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Forderung von Justizministerin Barley

Gesammelte Daten von Internet-Riesen sollen allen zur Verfügung stehen

Veröffentlicht: 16.04.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 16.04.2019
Menschenmenge mit abstrakten Datenmengen

Justizministerin Barley Katarina Barley hat in der Vergangenheit bereits hinreichend deutlich gemacht, dass sie in der Online-Welt große Veränderungen anschieben will. In den letzten Wochen und Monaten hat sie sich beispielsweise für einen fairen Wettbewerb und gegen Abmahnmissbrauch eingesetzt.

Daneben will sie einige Anbieter wie Online-Vermittlungsplattformen allerdings auch höher besteuern. Zuletzt stimmte Barley der neuen Urheberrechtsreform und damit quasi den geplanten Uploadfiltern zu. Nun hat Barley einen neuen Vorstoß gewagt, der die Online-Branche maßgeblich beeinflussen könnte.

Eine europäische Cloud mit Daten für alle

Wie Heise Online mit Verweis auf ein Tagesspiegel-Interview berichtet, setzt sich die Justiz- und Verbraucherschutzministerin aktuell dafür ein, dass Konzerne ihre gesammelten Datenmengen teilen und „anonymisiert der Allgemeinheit zur Verfügung stellen“.

Auch konkrete Ansatzpunkte, die gut für die Allgemeinheit wären, stünden dabei schon im Raum: Daten, die beispielsweise von der Unterkunftsvermittlung Airbnb oder dem Fahrdienstvermittler Uber gesammelt werden, könnten sich mit Blick auf die Stadtplanung und Bauprojekte nutzbringend auswirken. Um dieses Vorhaben zu erreichen, könnte eine europäische Cloud zum Einsatz kommen, in der dann Daten bereitgestellt und aus der Informationsmengen genutzt werden könnten. „Barley empfiehlt dieses Vorgehen, um die Marktmacht von Konzernen aufzubrechen und zugleich Forschung zu erleichtern“, heißt es bei Heise weiter.

Facebook als Beispiel solcher Monopole

Der Netzwerkriese Facebook wird als ein solches Unternehmen mit Monopolstellung genannt: So hätte man die Folgen des Zusammenschlusses von Facebook, des Messenger-Dienstes WhatsApp und der Fotoplattform Instagram zum Zeitpunkt der Fusion gar nicht absehen können. „Instagram etwa soll inzwischen die Übergabe von Standortdaten an Facebook testen, was Bedenken wegen des Datenschutzes hervorrief.“ Auch das Teilen von Daten zwischen WhatsApp und Facebook war in der Vergangenheit auf massive Kritik und auch juristischen Widerstand gestoßen – zumal Facebook im Rahmen der WhatsApp-Übernahme im Jahr 2014 angekündigt hatte, keinen Datenaustausch vornehmen zu wollen.

Im Interview mit dem Tagesspiegel erläuterte Katarina Barley weiter, dass sie großen Konzernen nicht vertraue, „da diese allein auf Gewinnmaximierung ausgelegt seien. Man könne sie ,nur mit zwei Punkten packen, nämlich Geld und Vertrauen‘“, zitiert Heise. Europäische Alternativen bzw. Pendats zu US-Unternehmen wie Google, strebt Barley dennoch nicht an.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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