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Der frühe Vogel

Ex-Deliveroo-Fahrer klagen auf ein Arbeitsverhältnis

Veröffentlicht: 08.10.2019 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 08.10.2019
Deliveroo-Fahrerin

Das Berliner Amtsgericht muss sich derzeit mit der Güteverhandlung zwischen zwei ehemaligen Fahrern und dem Essenslieferdienst Deliveroo beschäftigen. Nachdem sich der britische Anbieter überraschend Mitte August aus dem Deutschlandgeschäft zurückgezogen hat, verloren rund 1.000 Fahrer von jetzt auf gleich ihren Job – weil sie als Selbstständige tätig waren. Wie das Handelsblatt berichtet, klagen nun aber einige Fahrer: Das Gericht soll feststellen, dass die Essensauslieferung im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses erfolgte.

Anwalt Klaus Stähle, der einige Fahrer vertritt, argumentiert mit der starken Einbindung der Fahrer in das Deliveroo-System: „Durch Apps und Algorithmen, elektronische Schichtpläne und automatisierte Auftragszuteilung bei standardisierten Preisen“, wie das Handelsblatt schreibt, sei für Selbstständigkeit kein Raum geblieben. 

Für Deliveroo ist das ein empfindlicher Punkt. Werden die ehemaligen Fahrer nicht als Selbstständige sondern als Beschäftigte angesehen, hätten sie Ansprüche gegenüber dem Lieferdienst – und zwar keine geringen. Als die Deliveroo-Anwältin die bislang geforderte Vergleichssumme als zu hoch bezeichnete, habe ein Richter angemerkt: „Wenn das irgendwer als Arbeitsverhältnis werten würde, wäre die Summe Peanuts.“ Es geht aber nicht nur um die Ansprüche der Ex-Fahrer: Deliveroo würde auch die Nachzahlung der Sozialversicherungsbeiträge drohen.

Kaufland kooperiert mit Too Good To Go

Bislang wird Too Good To Go vor allem von Restaurants genutzt, um übriggebliebenes Essen vor der Mülltonne zu retten. Auch mit der Supermarktkette Real arbeitet die App zusammen. Nun konnte das Unternehmen mit Kaufland einen weiteren großen Partner an Bord holen, wie Caschys Blog berichtet. „Speisen, die kurz vor Ladenschluss in den Kaufland-Imbissen ausgewählter Filialen noch nicht verkauft wurden, können von interessierten Kunden als eine Art ‚Wundertüte‘ erworben werden“, heißt es dazu von Kaufland.

Demnach können die Kunden Bratwürste, Bockwürste, Hot-Dogs, Leberkäse, Steaks oder Schnitzel günstig bekommen. Bisher testet Kaufland Too Good To Go in fünf Filialen: in Aachen, Bad Dürrheim, Bad Kreuznach, Heidelberg-Rohrbach und Oranienburg. Sollte der Test erfolgreich verlaufen, will das Unternehmen den Dienst ausweiten.

Google: Firma verheimlicht Gesichtsscans

Googles neues Smartphone Pixel 4 soll sich per Gesichtsscan entsperren lassen. Wie Golem.de berichtet, habe Google im Vorfeld eine Firma beauftragt, in einem Feldversuch eine Datenbank mit 3D-Gesichtsscans aufzubauen. Doch dabei scheint die Firma mit unlauteren Mitteln vorgegangen zu sein. Die Mitarbeiter der Firma hätten den Versuchspersonen – Obdachlosen und Studenten, vor allem mit dunkler Hautfarbe – ein Mini-Spiel präsentiert und am Ende des Spiels einen 5-Euro-Gutschein ausgegeben. Dass dabei ein 3D-Gesichtsscans angefertigt wurde, sei den Teilnehmern nicht klar gewesen. Die Firma habe sogar explizit gelogen und die Teilnehmer mit Informationen überfordert, um sie vom Lesen von Einverständniserklärungen abzuhalten.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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