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Der frühe Vogel

Deliveroo-Fahrer wollen jetzt ein eigenes Lieferkollektiv gründen

Veröffentlicht: 16.08.2019 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 16.08.2019
Abgelegter Deliveroo-Rucksack neben einem Fahrrad

Mit dem heutigen Freitag beendet Deliveroo sein Deutschland-Geschäft und zieht sich aus dem Markt zurück. Das Unternehmen verkündete diesen Schritt überraschend am Montag (wir berichteten). Überraschend war die Entscheidung offenbar auch für die Fahrer des Unternehmens, die plötzlich teilweise um ihre Existenz fürchten müssen. Wie die taz berichtet, planen einige Kuriere in Berlin nun aber, ein eigenes Lieferkollektiv zu gründen.

Demnach trafen sich 20 Deliveroo-Fahrer am Montagabend und wollen eine Genossenschaft gründen. „Also ein Unternehmen, das in den Händen der Fahrer*innen liegt“, zitiert die taz den Deliveroo-Fahrer Christoph M. Ganz problemlos gestaltet sich die Umsetzung dieses Plans aber wohl nicht: „Wir müssen erstmal schauen, welche Kapazitäten da sind“, so M. 

Die Fahrer hoffen offenbar, als Genossenschaft mit den Restaurants weiter zusammenarbeiten zu können, mit denen bereits Deliveroo kooperiert hatte. Zudem könnten sie nun auch mit den Läden zusammenarbeiten, die sich gegen Deliveroo entschieden hätten. Das geplante Lieferkollektiv wolle sozial und fair für Fahrer und Kunden arbeiten und habe auch das Thema Umweltverträglichkeit im Blick. So sei derzeit die ausschließliche Nutzung von Fahrrädern im Gespräch und man mache sich Gedanken um die Verpackung der Speisen. 

Bis die geplante Genossenschaft ihre Arbeit aufnehmen kann, könnte aber noch einige Zeit vergehen: „Die Gründung kann sich über Monate strecken und wird viel Geld kosten, welches wir noch nicht haben“, so Christoph M. Am Sonntag sei ein weiteres Treffen geplant, um Pläne und Kapazitäten zu besprechen.

Amazon: Kritik an Shirts mit Hongkong-Slogans

Die Hongkong-Krise erreicht nun auch Amazon: Das US-Unternehmen steht in China in der Kritik, weil es auch T-Shirts vertreibt, die mit Slogans zur Unterstützung der Protestbewegung bedruckt sind. Unter anderem handele es sich Reuters zufolge um Shirts mit Aufdrucken wie „Sofortige Freiheit für die Demokratie in Hongkong“ oder „Hongkong ist nicht China“. In chinesischen Internetforen zeigten sich einige Nutzer offenbar empört. 

Amazon hatte seinen Einkaufsservice im Juli aus China zurückgezogen, liefert aber weiterhin ausländische Waren in das Land. Auch andere Konzerne, darunter Versace und Calvin Klein, wurden in China wegen T-Shirts mit Pro-Hongkong-Slogans kritisiert.

WeWork vor dem Börsengang: Verluste in Millionenhöhe

Das Workspaces-Unternehmen WeWork steht kurz vor seinem Börsengang und soll bis zu 47 Milliarden Dollar wert sein. Doch nun ist t3n.de zufolge bekannt geworden, dass das Unternehmen im ersten Halbjahr 2019 herbe Verluste eingefahren hat: Demnach lag das Minus von WeWork in den ersten sechs Monaten des Jahres bei 690 Millionen Dollar. Das gehe aus den Papieren hervor, die WeWork bei der US-Börsenaufsicht eingereicht hat. 

Trotzdem scheint das Unternehmen sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr verbessert zu haben: 2018 hatte WeWork seinen Umsatz auf 1,8 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Dabei sollen Verluste von 1,9 Milliarden Dollar im Gesamtjahr 2018 angefallen sein.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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