Preissteigerungen

Bundesbank-Chef warnt vor hoher Inflation

Veröffentlicht: 13.07.2022 | Geschrieben von: Patrick Schwalger | Letzte Aktualisierung: 13.07.2022
Supermarkteinkäufe auf Geldmünzen, die immer mehr werden

Die Preise in Deutschland steigen und steigen. Während das 9-Euro-Ticket im Nahverkehr und der Tankrabatt die Inflationssteigerung im Juni wenigstens etwas abbremsen konnten, drohen bald weitere Anstiege, etwa durch die Energiekrise oder den schwachen Eurokurs im Vergleich zum US-Dollar. 

Auch der Präsident der Bundesbank Joachim Nagel hat jetzt in einer Rede in München vor einer anhaltenden Inflation gewarnt, wie etwa das ZDF berichtet. Er fordert geldpolitische Maßnahmen, um die Inflation wieder in den Griff zu bekommen. 

Inflation soll zurück auf zwei Prozent

Der Zielwert für die Inflation liegt in den Augen der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) bei zwei Prozent. Aktuell liegt der Wert in Deutschland und im Euro-Raum aber bei etwa acht Prozent Teuerung. Die Inflation sorgt dafür, dass Preise für Verbrauchsgüter steigen. Verbraucher verlangen dann mehr Geld von ihren Arbeitgebern, die gleichzeitig die Preise für ihre Waren erhöhen, um die steigenden Lohnkosten zu finanzieren. Noch dazu wird es für Unternehmen schwieriger zu investieren, wenn die Preise stetig steigen. So kann die Inflation zu einer Preisspirale führen, die in einer Wirtschaftskrise resultiert. 

EZB will Zinsen erhöhen

Darum will auch Bundesbank-Chef Nagel schnellstmöglich zurück zu einer Inflation von nur zwei Prozent. Denn er sieht das Risiko, dass die Inflation auch mittelfristig höher als der Zielwert bleibt. Viel Verantwortung liegt dabei bei der EZB, die im Euro-Raum dafür zuständig ist, die Inflation im Rahmen zu halten. 

Ein geldpolitisches Instrument, das der EZB zur Verfügung steht, ist die Erhöhung des Leitszins. Wird dieser erhöht, werden Kredite teurer. Dann wird es für Unternehmen und Verbraucher unattraktiver, sich Geld zu leihen und sie geben weniger Geld aus. Geht der Konsum zurück, fallen auch die Preise, weil Inflation oftmals von einer hohen Nachfrage beeinflusst wird. Die EZB hat die Leitzins-Erhöhung bereits im Juni angekündigt. 

Zusätzlich zur Leitzins-Erhöhung will die EZB auch ein neues Instrument entwickeln und vorstellen, mit dem gegen einen zu hohen Anstieg der Renditen für Staatsanleihen von Euro-Ländern vorgegangen werden soll. Gerade für hoch verschuldete Länder im Euro-Raum sind diese steigenden Renditen problematisch, weil sie höhere Kosten verursachen. Bundesbank-Chef Nagel hat in seiner Rede ebenfalls angekündigt, diesem Instrument zustimmen zu können, je nachdem, wie die Bedingungen des Werkzeugs ausfallen werden.

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Über den Autor

Patrick Schwalger
Patrick Schwalger Experte für: EU- und Bundespolitik

Patrick ist Politik-Experte beim Händlerbund und schreibt regelmäßig als Gastautor auf OHN. Er hat in verschiedenen politischen Kontexten in Brüssel und Köln gearbeitet und kennt die Politik von allen Seiten. Für den Händlerbund bearbeitet er die politischen Entwicklungen, die den Online-Handel bewegen und informiert darüber auf OHN.

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Kommentare  

#2 Karl Ranseier 2022-07-14 09:27
wer würfelt eigentlich diese Zahlen? Hier mal reale Daten:

Sprit: von 1,40 auf 2,10 -> 50%
Nudeln: von 0,5 auf 1 -> 100%
Speiseöl: von 1 auf 5 -> 400%
Fleisch und Gemüse +50 bis 100%.
Döner: von 4 auf 6 -> 50%

Heizen und Strom wird im Winter dann auch noch richtig lustig!
Hat schon jemand die Zahl 8% gefunden?

Am Döner sieht man dann, das der Handel noch einges abfedern muss, weil die Leute sich die realen Kostenstiegerun gne gar nicht mehr leisten könnne und wollen. Das kann der Handel aber auch nicht dauerhaft durchhalten. Den auch wenn unsere Regierung es sich anscheinend nicht vorstellen kann, müssen auch Händler für Kost und Logie bezahlen.

Dazu kommt ein abschmierender Euro. Für eine Einheit dieser Mickey Mouse Währung hat man mal 1,55 Dollar bekommen, jetzt ist es Pari. Das alleine ist schon eine Enteignung des Bürgers im ein Drittel!
Man hat sich zwar zwanzig Jahre damit Zeit gelassen, aber der Verfall ist doch da. Man sieht es am schwindenden Mittelstand. Es gibt nur noch Geldsäcke und Leute, die sich einschränken müssen. Die Mittelschicht, die sich in einem gewissen Rahmen einfahc ihr Leben leisten und noch etwas beiseite legen konnte, wurde in weiten Teilen abgeschafft. Aber das sind die Leute, die den Laden am laufen halten!

Die Strategie des Versagens hat versagt. Wir müssen die Doktrin des Aufgebens aufgeben!
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#1 gunnar 2022-07-14 08:11
es wäre ja schön, wenn die erzeuger wie bauern usw auch endlich mehr geld bekommen würden.
die meisten bekommen 3cent mehr wie zu zeiten ( letztes jahr ) wo die milch 49cent gekostet hat.
mir kann niemand erzählen, das die endproduktion zig mal so teuer wurde wie vor 1 jahr.
selbst gas und strompreise rechtfertigen das nicht.
die bürger werden gerade überall voll über den leim gezogen.!
aber auch kein wunder, die supermärkte usw sind doch viel schon eine mutterfirma, mit vielen namen.
kauft bei den bauern zb eure sachen direkt ein, ohne zwischenhändler.
am besten fahrgemeinschaf ten bilden und los hamstern. ;-))
oder laßt uns ordentlich millionen sammeln und eine supermarktkette gründen, die mit 1 oder 2% gewinn arbeitet.
die chefs nicht mehr als 3.000.- ausgezahlt bekommen, die angestellten vernünftigen lohn bekommen.
dort könnten dann auch bauern, käsereien, schlachter eigene ware mit drin anbieten, ähnlich wie shoppingmall, aber mit 1 kasse am ende.
wenn dann die hersteller mit hohen preisen versuchen, die margen zu erhöhen. dann selber firmen für die produktion gründen.

aber zb auch:
darf ich jetzt zb auch all meine privaten kilometer voll von der steuer absetzen ??
immerhin darf der berliner senat dienstfahrzeuge privat für urlaube nutzen. :-((
dienstfahrzeuge werden sowieso andauernd für private fahrten genutzt.
denn was haben dienstfahrzeuge vor supermärkten, shoppingcentren , ferienwohnungen usw zu suchen ???
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