Der frühe Vogel

Bundesregierung rechnet mit schwerster Rezession der Nachkriegszeit

Veröffentlicht: 30.04.2020 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 30.04.2020
Peter Altmaier

Wirtschaftsminister Peter Altmaier will in den kommenden Tag einen Plan für die schrittweise Lockerung der Corona-Auflagen für die Unternehmen präsentieren. Zudem sollen besonders stark betroffene Branchen, etwa die Gastronomie oder die Veranstaltungsbranche, weitere Hilfen bekommen. Man stehe „vor großen Herausforderungen“, so Altmaier. In der Frühjahrsprognose des Wirtschaftsministeriums heißt es, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 6,3 Prozent einbrechen dürfte, berichtet Reuters.

Altmaier rechne im zweiten Quartal mit dem Tiefpunkt und danach mit einer nur langsam einsetzenden Erholung. Für 2021 gehe man von einem Wirtschaftswachstum von 5,2 Prozent aus, auch dank des Milliarden-Schutzschirms der Bundesregierung. Erst 2022 hätte die Wirtschaft wieder ihr Niveau vor der Krise erreicht. Um die Wirtschaft nach der Krise wieder in Schwung zu bringen, kündigte Altmaier ein Konjunkturprogramm an.

Im ersten Quartal sei die Wirtschaft um zwei Prozent geschrumpft, im zweiten Quartal werde das Minus auf zehn Prozent wachsen, so der Konjunkturchef des Berliner Forschungsinstituts DIW, Claus Michelsen. Ohne ein starkes Konjunkturprogramm mit Investitionsfokus werde es schwierig für die Wirtschaft. Mut macht dabei die Entwicklung nach der letzten Krise. Nach der Finanzkrise 2009 sank das BIP in Deutschland um 5,7 Prozent. Danach folgten aber zehn Jahre Wachstum. Altmaier geht davon aus, dass die Pandemie beherrscht werden könne. Der Arbeitsmarkt dürfte aber noch eine Weile leiden. 2020 werde mit 2,62 Millionen Arbeitslosen gerechnet, 2019 waren es 2,27 Millionen. Kurzarbeit werde auf ein nie dagewesenes Niveau wachsen. Mit mindestens drei Millionen Menschen in Kurzarbeit rechnet der Wirtschaftsminister.

Fielmann setzt auf online

Fielmann plant bereits für die Zeit nach der Krise und plant Investitionen in digitale Innovationen. So soll etwa noch in diesem Jahr eine App veröffentlicht werden, die es dem Kunden ermöglicht, mit dem Smartphone die Sehstärke zu messen und die Brille anzupassen und auszuprobieren. Zudem wolle man das Filial- und das Online-Geschäft enger verzahnen und mit einem gemischten Angebot auf die Kunden zugehen, berichtet FashionUnited. Fielmann schätzt den möglichen Online-Anteil im Brillengeschäft auf etwa zehn Prozent. Auch die Expansion ins Ausland ist im Gespräch. Zuletzt brachen die Zahlen bei Fielmann aufgrund der Krise deutlich ein – auch weil digitale Angebote bislang unterrepräsentiert waren.

Uber will ein Fünftel der Mitarbeiter entlassen

Im Management von Uber werde derzeit offenbar darüber diskutiert, bis zu 20 Prozent der Jobs zu streichen. Weltweit beschäftigt Uber 27.000 Mitarbeiter plus selbständige Fahrer. Aufgrund der Pandemie ist das Geschäft massiv eingebrochen. Mit dem Stellenabbau könnten bis zu eine Milliarde US-Dollar eingespart werden. Uber dementiert die Aussagen des US-Magazins The Information nicht. In einer Stellungnahme heißt es nur: „Das Unternehmen prüft jedes erdenkliche Szenario, um diese Krise zu bewältigen“, zitiert Heise.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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