Auswirkungen der Inflation

Handel meldet größten Umsatzeinbruch seit 1994

Veröffentlicht: 01.08.2022 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 01.08.2022
Frau vor einem Schaufenster

Die Kauflaune der Deutschen ist angesichts der hohen Inflation und der globalen Lage spürbar gesunken – das macht sich deutlich in den Umsatzzahlen des Handels bemerkbar. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sank der Umsatz des Einzelhandels im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat preisbereinigt, also real, um 8,8 Prozent. Das sei der größte Rückgang zum Vorjahresmonat seit Beginn der Zeitreihe 1994.

Nominal sank der Umsatz zwar nur um 0,8 Prozent, die Differenz zur realen Entwicklung sei durch die hohen Preissteigerungen im Einzelhandel begründet. Diese beeinträchtigen das Konsumklima nach Angaben des Statistischen Bundesamts spürbar. 

Umsätze im Online-Handel sinken um 15,1 Prozent

Auch der Online-Handel kann sich diesem Trend nicht entziehen: Der Internet- und Versandhandel verbuchte den Erhebungen zufolge einen Umsatzrückgang von 3,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Umsätze sogar ganze 15,1 Prozent niedriger – ebenfalls der größte Rückgang seit 1994. Eine gute Nachricht gibt es nach Angaben des Amts dennoch: Im Vergleich zum Juni 2019 liegen die Umsätze im Online-Handel 22,3 Prozent höher. 

„Der Tiefpunkt kommt erst noch“

Ökonomen schätzen nach Angaben der Zeit, dass die schwierigen Zeiten noch nicht vorbei sind. „Das war nicht die letzte schlechte Konsumnachricht“, habe demnach Alexander Krüger, Chefsvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG, gegenüber Reuters erklärt. „Der Tiefpunkt beim Konsum kommt erst noch.“ Die Konsumlaune sei durch gravierende Realeinkommensverluste und die Gasumlage im Herbst belastet.

Die Inflation hatte zuletzt im Euroraum 8,9 Prozent erreicht und liegt damit aktuell auf dem höchsten Stand seit 1999. Als Grund für diese Entwicklung wird die Teuerung bei den Energiepreisen infolge des Ukraine-Kriegs angegeben. Im Vergleich zum Vormonat sind die Energiepreise um 39,7 Prozent gestiegen. Für Deutschland wurde eine Inflationsrate von 8,5 Prozent angegeben. 

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Über den Autor

Michael Pohlgeers
Michael Pohlgeers Experte für: Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in unseren Multimedia-Formaten, dem OHN Podcast und unseren YouTube-Videos.

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Kommentare  

#3 gunnar 2022-08-02 13:17
ich weiß nicht, warum alles auf den ukrainekrieg geschoben wird.
die realität ist, das die großen firmen uns bürgern zeigen wollen wie man schnell stinkreich wird.
die firmen wie esso, shell, aral, usw machen zig milliarden mehr an gewinne wie im letzten quartal 2021.
das erdöl war schon mal teurer, trotzdem war es noch nie so teuer.
bauholz ist nur durch die sägereien so teuer wie nie.
für milch und butter ist bei den bauern nichts von der preisverdopplun g angekommen.
post und dhl werden noch teurer werden, sie liefern ja schon die grüne ( in dänemark ist ein brief ja viel turer / leider sagen sie nicht, das malta ein brief nur 49cent kostet ).
der gewinn bei dhl/post mit 8 milliarden ist denen ja auch nicht genug, sie wollen den ja auf 15 milliarden erhöhen. das zahlen wir liebe leute.
und die lobbyisten, sorgen dafür das unsere politiker nicht wirklich was daran ändern.
warum zb sind habeck seine kinder in einer privatschule in dänemark.?? wie werden die immer nach hause gefahren ( geflogen ?? ) .
leider gibt es alles noch, nur mit anderen namen.
die fugger, die kaiser, könige, hofstaat, usw.
wir die mittel und unterschicht mit 85% anteil, haben doch in diesem staat nichts mehr zu melden.
wir werden die nächsten jahre noch viel viel mehr gemolken.
die kleinen firmen und läden sterben aus.
am ende gibt es noch 10 oder 15 firmen ( die wohl nicht mal mehr deutsch sein werden, sondern chinesisch oder so ) die uns unser leben diktieren.
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#2 anja 2022-08-02 12:30
der handel und kleinere unternehmen waren bereits durch diverse maßnahmen komplett am boden (falls überhaupt noch existent). die inflation gab ihnen jetzt nur noch den rest. statt erholung (was nach 2 jahren ohnehin fast unmöglich ist) nun der endgültge todesstoß. sieht irgendwie gewollt aus, zumal diese entwicklung schon anfang 2020 (und experten noch früher) klar war. das war ein stampede der existenzzerstör ung vom "feinsten". gratulation !
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#1 JUS 2022-08-02 08:40
Dem ist nichts hinzuzufügen, die Rechnung wird der Verbraucher zahlen.
Mein Gasversorger hat seinen Preis auf 3.972 €/Jahr angehoben, der Stromanbieter auf 4.020 €/Jahr.
Das entspricht einem Mehrpreis von über 200%.
Diese Kosten können wir nicht auf die Preise umlegen, da hilft nur Personalabbau!
Und am Ende steht dann die Pleite.
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