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Shutdown

So teuer ist eine Stunde Internetausfall

Veröffentlicht: 10.01.2020 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 10.01.2020
Laptop Verbindung nicht möglich

Internetausfälle sind nicht nur ärgerlich, sie können auch richtig teuer werden. Laut der Analyse „The Global Cost of Internet Shutdowns in 2019“ der Plattform Top10VPN konnte im vergangenen Jahr weltweit ingesamt 18.225 Stunden nicht auf das Internet zugegriffen werden. Das verursachte Kosten von über acht Milliarden Dollar, ein Anstieg um stolze 235 Prozent seit 2015/2016.

Knapp eine Million Euro Verlust in 24 Stunden

Wie aus dem Bericht zu entnehmen ist, musste der Irak die größten wirtschaftlichen Einbußen hinnehmen. Durch die 263 Stunden Blackout gingen dem Land 2,3 Milliarden US-Dollar verloren. „Aus wirtschaftlicher Hinsicht betreffen die Störungen nicht nur die formelle Wirtschaft, sondern auch die informelle, insbesondere in weniger entwickelten Ländern“, wie die Forscher Samuel Woodhams und Simon Migliano in der Untersuchung erklären. „Auch der Vertrauensverlust der Investoren und die stockende Entwicklung können nachhaltige Schäden verursachen“. Ingesamt wurden für den Bericht 122 Länder untersucht.

Auch Deutschland kommen Internetausfälle teuer zu stehen. Fällt das Netz nur einen Tag lang aus, entsteht ein Verlust von 925.426,965 Euro, wie der Rechner des Portals Netblocks.org zeigt.

Hoher Einfluss der Behörden auf das Netz

Neben den wirtschaftlichen Verlusten beeinträchtigen Internetstörungen auch die Meinungs- und Informationsfreiheit der Bürger und „können sogar zu einer Zunahme der Gewalt führen“, wie die Studienautoren betonten. In vielen Ländern werden die Ausfälle durch die Regierungen hervorgerufen, um Proteste oder Unruhen einzuschränken. Überraschenderweise zählt China nicht zu den Ländern, in denen die Regierung für ein Shutdown des Internets häufig selber sorgt. Stattdessen setzt das Land auf Zensur und gefilterte Informationen. Im indischen Bundesstaat Kashmir herrscht aktuell der längste Shutdown in einer Demokratie: Seit 158 Tagen lässt sich nicht mehr auf das Internet zugreifen. 

„Trotz ihrer negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, die Menschenrechte und die demokratischen Prozesse deutet wenig darauf hin, dass die Abschaltung des Internets im Jahr 2020 aufhören wird“, so die Prognose der Forscher.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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