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EU will Kostensenkung für grenzüberschreitende Sendungen

Veröffentlicht: 12.06.2017 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 12.06.2017 | Gelesen: 2124 mal

In der Zukunft soll der Online-Handel innerhalb der EU-Grenzen einfacher werden. Die Handlungsträger planen dazu nicht nur den Abriss bestehender Barrieren, sondern auch die Optimierung von Prozessen. Nicht nur der Kostenfaktor, sondern auch andere Aspekte rücken dabei in den Fokus, um dem Binnenhandel Rückenwind zu verleihen.

Logistiker: Paket vor Haustür
© Monkey Business Images – shutterstock.com

Wie kann der internationale Handel innerhalb der EU vorangetrieben werden? Wie kann man den grenzüberschreitenden Versand für Verkäufer einfacher gestalten und Kunden gleichzeitig animieren, auch ausländische Händler bei ihren Shopping-Trips zu berücksichtigen? – Der EU-Rat hat jüngst besonders den Aspekt der Preistransparenz ins Auge gefasst, um eine solche Entwicklung zu forcieren.

Logistiker: EU-Rat will Preisvergleich ermöglichen

Das Gremium will die Preise von Paketdiensten grundsätzlich transparenter machen und Händlern dadurch Kosteneinsparungen ermöglichen. Auch eine stärkere Aufsicht der Logistiker soll Kostensysteme optimieren. Dies dürfte sowohl im Sinne der Käufer als auch im Sinne der Verkäufer sein. Die EU-Kommission hatte zu diesem Thema bereits einen Verordnungsentwurf verfasst, den der EU-Rat am vergangenen Freitag laut Heise Online nun festgelegt hat – allerdings mit einigen Änderungen.

Aktuell kann es durchaus zum Problem werden, die Angebote und Preissysteme der verschiedenen Logistiker zu überblicken. Die Frage, ob es vielleicht einen Dienstleister gibt, der den Versand mit gleichen Standards, aber preisgünstiger vornimmt, dürfte einige Anbieter umtreiben. Um diesem Problem beizukommen, will der EU-Rat eine spezielle Website einrichten, auf der sich Nutzer (das heißt Händler und Kunden) einen Überblick über die Tarife für grenzüberschreitende Lieferungen verschaffen können. Auf diesem Weg soll der Anbietervergleich gravierend vereinfacht und auch der Wettbewerb angekurbelt werden.

Die neue Website soll laut Heise Online auf Informationen beruhen, die die nationalen Regulierungsbehörden zusammenstellen und dies dann nach Brüssel schicken.

Stärkere Aufsicht der Logistiker

Für Logistiker innerhalb der EU könnten die Bestrebungen des EU-Rates darüber hinaus einen Mehraufwand bedeuten, denn der Rat fordert tiefere Einblicke in die Welt der Unternehmen. Demnach sollen die Logistikdienstleister den Aufsichtsbehörden verschiedene Interna offenlegen: darunter zum Beispiel der Jahresumsatz, die Zahl der beschäftigten Mitarbeiter, die Namen der kooperierenden Subunternehmer oder auch die Zahl der bearbeiteten Sendungen im Jahr.

Um kleinere und mittlere Firmen nicht mit Bürokratieaufwand in die Knie zu zwingen, soll für Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern eine Ausnahmeregelung gelten. „Strengere Auflagen sind dagegen für sogenannte Unversaldienstleister vorgesehen, die mindestens ein Land ganz abdecken. Dort sollen die Regulierer besonders auf ‚kostenorientiere Dienste‘ achten, während den Anbietern im Gegenzug Zugeständnisse wie eine Ausnahme von der Mehrwertsteuer gemacht werden könnten“, schreibt Heise weiter.

 

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