Der frühe Vogel

Wegen Coronavirus: So viele Gewinnwarnungen wie noch nie

Veröffentlicht: 05.05.2020 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 05.05.2020
Börsenkurs

77 Unternehmen haben im ersten Quartal 2020 ihre Gewinn- oder Umsatzprognosen nach unten korrigieren müssen. So viele waren es innerhalb eines Dreimonatszeitraums noch nie und mehr als doppelt so viele Korrekturen wie im Vorjahreszeitraum (33). Das geht aus einer Auswertung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervor. Die meisten der Korrekturen wurden im März veröffentlicht, als immer mehr Länder immer stärker unter der Pandemie litten.

„Die Coronakrise führt weltweit zu massiven Einschränkungen des Wirtschaftslebens und zu nie da gewesenen Umsatzausfällen in fast allen größeren Märkten. Spätestens ab März dieses Jahres wurden die Prognosen vieler Unternehmen Makulatur“, erklärt EY-Chef Hubert Barth. Besonders betroffen ist die Automobilbranche, in der sieben von zwölf börsennotierten Unternehmen ihre Prognosen korrigieren mussten. Energieversorger und Telekommunikationsanbieter blieben dagegen von der Krise weitgehend verschont, hier gab es keine Korrekturen.

Für die Analyse wurden Daten von 304 Unternehmen ausgewertet. Seitdem seien aber weitere Firmen dazu gekommen, die ihre Prognosen zurücknehmen mussten. Im April mussten weitere große Dax-Konzerne wie etwa BASF ihre Prognosen aktualisieren, so das Manager Magazin. Zudem handelt es sich um kein rein deutsches Phänomen. Auch die großen internationalen Tech-Konzerne hadern mit der Krise. Apple gab schon im Februar eine Gewinnwarnung heraus, Facebook und Google präsentierten schwächere Quartalszahlen und selbst Amazon als einer der großen Profiteure der Krise konnte zwar den Umsatz steigern, der Gewinn brach wegen gestiegener Kosten aber ein.

Grüne fordern Digitalisierung der Steuerbehörden

Für Steuerfahnder ist die Coronakrise offenbar eine schwere Zeit. Durchsuchungen können deutschlandweit kaum durchgeführt werden, Vernehmungen aufgrund der Ansteckungsgefahr ebenfalls nicht. „Die Pandemie legt Steuerfahnder in ganz Deutschland weitgehend lahm“, schreibt die Süddeutsche. Vielerorts ließe sich nicht vernünftig im Homeoffice arbeiten, da man etwa nicht auf Ermittlungsdaten zugreifen könne, weil sichere Zugänge fehlen. Corona zeige deutlich, wie veraltet die IT-Infrastruktur der Behörden ist.

Konstantin von Notz, Bundestagsabgeordneter der Grünen fordert, die IT-Systeme von Polizei und Justiz digital aufzurüsten. Dafür hat seine Fraktion einen umfangreichen Antrag im Bundestag vorgelegt. Steuerfahnder klagen aber deutschlandweit, dass viele Täter genau wissen, dass sie aktuell leichtes Spiel haben. Bund und Länder benötigen dringend ein Konzept, um den Betrieb wieder hochzufahren.

Zalando unterstützt Humedica

Zalando verkauft ab sofort auch nicht-medizinische Textilmasken. Diese sollen bereits ab einem Euro erhältlich sein, das Sortiment soll sukzessiv erweitert werden. Zalando bezieht die Masken über seine Eigenmarken und Partner. Den Gewinn aus dem Maskenverkauf will der Konzern an Humedica spenden, erklärt der Konzern. Die Nichtregierungsorganisation leistet weltweit humanitäre Hilfe, derzeit vor allem gegen das Coronavirus. Humedica unterstützt vor Ort dank eines Partner-Netzwerks mit Essenspaketen, Schutzausrüstung und weiteren Maßnahmen.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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