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Studie zu digitalen Ängsten

Deutsche fürchten sich am meisten vor Datenmissbrauch

Veröffentlicht: 17.07.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 17.07.2019
Hände vor Tastatur

Ibusiness und das Marktforschungsunternehmen Appinio haben untersucht, welche digitalen Bedrohungen die meiste Angst bei der deutschen Bevölkerung verursachen. Laut der Studie fürchten sich die meisten Nutzer vor einem Missbrauch ihrer persönlichen Daten, dieser Wert erreichte 4,7 von 6 möglichen Punkten auf einer Angst-Skala. Auch vor steigender Kriminalität im Web und wachsender Überwachung durch Unternehmen und den Staat haben die Bürger viel Angst. Generell spielen die Faktoren Cybercrime und Datenschutz die größte Rolle in den Top 10 – mit einer Ausnahme: Die Angst vor Fake News landet auf Platz 5. Die Befragten haben demnach Angst, dass die Gesellschaft durch Fake News verlerne, Fakten zu akzeptieren. 

Die Top 10 der digitalen Ängste der Deutschen

1. Meine Daten werden missbraucht (4,70; Thema: Daten)
2. Kriminalität im Internet steigt (4,68; Sicherheit)
3. Bürger werden mehr überwacht (4,58; Daten)
4. Terroristische Cyber-Attacken (4,54; Sicherheit)
5. Gesellschaft verlernt durch Fake News, Fakten zu akzeptieren (4,54; Gesellschaft)
6. Spionage aus dem Ausland wird leichter (4,53; Sicherheit)
7. Personenbezogene Daten werden unnötig gespeichert (4,52; Daten)
8. Totale Überwachung (4,47; Daten)
9. Bürger erleiden Kontrollverlust über eigene Daten (4,46; Daten)
10. Kriminelle kriegen mehr Macht (4,46; Sicherheit)

(Werte von 1 („keine Angst“) bis 6 („sehr große Angst“))

„Sehr stark in Deutschland verbreitet sind die Ängste um Datenmissbrauch, Überwachung und vor dem digitalen Kontrollverlust. Hier liegen sämtliche Werte über dem Gesamtdurchschnitt. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Thema Datensicherheit und Datenschutz für sehr viele Deutsche von überragender Wichtigkeit ist. Darauf müssen Unternehmen und Politik Rücksicht nehmen“, sagt Joachim Graf von von Ibusiness.

Insgesamt wurden 55 mögliche Ängste abgefragt. Dabei spielen Aspekte, wie durch die Digitalisierung den Arbeitsplatz zu verlieren oder Gefahren durch künstliche Intelligenz, kaum eine Rolle, sagt Jonathan Kurfess von Appinio: „Was uns selbst bei der Studie überrascht hat, ist, dass sich keine Ängste zur Digitalisierung der Arbeitswelt oder zu Künstlicher Intelligenz in den Top Ten finden. Denn gerade Themen wie ständige Erreichbarkeit, fehlende Trennung von Arbeit und Freizeit oder dass künstliche Intelligenz den Menschen verdrängt, werden medial stark besprochen.“ 

Deutsche fühlen sich digital gut gerüstet

Etwas überraschend: Die Angst, selbst digital abgehängt zu werden, liegt ganz am Ende aller Themenpunkte – die Nutzer fühlen sich also relativ gut vorbereitet auf die fortschreitende Digitalisierung. Der Angst-Durchschnittswert liegt allerdings insgesamt bei 4 von 6 Punkten – die Digitalisierung wird also im Ganzen eher als bedrohlich empfunden. 

Zur Methodik: Für die Studie wurden 1.075 Deutsche zwischen zwischen 16 und über 65 Jahren nach persönlichen und abstrakten Ängsten in Bezug auf die Digitalisierung befragt. Die Themen waren künstliche Intelligenz, Sicherheit, Arbeitswelt, Gesellschaft, persönliches Umfeld, Politik und Daten.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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