. Große Konzerne wie Apple oder Amazon standen aufgrund von Steuervermeidungstaktiken in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik. Neue Regelungen sollen künftig dafür sorgen, dass die Unternehmen dort Steuern abführen sollen, wo sie aktiv sind. Die neuen Regelungen sind für Anfang der 2020er Jahre geplant, wobei ein konkreter Zeitplan noch nicht auszumachen ist.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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