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Studie

DSGVO: Viele Cookie-Hinweise sind manipulativ

Veröffentlicht: 14.08.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 14.08.2019
Cookie-Zustimmung

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gilt seit Mai 2018, hat schon Monate zuvor Online-Unternehmen, E-Commercer und Nutzer in Atem gehalten – und tut es immer noch. Der Umgang mit Cookies und der Zustimmung der Nutzer in der EU ist ein Problem, wie eine noch unveröffentlichte Studie laut t3n zeigt. Das Medium beruft sich auf das US-Portal Techcrunch, dem die Studie vorliegt. Viele Cookie-Zustimmungserklärungen seien demnach sinnlos oder sogar manipulativ. 

Forscher der Unis Bochum und Michigan haben rund 5.000 Cookie-Erklärungen in der EU untersucht, ob und wie Webseiten auf solche Cookies hinweisen. Außerdem wurden auf einer extra Webseite unterschiedliche Designs getestet, wie die Nutzer mit verschiedenen Hinweisen umgehen.

Niemand stimmt der EU-konformen Cookie-Nutzung zu

Ein Ergebnis der Untersuchung: Wenn Website-Anbieter ihre Nutzer um deren Zustimmung zum Setzen von Cookies fragen und sich dabei an die geltenden Datenschutzbestimmungen der EU halten, haben sie damit wenig Erfolg. Denn bei voller Transparenz des Hinweises stimmt fast niemand freiwillig der Cookie-Nutzung zu – der Anteil liegt bei 0,1 Prozent. „Angesichts der gesetzlichen Anforderungen an eine ausdrückliche, informierte Zustimmung ist es offensichtlich, dass die überwiegende Mehrheit der Cookie-Zustimmungserklärungen nicht mit dem europäischen Datenschutzrecht übereinstimmt“, urteilen die Forscher. Je mehr Auswahlmöglichkeiten es bei dem Cookie-Hinweis gab, desto mehr Nutzer würden auch die Nutzung von Cookies verbieten. 

Webseiten versuchen Nutzer zu manipulieren

Allerdings machen es sich viele Online-Unternehmen auch leichter: 86 Prozent der untersuchten Cookie-Erklärungen lassen dem Website-Besucher gar keine Wahl über seine Zustimmung, sondern weisen einfach nur auf die Nutzung seiner Daten hin. 57 Prozent versuchen die Nutzer nach ihrem Willen zu beeinflussen: So wird zum Beispiel der Button, mit dem die Nutzer zustimmen sollen, farbig angezeigt und soll so mehr Aufmerksamkeit schaffen. Ein Hinweis auf weitere Optionen erscheint dagegen vor dunklem Hintergrund. Nur ein Drittel der Unternehmen erklärt den spezifischen Zweck der Datenerhebung durch Cookies, nur ein Fünftel offenbart, wer noch auf die jeweiligen Daten zugreifen kann.

Website-Betreiber dürfen Online-Nutzern den Besuch der Seite übrigens auch nicht einfach verweigern, sollten diese der Nutzung von Cookies widersprechen. Darauf wies die niederländische Datenschutzbehörde bereits im März hin.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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Kommentare  

#1 Archi 2019-08-14 21:59
Siehe die Berichte des Cookie-Scanners "2GDPR"
Viele Websites setzen Cookies ohne Erlaubnis
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