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Steuerschlupflöcher

Google soll 20 Milliarden Euro auf die Bermudas geschleust haben

Veröffentlicht: 04.01.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 04.01.2019 | Gelesen: 2625 mal
Google-Logo an einer Hauswand

In den vergangenen Jahren standen große US-Konzerne wie Google in regelmäßigen Abständen im Kreuzfeuer der Kritik: Sie sollen legale Schlupflöcher nutzen, um Steuern zu sparen. Viele Staaten entgehen auf diese Weise Milliarden an Steuereinnahmen – nicht umsonst suchen Regierungen nach Möglichkeiten, solche Steuervermeidungstaktiken zu verhindern.

Google soll Milliarden aus Europa herausgeschleust haben

Auch aktuell steht Google wegen entsprechender Praktiken wieder in den Schlagzeilen. Allein 2017 soll der Suchmaschinenriese fast 20 Milliarden Euro aus Europa herausgeschleust haben. „Der Mutterkonzern Alphabet transferierte diese Summe über die Niederlande auf die Bermudas, wie aus Dokumenten an die Niederländische Handelskammer hervorgeht“, schreibt das Handelsblatt. Die Bermudas gelten für Konzerne und Unternehmen grundsätzlich als attraktiv, da sie hier keine Einkommensteuer zahlen müssen.

Im Jahr davor soll Google ebenfalls durch legale Steuerschlupflöcher Gelder in Milliardenhöhe gespart haben: Wie wir bereits berichteten, sollen es damals durch die sogenannte „Double Irish“-Methode noch rund 3,7 Milliarden Dollar gewesen sein. „Eine niederländische Google-Tochter transferiert dabei fast alle ihre Einnahmen auf die Google Ireland Holding, die auf den Bermudas ihren Steuersitz hat, allerdings als Unternehmen in Irland registriert ist“, erklärt das Handelsblatt weiter.

Google verweist auf Rechtmäßigkeit der Steuerschlupflöcher

Kritik will Google an entsprechenden Praktiken allerdings nicht gelten lassen. Schon in den vergangenen Jahren verwies das Unternehmen darauf, dass die internen Prozesse legal und somit legitim seien und dass man sich mit Blick auf die Steuern an geltende Steuergesetze halte sowie alle anfallenden Steuern pünktlich begleiche.

Ewig wird Google jedoch nicht von solchen Prozessen profitieren können. Denn ab 2020 sollen die entsprechenden Steuervorteile für den Konzern enden – so hatte es Irland im Jahr 2014 auf Druck durch die EU und die USA beschlossen.

Auch in Deutschland und der Europäischen Union fasst man seit Jahren ein Gesetz ins Auge, nach dem große Konzerne genau dort Steuern zahlen sollen, wo sie tatsächlich auch präsent sind. Damit soll verhindert werden, dass sie ihre Gewinne in steuergünstige Regionen verlagern und Steuerabgaben entsprechend vermeiden. Angedacht ist grundsätzlich eine Lösung auf europäischer Ebene.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#1 Avenger 04.01.2019, 09:52 Uhr
Das scheinen ja legale Steuerschlupflö cher zu sein, die im aktuellen Fall anscheinend von der niederländische n Regierung geschaffen wurden.

Hier sollte man eher die Praktiken dieser Länder, das zu ermöglichen anprngern.
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