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Bitkom-Studie

Coronakrise: Zahl der Online-Käufer von Lebensmitteln hat sich verdoppelt

Veröffentlicht: 13.05.2020 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 13.05.2020
Lebensmittel Lieferung

Die Regelungen im stationären Handel in der Coronakrise treiben den bisher eher darbenden Online-Handel mit Lebensmitteln nach vorn – das ist das Ergebnis einer Bitkom-Studie. Der Verband hat dafür die Kaufgewohnheiten vor und während der jetzigen Coronakrise verglichen.

Demnach kaufen derzeit drei von zehn Verbrauchern ihre Lebensmittel im Internet. Die Größe dieser Gruppe hat sich demnach fast verdoppelt: Vor der Krise waren es erst 16 Prozent, nun sind es 32 Prozent. „Online einzukaufen ist mit Blick auf das Ansteckungsrisiko nicht nur sicherer, sondern auch komfortabel“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder die möglichen Ursachen.

Online-Supermärkte, Webshops und Marktplätze steigern Kundenzahl

Von der neuen Bestell-Lust im Web profitieren vor allem Anbieter wie rewe.de, bringmeister.de oder Amazon Fresh. Diese Gruppe der Online-Supermärkte konnte die Zahl ihrer Online-Käufer von sieben auf 19 Prozent steigern. Auch Plattformen speziell für landwirtschaftliche Produkte können mehr Käufer anziehen, der Wert steigt von zehn auf 14 Prozent. Und auch die E-Commerce-Platzhirsche Amazon und Ebay setzen über ihre Marktplätze mehr Lebensmittel ab als vor der Pandemie: Der Wert steigt allerdings nur von einem mageren auf jetzt immer noch schlanke fünf Prozent. 

Rohleder sieht für den Online-Handel mit Lebensmitteln auch einen Push für die Zukunft: „Viele Menschen, die jetzt umgestiegen sind, können die Vorteile des Online-Einkaufs jetzt unmittelbar erleben und werden sich daran auch langfristig gewöhnen“, sagt er.

Bitkom

Trotz Verlusten: Stationärer Handel dominiert Lebensmittel-Einkauf

Trotz der Einschränkungen und der prozentualen Verluste liegt der stationäre Handel in der Gunst der Lebensmittelkäufer immer noch weit vorn: Zwei Drittel holen Brot und Co. immer noch im Supermarkt, 58 Prozent im Discounter. Bei Wochenmärkten und Hofläden ist die Zahl der Einkäufe in der Krise sogar gestiegen – Grund dafür könnte der geringere Publikumsverkehr bzw. gefühlt mehr Platz unter freiem Himmel sein.

Denn die Angst vor einer möglichen Infektion ist einer Hauptgründe, warum die Menschen die Einkäufe zum Teil ins Netz verlagern. Drei Viertel beklagen sich darüber, dass andere Kunden sich im stationären Handel nicht an die gebotenen Abstands- und Hygieneregeln halten. Zwei Drittel der Befragten hätten ein „mulmiges Gefühl“.

Für die repräsentative Umfrage hat Bitkom Research im April 2020 rund 1.000 Personen in Deutschland ab 16 Jahren befragt.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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Kommentare  

#1 Dirk 2020-05-14 11:39
Es überrascht mich nicht, dass die Abstandsregeln im Einzehlandel von vielen Menschen nicht eingehalten werden- ich erlebe das genauso. Vor Einführung des Maskenzwangs war das anders, was ein weiterer wichtiger Grund für die Politik ist, den Maskenzwang sofort zu beenden.
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