Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Hier geben Online-Shopper am meisten Geld aus

Veröffentlicht: 11.01.2022 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 11.01.2022
München

Wie shoppt Deutschland online und welche Einwohner lassen besonders viel Geld im E-Commerce? Das hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in seiner Studie „Räumliche Muster des Online-Handels“ untersucht und liefert dabei interessante Einblicke in regionale Unterschiede. Die Studie bezieht sich auf das Jahr 2020. Dabei wurden auch erste Einflüsse der Corona-Pandemie analysiert.

Das sind die Städte mit den größten Online-Käufen

Wenig überraschendes Fazit: Vor allem in wirtschaftlich starken Großstädten und ihrem Umland kaufen die Online-Shopper viel bzw. hochpreisig. Am meisten gaben die Einwohner in und um München, Starnberg und dem Hochtaunuskreis mit Frankfurt/Rhein-Main aus. Im Schnitt gaben die Top-Shopper dabei rund 1.000 Euro im Jahr aus – rund 200 Euro mehr als der deutsche Durchschnitt. Die kleinsten Online-Warenkörbe im Schnitt hatten Einwohner von Herne und Pirmasens mit rund 650 Euro. „Wo die Menschen über ein höheres Einkommen verfügen, geben sie auch mehr Geld für den Online-Einkauf aus“, erklärte Studienautorin Andrea Jonas. „Auffällig sind die Unterschiede zwischen strukturstarken und strukturschwachen Räumen.“

Diese Bundesländer haben die höchste E-Commerce-Kaufkraft

Auf die einzelnen Bundesländer bezogen ist die Online-Kaufkraft in den Stadtstaaten Hamburg und Berlin sowie Bayern, Baden-Württemberg und Hessen überdurchschnittlich hoch. Wenig Geld zum Online-Shoppern investieren hingegen Einwohner der östlichen Bundesländer sowie von Bremen und dem Saarland.

Das Institut hat auch insgesamt 17 Sortimentsgruppen unter die Lupe genommen, unter anderem Bekleidung, Lebensmittel und Baumarkt. Am meisten geben die Online-Käufer dabei für Mode aus – im Schnitt rund 100 Euro. Eine interessante Erkenntnis: In den kreisfreien Städten – also solchen, die keinem Landkreis angehören – gaben die Menschen überdurchschnittlich viel für Lebensmittel im Internet aus. Die höchsten Summen für Lebensmittel-Käufe im Web gab es in München, Frankfurt am Main, Regensburg, Berlin und Hamburg. Der E-Commerce mit Lebensmitteln hat generell in Deutschland aber immer noch viel Luft nach oben, zuletzt startete Penny einen Lieferdienst bis zur Haustür.

Landbewohner geben online besonders viel für Baumarkt-Artikel aus

In der Kategorie Baumarkt hingegen kaufen vor allem Personen aus dem ländlichen Raum besonders viel, vor allem in Bayern und einigen ostdeutschen Kreisen – hier gibt es im Gegensatz zu anderen Kategorien ein Land-Stadt-Gefälle.

„Die Analyse zeigt, dass der digitale Handel in Deutschland regional unterschiedlich ausgeprägt ist. Die Online-Einzelhandelskaufkraft variiert dabei in Abhängigkeit zur Siedlungsstruktur, zeigt aber kein eindeutiges Stadt-Land-Gefälle“, heißt es im Fazit der Studie. Die Autoren sehen für den nicht nur durch die Corona-Pandemie boomenden E-Commerce generell weiteren Auftrieb. „Aufgrund weiterer technischer Innovationen wie Augmented Reality könnte im Internet auch der Erlebniseinkauf, der bislang auch ein Argument für einen Innenstadtbesuch ist, einen höheren Stellenwert erhalten. Das würde zu einem weiteren Bedeutungsgewinn des Online-Handels führen.“

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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