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Soforthilfen in der Krise

Berlin stoppt Anträge auf Corona-Darlehen

Veröffentlicht: 31.03.2020 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 31.03.2020
Geld im Rettungsring

Die Investitionsbank Berlin (IBB) wurde mit Anträgen auf Hilfsgelder in den letzten Tagen förmlich überrannt. Die tatsächliche Zahl habe die Erwartungen „bei weitem“ übertroffen, man arbeite bei der IBB aktuell unter Hochruck, „um diesen Ansturm zu bewältigen“, wie es bei rbb24 heißt. Allerdings seien die Gelder für eines der beiden Hilfsprogramme bereits ausgeschöpft, zur Zeit können keine Anträge mehr gestellt werden.

Senat will Finanzhilfen aufstocken

Bei dem jetzt gestoppten Angebot handelt es sich um ein Darlehen, welches von kleinen und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigen beantragt werden kann. Damit können zinslose Überbrückungskredite von bis zu 500.000 Euro beantragt werden. Allerdings sei der vom Senat zugesagte Kreditrahmen bereits jetzt aufgebraucht worden. Zunächst waren für die Darlehen insgesamt 100 Millionen Euro vorgesehen, diese wurde inzwischen aber auf 200 Millionen erhöht. Würden alle bislang eingegangenen Anträge auch bewilligt werden, käme man auf Gelder von über 300 Millionen Euro. Aus diesem Grund hat die Investitionsbank Berlin die Annahme von Anträgen auf die Darlehen vorerst gestoppt.

Auch beim Soforthilfe-Paket II kam es zwischenzeitlich zu Schwierigkeiten. Dieses richtet sich an Freiberufler, Solo-Selbstständige und kleine Firmen mit bis zu fünf Mitarbeitern und bietet in der aktuellen Krisensituation einen Zuschuss von 5.000 Euro. Auch hierfür konnten am Sonntag keine Anträge mehr gestellt werden, man müsse zunächste die 150.000 Anträge abarbeiten. Seit Montagfrüh sollen die Anträge für das Soforthilfe-Paket II aber wieder zur Verfügung stehen. „Wir wissen, dass es für viele auf jeden einzelnen Tag ankommt, deswegen werden wir am Montag schon mehrere hundert Millionen Euro überweisen“, versprach IBB-Sprecher Jens Holtkamp. 

Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) hat inzwischen angekündigt, den Rahmen für die Hilfsgelder für kleinere und mittlere Unternehmen in der Corona-Krise aufstocken zu wollen. Das bisher geplante Volumen von 600 Millionen Euro könne auf bis zu eine Milliarde Euro erhöht werden.

Datenpanne und Warteschlangen bremsen Hilfesuchende aus

Bei den Antragstellern war unterdessen Geduld gefragt. Ursprünglich sollte ab Freitag 12 Uhr die Möglichkeit gegeben werden, Corona-Hilfen zu beantragen, tatsächlich war die Website der Investitionsbank Berlin aber erst eine Stunde später bereit. Außerdem war das System so dermaßen überlastet, dass in der digitalen Warteschlange zeitweise bis zu 300.000 Antragsteller hingen, die Zeit schreibt von einer Wartezeit von bis zu 24 Stunden. 

Zusätzlich kam es wegen eines „schwerwiegenden Programmierfehlers“ zu einer Datenpanne bei der IBB. „Antragstellern, die an diesem Tag in der Zeit von etwa 15:30 Uhr bis 16:15 Uhr zum Zug gekommen waren, erhielten jeweils die Bestätigung des Eingangs der erforderlichen Angaben einer anderen Person“, schreibt Heise Online mit Verweis auf Aussagen der Berliner Datenschutzbeauftragten Maja Smoltczyk. Persönliche Daten wie die Angaben des Unternehmens konnten so in falsche Hände gelangen. Aktuell geht man von 390 betroffenen Personen aus. Diese werden aktuell ermittelt und über den Fehler, welcher in der Zwischenzeit wieder behoben wurde, informiert.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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