Bitkom-Studien

Homeoffice immer beliebter: Jeder fünfte Angestellte würde umziehen

Veröffentlicht: 08.01.2021 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 08.01.2021
Frau mit Kind im Homeoffice

Durch die Umstände der Coronapandemie geriet das Thema Homeoffice in den Fokus, viele Unternehmen und ihre Mitarbeiter mussten sich zwangsweise umstellen. Jetzt zeigen repräsentative Studien des Digitalverbandes Bitkom, dass ein Großteil der Angestellten Homeoffice befürwortet – auch in Zukunft. Ein Teil der befragten Mitarbeiter würde sogar umziehen, wenn mehr Homeoffice in ihren Unternehmen möglich wäre.

10,5 Mio Menschen arbeiten nur im Homeoffice

Derzeit arbeiten laut Bitkom-Studie 25 Prozent (10,5 Millionen) der Berufstätigen ausschließlich im Homeoffice, weitere 20 Prozent (8,3 Millionen) zumindest teilweise – damit arbeitet fast die Hälfte der Angestellten zumindest teilweise von zu Hause aus. Für einen Großteil der Homeoffice-Arbeiter ist das gut: Die Arbeitszufriedenheit ist für jeden Fünften (19 Prozent) „deutlich höher“ und für jeden Vierten (24 Prozent) „etwas höher“. Ein Drittel (31 Prozent) sieht keine Unterschiede zur Büroarbeit. Auch die Unternehmen müssten froh sein: Insgesamt 57 Prozent der Mitarbeiter schätzen ihre Produktivität im trauten Heim „deutlich“ oder „etwas höher“ ein als in den Büroräumen.

Allerdings sagt rund ein Drittel der Befragten auch, dass sie im Homeoffice länger arbeiten. „Eine der größten Herausforderungen für die Arbeit im Homeoffice ist die Abgrenzung von Beruflichem und Privatem. Hierbei helfen klare Regeln und Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer“, rät Bitkom-Präsident Achim Berg.

Als Hauptgrund gegen Homeoffice wird die mangelhafte technische Infrastruktur – sprich: schlechtes Internet – genannt. Jeder Fünfte sagt aber auch, dass die jeweiligen Unternehmen immer noch auf eine starke Präsenzkultur setzen. „In vielen Unternehmen scheint vielmehr weiterhin eine starke Präsenzkultur vorzuherrschen. Das ist nicht nur anachronistisch, sondern in der aktuellen Pandemiesituation auch unverantwortlich“, kritisiert Berg.

Homeoffice in der Coronapandemie: Das bieten deutsche Unternehmen 

Laura Sophie Dornheim, Grünen-Politikerin und Managerin beim Adblock-Betrieber eyeo, hat bei Twitter unter dem Hashtag „#MachtBüroszu“ eine Debatte zum Thema Homeoffice gestartet und aus den Nutzererfahrungen eine Liste mit über 500 Unternehmen erstellt, die zeigt, wie Firmen mobiles Arbeiten derzeit umsetzen. 

Wenn Homeoffice in ihrer Firma möglich wäre, würde jeder fünfte Berufstätige sogar umziehen, heißt es in einer weiteren Bitkom-Umfrage. Wichtigster Grund: Die Befragten, vor allem Jüngere, würden dann raus aus der Stadt ziehen und ihre Wohnsituation verbessern wollen.

Homeoffice: Wandel der Arbeitswelt durch Corona

Der (Zwangs-)Trend Homeoffice wird auch in Zukunft weitergehen, deutlich mehr Menschen als vor der Krise werden von Zuhause arbeiten. Nach Bitkom-Berechnungen wird mehr als jeder Dritte (14,7 Millionen Berufstätige) den Arbeitsort flexibel wählen. Drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass Homeoffice in Deutschland viel stärker genutzt werden sollte. „Die Corona-Pandemie ist der Auslöser eines tiefgreifenden und nachhaltigen Wandels in der Arbeitswelt. Unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten, kann allen Seiten Vorteile bringen, aber das setzt einen tiefgreifenden Kulturwandel in der Arbeitswelt voraus. Der Wandel der Arbeitswelt muss nun politisch pro-aktiv flankiert und mit Anreizsystemen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterstützt werden“, fordert Berg.

Wie sinnvoll wäre dann ein Recht auf Homeoffice? Dieses Thema haben vier OHN-Redakteure bereits diskutiert.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Markus Gärtner

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.