Der frühe Vogel

Armut bedroht immer mehr Menschen in Deutschland

Veröffentlicht: 05.08.2022 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 05.08.2022
Armut: Nahaufnahme von Händen, die offenen Geldbeutel halten

Immer mehr Menschen in Deutschland sind von Armut bedroht. Nach neuesten Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im vergangenen Jahr etwa 13 Millionen Menschen betroffen, was einem Anteil in Höhe von 15,8 Prozent aller Bundesbürgerinnen und -bürger entspricht. Konkret gelte jeder als armutsbedroht, der auf weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zurückgreifen kann. Für Menschen, die allein leben, gilt dabei eine Grenze von weniger als 1.251 Euro im Monat. Der Marker für Familien mit zwei Kindern liegt bei weniger als 2.627 Euro monatlich, heißt es in eine dpa-Meldung bei Fashion United.

Insbesondere die teils extrem gestiegenen Kosten für Strom und Heizung, aber auch für Lebensmittel verschärfen die Situation für Bundesbürger mit geringem Einkommen. „Die Dramatik, die wir im Augenblick haben, ist in den Zahlen nicht enthalten“, wird die Sozialexpertin und Professorin Anne Lenze zitiert. „Das trifft diejenigen am stärksten, die ohnehin schon wenig haben.“ Für Betroffene sei es nicht möglich, an Stellen wie Restaurantbesuchen oder Ausflügen zu sparen, denn sie müssten ohnehin einen großen Teil ihres Einkommens für Notwendiges wie Lebensmittel oder Wohnen ausgeben.

Als Ergebnis der Entwicklung sei davon auszugehen, dass Menschen unter das Existenzminimum geraten. Gerade auch die Energiekosten-Abrechnungen seien eine immense Last und häufig mit Nachzahlungen verbunden, hinzu kommen die Pauschalen, die in vielen Fällen künftig höher angesetzt werden.

Frauen (16,5 Prozent) sind dabei grundsätzlich stärker von Armut bedroht als Männer (15,1 Prozent) – eine Tendenz, die im Alter noch deutlichere Ausmaße annehme: Ab einem Alter von 65 Jahren seien 21 Prozent der Frauen und 17,4 Prozent der Männer bedroht, unter den Schwellenwert zu fallen. Dies hänge auch mit den geringeren Renten vieler Frauen zusammen. Während etwa Kinder und Jugendliche mit 16,2 Prozent, Alleinerziehende mit 26,6 Prozent und Alleinlebende mit 26,8 Prozent überproportional gefährdet seien, ist unter den Arbeitslosen mit 47 Prozent die Hälfte von Armut gefährdet.

Alibaba kann stabilen Umsatz vorweisen

Nachdem große Online-Riesen wie Zalando, Ebay und Amazon ihre Zahlen für das abgelaufene Quartal vorgelegt haben, ziehen nun auch andere Anbieter nach. So hat der chinesische Online-Anbieter Alibaba ebenfalls die Bilanz veröffentlicht und diese hat die Analysten durchaus überrascht: Trotz der in China vorgenommenen Lockdowns kannte das Unternehmen seinen Umsatz auf stabilem Niveau halten, der bei umgerechnet rund 29,9 Milliarden Euro lag, heißt es in einer Reuters-Meldung bei Onvista. Analysten waren von einem Rückgang ausgegangen.

Dennoch handelt es sich bei den Zahlen um eine Negativ-Premiere: „Es ist das erste Mal seit der Firmengründung, dass Alibaba nicht wächst“, heißt es weiter. Gewöhnlich legt der Konzern zweistellige Wachstumszahlen vor. Doch Lockdowns und Ausgangssperren, die sich über Wochen hinweg zogen, gehen auch am Online-Riesen nicht vorbei. Auch die immer strengeren Regulierungen durch die Aufsichtsbehörden seien ein nicht zu unterschätzender Faktor. 

Meta macht Live-Shopping-Angebot dicht

Hat offenbar weniger gut gefruchtet: Der Facebook-Mutterkonzern Meta macht nach einem Zeitraum von weniger als zwei Jahren sein Live-Shopping-Angebot dicht. Ab kommendem Herbst, genauer gesagt ab dem 1. Oktober 2022, wird die Möglichkeit für Unternehmen eingestellt, Live-Shopping-Events zu veranstalten, berichtet die Internet World. Zwar soll Facebook Live grundsätzlich auch künftig erhalten bleiben, allerdings verlagere sich der Fokus aufgrund veränderter Sehgewohnheiten der Nutzerinnen und Nutzer auf Kurzvideos.

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Über die Autorin

Tina Plewinski
Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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