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Bye bye Social Commerce: Twitter legt seinen Buy-Button auf Eis

Veröffentlicht: 26.05.2016 | Autor: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 26.05.2016

Twitter macht seinen Buy-Button dicht. Insider-Berichten zufolge soll das E-Commerce-Team von Twitter aufgelöst worden sein. Während einige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben, soll der Rest an zwei anderen Projekten arbeiten: am Kundenservice und an dynamischen Produktanzeigen.

Twitter

PiXXart / Shutterstock.com

Teile des E-Commerce-Teams entlassen

Es war eines der wichtigsten Themen im Sommer und Herbst 2015: Das Schlagwort Social Commerce verbreitet sich wie ein Lauffeuer, denn Twitter, Facebook und Co. hatten eine große Offensive angekündigt. Der Buy-Button sollte den Handel auf sozialen Netzwerken revolutionieren.

Nun ist der Traum ausgeträumt – zumindest für Twitter. Wie jetzt Insider berichten, legt Twitter seinen Buy-Button vorerst komplett auf Eis. Von dem rund 25-köpfigen E-Commerce-Team sollen einige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben, während die Übriggebliebenen teilweise in andere Teams integriert wurden. Die verblieben Mitarbeiter sollen sich, so buzzfeed.com, mit der Entwicklung von zwei anderen Produkten beschäftigen. Auf der einen Seite sollen die dynamischen Produktanzeigen weiter vorangebracht werden. Auf der anderen Seite steht das Thema Kundenservice, welches eventuell in der Zukunft auch wieder einen E-Commerce-Bestandteil beinhalten könnte.

Dynamische Produktanzeigen lohnen sich mehr

Das Aus des Buy-Buttons bei Twitter ist das wohl eindeutigste Zeichen dafür, dass Social Commerce bisher nichts weiter als eine Blase war. „Die Menschen kaufen aktuell nicht auf Social Media. Sie kaufen nach wie vor am meisten im mobilen Web“, erklärte ein mit den Geschehnissen vertrauter Insider. „Es gibt zwar nach wie vor eine aktive ‚Buy Now‘-Card auf Twitter, aber in die wird keine Arbeit mehr gesteckt. Es wird keine Produktweiterentwicklung geben.“

Währenddessen will sich Twitter mehr auf die dynamischen Produkt-Werbeanzeigen konzentrieren. Kein Wunder: Angeblich sind die Klickrate und die Conversion-Rate bei den dynamischen Anzeigen doppelt so hoch wie bei den regulär promoteten Tweets.

Zurück zum Kerngeschäft

Mit dem Ende des E-Commerce-Ausfluges scheint sich Twitter zukünftig erst einmal wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren zu wollen. Die Bestrebungen zum Social-Commerce wurden unter Ex-CEO Dick Costolo begonnen. Der aktuelle Twitter Chef Jack Dorsey will sich hingegen auf das Kerngeschäft konzentrieren, weswegen die Auflösung des E-Commerce-Teams nur ein entsprechender Schritt in diese Richtung ist. „Es besteht mehr Interesse daran, den Fokus auf das Kerngeschäft zu legen und das andere aufzugeben“, heißt es von einem ehemaligen Twitter-Angestellten mit Beziehungen zum E-Commerce-Team. „Das innovative und experimentelle „könnte, sollte, vielleicht passiert es in zwei Jahren“ ist bei Twitter komplett abgeschafft“, kommentiert ein weiterer Insider die Entwicklungen.

Twitter selbst hat sich zu dem Aus des Buy-Buttons nicht geäußert. Auf Anfrage von buzzfeed.com heißt es von einem Unternehmenssprecher, dass man sein Engagement bei den dynamischen Werbeanzeigen verstärken will.  

 

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