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Legale Steuerprozesse in den USA

Amazon zahlte keine Steuern auf Milliarden-Gewinn

Veröffentlicht: 18.02.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 18.02.2019
Amazon-Lächeln vor schwarzem Grund

Amazon ist auch im vergangenen Jahr wieder massiv gewachsen. Allein in den USA konnte der Überschuss des Konzerns verdoppelt und auf einen Wert von mehr als elf Milliarden US-Dollar vorangepeitscht werden. Doch glaubt man aktuellen Medienberichten, so blieben Amazon trotz der Milliardengewinne die entsprechenden steuerlichen Abgaben erspart. – Und das offenbar völlig legal.

Amazon profitiert von negativem Steuersatz

Dass Amazon quasi „keinen Cent“ auf die Milliardengewinne zahlen musste, lag an einer Reihe legaler Steuertricks. Durch entsprechende Prozesse konnte das Unternehmen das zweite Jahr in Folge von einem negativen Steuersatz profitieren, der dieses Mal bei minus einem Prozent lag. Dies sorgte dafür, dass Amazon sogar 129 Millionen Dollar zurückbekam, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit Verweis auf die Washington Post.

„Wie viele andere große Unternehmen senkt Amazon seine Steuern jedes Jahr durch eine Vielzahl von Schlupflöchern. Das Vorgehen: Der Konzern nutzt Steuergutschriften und setzt auf eine erhebliche Steuerbefreiung durch Bezahlung in Form von Aktien und Aktienoptionen“. erklärt Spiegel Online das Steuer-Prozedere.

Für besonderes Aufsehen sorgte dabei offenbar der Fakt, dass Amazon mit diesem Steuersatz prozentual weniger Steuern bezahlte als die ärmsten 20 Prozent der US-amerikanischen Haushalte. Denn bei diesen habe der Satz bei etwa 1,5 Prozent gelegen.

Amazon verweist auf Milliarden-Investitionen

Amazon selbst verwies in der Vergangenheit immer wieder darauf, dass man sich an alle Gesetze und steuerlichen Vorschriften halte. Zum aktuellen Fall ließ der Konzern laut Spiegel verlauten: „Amazon zahlt alle Steuern, die wir in den USA und in allen Ländern, in denen wir tätig sind, zahlen müssen.“ So sei beispielsweise zuletzt eine Körperschaftsteuer in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar gezahlt worden. „Wir haben seit 2011 mehr als 160 Milliarden US-Dollar in die USA investiert und ein Netzwerk von mehr als 125 Fulfillment- und Sortierzentren, Hubs und Lieferstationen sowie Cloud-Computing-Infrastruktur sowie Wind- und Solarparks aufgebaut“, kommentierte Amazon-Sprecherin Jodi Seth.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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