Coronakrise

Pleitewelle erst im Jahr 2022 erwartet

Veröffentlicht: 30.03.2021 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 31.03.2021
Schild Corona Insolvenz

Die Coronapandemie bedroht viele Existenzen, deutsche Unternehmen kämpfen um das Überleben des eigenen Geschäfts. Dass eine Pleitewelle eintritt, scheint unumgänglich. Allerdings wird diese Deutschland wohl erst im kommenden Jahr treffen, wie eine Analyse des Kreditversicherers Euler Hermes prognostiziert. 

Coronahilfen halten Firmen noch über Wasser

Laut der Studie werden in diesem Jahr die Unternehmensinsolvenzen hierzulande um sechs Prozent ansteigen und bleiben damit noch unter dem Wert des Vorkrisenjahres 2019. Einer der Hauptgründe für die moderaten Insolvenzquoten 2021 sind die vom Staat gestellten und ausgeweiteten Coronahilfen und Maßnahmenpakete. Diese federn einen Teil der Umsatzeinbrüche ab und halten Unternehmen noch etwas länger über Wasser. 

Außerdem spekuliert Euler Hermes im zweiten Halbjahr mit einer wirtschaftlichen Erholung sowie einem „Nachhol-Boom“, bedingt durch die Fortschritte beim Impfen. Die Pleitewelle werde sich dann erst richtig im kommenden Jahr zeigen. Dann geht der Kreditversicherer von einer Zunahme der Insolvenzen um rund 15 Prozent aus. Im internationalen Vergleich würde Deutschland mit solchen Quoten allerdings sogar noch gut dastehen. Auch würde ein solcher Wert nur vier Prozent höher liegen als 2019.

Dass die Staatshilfen ihren Anteil leisten, hat jetzt außerdem Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Bankengruppe KfW, bestätigt. „Im Januar 2021 haben rund 43.900 Betriebe ihr Gewerbe aufgegeben, ein Jahr zuvor waren es 55.900“, wird sie bei der Süddeutschen Zeitung zitiert. Im Gastgewerbe haben im Januar 2021 rund 2700 Unternehmen ihren Betrieb aufgegeben, vor Corona im vergangenen Januar waren es noch 4500.

Andere Experten fürchten deutlichen Anstieg von Insolvenzen

Allerdings blicken nicht alle Experten so optimistisch in die nahe Zukunft. Laut einer gemeinsamen Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sowie dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) werde man bereits in der zweiten Jahreshälfte 2021 einen „signifikanten Anstieg der Unternehmensinsolvenzen“ in Deutschland erleben. Das Unternehmen Crifbürgel geht sogar von einer Verdopplung der Firmenpleiten im Vergleich zu 2020 aus. Laut Geschäftsführer Frank Schlein könnte es bis zu 35.500 Firmeninsolvenzen geben.

Über die Autorin

Corinna Flemming Expertin für: Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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Kommentare  

#1 HU5K3Y 2021-03-31 14:57
Soll das Clickbaiting oder Fakefacts werden??
Welche Hilfen auf die, die meisten Unternehmer immernoch warten, sollen wen, wie lange über Wasser halten? Die UGs sind z.B. erst seit 15.3. überhaupt erst für Beantragungen berücksichtigt worden... Solange der Verlust nicht über 70% zum Vorjahr, einzig betriebliche Kosten berücksichtigt werden, private Ausgaben vollkommen außen vor usw, usw. Außerdem beruhen diese Werte primär aus der immer wieder verlängerten Aussetzung der Insolvenzmeldep flicht, sowie der damit "ausgehebelten" Insolvenzversch leppung! Diese Tatsachen beruhen in keiner Weise auf irgendwelchen Corona Hilfen, sondern einzig auf der ausgesetzten Insolvenzantrag spflicht bis aktuell April 2021!!!
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