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Der frühe Vogel

Metro-Übernahme: Vorstand weist tschechisches Angebot zurück

Veröffentlicht: 24.06.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 24.06.2019
Metro-Markt

Der tschechische Großinvestor Daniel Kretinsky will über die Holdinggesellschaft EP Global Commerce gemeinsam mit Patric Tkac aus der Slowakei den Metro-Konzern übernehmen. Den Aktionären des Konzerns werde ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot über insgesamt 5,8 Milliarden Euro unterbreitet. Pro Stammaktie ist ein Preis von 16 Euro vorgesehen. Dies wird aber angesichts von 15,54 Euro bei Handelsschluss am Freitag als eher niedrig bewertet. Der Frankfurter Allgemeinen zufolge sehe der Metro-Vorstand seinen Konzern damit enorm unterbewertet.

Daher werde den Aktionären geraten, zunächst keine Aktien zu verkaufen. Kretinskys Interesse am Metro-Konzern ist nicht neu. Schon im vergangenen Jahr hatte er 7,3 Prozent der Aktien von Großaktionär Franz Haniel abgekauft, für die verbleibenden 15,2 Prozent hält er eine Kaufoption. Mit Ceconomy – mittlerweile ehemalige Schwestergesellschaft der Metro – wurde ebenfalls im Sommer eine Call-Option über 9 Prozent an der Metro vereinbart. EP Global Commerce hat also potenziell bereits Zugriff auf über 30 Prozent des Konzerns und, so die FAZ, habe die volle Unterstützung der beiden Großaktionäre Haniel und Ceconomy.

Das Metro-Kapital befindet sich zu 47 Prozent in Streubesitz und die Groß-Aktionäre – neben den genannten hält die Meridian-Stiftung 14,2 Prozent und die Beisheim-Holding 6,6 Prozent – wünschen sich in Zukunft mehr Einfluss auf das operative Geschäft. Sie würden daher eine Beteiligungshöhe anstreben, die Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge bei Metro ermöglicht. Der Vorstandsvorsitzende Olaf Koch wolle das Unternehmen künftig allein auf das Großhandelsgeschäft ausrichten, Galeria Kaufhof wurde verkauft, Ceconomy verselbstständigt und aktuell laufen Gespräche über die Veräußerung sowohl des Chinageschäfts als auch von Real. An den Real-Plänen gebe es Reuters zufolge aber Kritik. Die neuen Gesellschafter haben betont, dass es zunächst keine umfangreichen Stellenstreichungen geben soll. Die derzeit bestehenden Märkte sollen auch nicht geschlossen werden.

Huawei verklagt US-Handelsministerium

Am vergangenen Freitag hat Huawei Klage gegen das amerikanische Handelsministerium eingereicht. Eine Ladung mit Telekomausrüstung aus China, die in einem Testlabor in Kalifornien eingesetzt worden war, soll auf dem Rückweg nach China in Alaska beschlagnahmt worden sein und befinde sich dort noch immer, heißt es in der Klageschrift. Huawei zufolge sei für die Ausrüstung keine Lizenz erforderlich. Das Unternehmen verlangt nun die Freigabe der Ware durch das Handelsministerium oder die Feststellung, dass es sich um eine illegale Lieferung handele, so Spiegel Online. Huawei befindet sich nach wie vor auf der schwarzen Liste von Donald Trump.

US-Staaten klagen gegen Fusion von T-Mobile und Sprint

Die geplante Fusion von T-Mobile und Sprint bekommt weiteren Gegenwind. Nachdem bereits Anfang Juni neun US-Bundesstaaten, darunter New York und Kalifornien wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken Klage gegen die Fusion eingereicht hatten, haben sich nun vier weitere Bundesstaaten – Hawaii, Massachusetts, Minnesota und Nevada – angeschlossen, so das Handelsblatt. Damit klagen nun bereits 13 Bundesstaaten und Washington DC. Die Fusion der Mobilfunkriesen sollte eigentlich bis Juli über die Bühne gehen, die Streitparteien haben nun den 7. Oktober als Starttermin für den Prozess vorgeschlagen.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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