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Oculus-Gründer geht nach fünf Jahren

Mit dem letzten Abgang endet der Gründer-Exodus bei Facebook

Veröffentlicht: 14.08.2019 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 14.08.2019
Zerrissenes Facebook-Logo

WhatsApp, Instagram und nun auch Oculus: Von allen Unternehmen, die Facebook im Laufe der Zeit übernommen hat, haben die damaligen Gründer und Geschäftsführer das Handtuch geworfen. Nate Mitchell, Mitgründer des Virtual-Reality-Unternehmens Oculus, hat es dabei ganze fünf Jahre unter dem Dach von Facebook ausgehalten, bevor er nun seinen Abschied verkündete. Mit ihm geht der letzte Gründer der von Facebook übernommenen Unternehmen. 

Zeit für die Familie und zur Erholung

„Nach sieben unglaublichen Jahren habe ich mich entschieden, Oculus / Facebook zu verlassen“, erklärte Mitchell laut CNBC. Er erwarte von dem „unglaublichen Team“, weiterhin an der nächsten Plattform zu bauen, so Mitchell weiter. Bevor er sich selbst neuen Projekten widme, wolle er nun aber erstmal Urlaub machen: Zeit zum Reisen, mit der Family und um wieder Energie zu sammeln, stehe nun an.

Mitchells Mitgründer Palmer Luckey und Brendan Iribe haben Facebook und Oculus bereits im Jahr 2017, beziehungsweise 2018 verlassen. Facebook hatte das Virtual-Reality-Unternehmen im Jahr 2014 für satte zwei Milliarden US-Dollar übernommen und damit seinerzeit für großes Aufsehen gesorgt. Das Thema Virtual Reality steckte damals noch in den Kinderschuhen und war alles andere als alltagstauglich.  

Konflikte zwischen Gründern und Facebook

Im vergangenen Jahr erlebte Facebook einen wahren Manager-Exodus, wenn es um seine Übernahmen geht: WhatsApp-Gründer Jan Koum erklärte im April seinen Rückzug, die Instagram-Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger kehrten dem Konzern im September den Rücken (wir berichteten). 

Der rote Faden, der sich bei diesen Abgängen durchzieht: Meinungsverschiedenheiten mit Facebook-CEO Mark Zuckerberg, oftmals über die Ausrichtung und Zukunft der Unternehmen. Systrom und Krieger sollen sich so mit Zuckerberg über die künftige Entwicklung von Instagram uneinig gewesen sein. Dass der Facebook-Chef sich dann gerade zu einer Zeit von größeren Datenskandalen (Stichwort „Cambridge Analytica“) und Propaganda-Vorwürfen offenbar immer stärker in das Tagesgeschäft der Instagram-Gründer einmischen wollte, hat wohl sein Übriges getan. 

WhatsApp-Mitgründer Brian Acton wird zum größten Kritiker

Auch Jan Koum und sein WhatsApp-Mitgründer Brian Acton brachen mit Facebook, weil sie sich nicht mit Facebooks Plänen zur Weiterentwicklung ihrer Messenger-App anfreunden konnten. Denn das soziale Netzwerk will den Messenger, den Koum und Acton stets werbefrei halten wollten, offenbar endlich monetarisieren – und zwar mit Werbung, weil das mehr Geld einbringen könnte als ein monatlicher Beitrag zur Nutzung des Messengers. Dieser Streit sorgte für den Bruch zwischen Facebook und den Gründern. Vor allem Brian Acton ist mittlerweile ein starker Kritiker an dem Unternehmen von Mark Zuckerberg und ruft regelmäßig zum Löschen der App auf, während Jan Koum sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. 

Nach dem Cambridge-Analytica-Skandal räumte Acton ein, den Verkauf von WhatsApp an Facebook zu bereuen. „Ich habe die Privatsphäre meiner Nutzer für einen größeren Gewinn verkauft“, so der WhatsApp-Mitgründer, der das Unternehmen 2017 verließ und damit auf seinen Aktienbonus, der im Übernahme-Deal ausgehandelt wurde, verzichtete. 850 Millionen Dollar entgingen Acton damit.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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