Amazon will verhindern, dass Kunden im Laden Preise vergleichen

Veröffentlicht: 16.06.2017 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 11.09.2017

Online hat sich Amazon bereits die kühnsten Träume erfüllt. Auch auf stationärer Ebene hat das Unternehmen viele Pläne in petto und plant den Angriff auch auf der Fläche. Dass Amazon die Kunden dabei sozusagen an der kurzen Leine führen will, ist eigentlich nicht überraschen. Ein neues Patent verrät mehr.

Amazon-Logo auf Glas
© Jonathan Weiss – shutterstock.com

Eine Handvoll Buchläden kann Amazon in den USA bereits vorweisen. Folgen sollen wahrscheinlich noch viele weitere. Auch hauseigene Supermärkte sind bereits in Planung und niemand weiß genau, was Amazon auf stationärer Ebene sonst noch so ausheckt. Ein neues Patent aus dem Technologiebereich macht nun aber auch deutlich, dass Amazon mit seinen stationären Kunden ganz konkrete Pläne hat und diese fest unter Kontrolle halten möchte.

Wie das gehen soll? Mithilfe eines neuen Patents.

Amazon: Kontrolle ist alles!

Nach Informationen von Mashable umfasst dieses Patent eine Technologie, die es verhindern soll, dass Kunden in den Geschäften zu ihren Smartphones greifen und die Amazon-Preise vor Ort mit Anbietern aus dem Internet vergleichen.

Kurios ist das schon: Schließlich ist Amazon selbst groß geworden, indem das Unternehmen häufig mit niedrigeren Preisen als die stationären Konkurrenten aufgetreten ist. Diese Anbieter beklagten stets, dass Kunden sich in Filialen vor Ort informieren und beraten lassen und am Ende doch online bei Amazon kauften. Nun – da Amazon selbst stolzer Besitzer stationäre Filialen ist – will das Unternehmen jedoch verhindern, dass man dieses Kundenverhalten am eigenen Leib erfahren muss.

Amazon fängt Suchanfragen ab

Das System wird unter dem Namen „Online-Shopping-Kontrolle in stationären Filialen“ geführt. Es soll in der Lage sein, bestimmte URLs, Suchbegriffe oder andere Web-Aktivitäten abzufangen, die im Wi-Fi-Netz innerhalb der Amazon-Filialen auftauchen. Kurzum: Besucht ein Kunde die Website eines Konkurrenten oder sucht nach einem speziellen Produkt wird dieser Vorgang vom System registriert und könnte dem Nutzer laut Patent einen digitalen Gutschein zusenden, der den Preisunterschied zwischen dem Amazon-Produkt im Laden und dem entsprechenden Online-Angebot eines Konkurrenten abdeckt.

Auch gäbe es die Möglichkeit, einen Angestellten der Amazon-Filiale loszuschicken, der den Kunden sozusagen abfängt und ihn (im besten Fall) durch Beratung und Zusprache zum Kauf vor Ort verführt. Mashable zeigt die vielen Möglichkeiten des Technik-Patents auf und mutmaßt, dass der Kunde natürlich auch davon abgehalten werden könnte, weiter nach Konkurrenzpreisen zu schauen.

Amazon scheint mit diesem neuen Kunden-Kontroll-System seinem Ruf mal wieder alle Ehre zu machen. Und etwas dem Zufall zu überlassen liegt eben nicht im Naturell des Konzerns.  

Kommentare  

#2 Ananassa 2017-06-16 14:00
Geht's noch?
Wieder ein Grund mehr warum Amazon unter staatlicher Kontrolle bzw. zerschlagen werden muss!
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#1 Heidemann 2017-06-16 11:05
den Aufschrei hätte man eigentlich auch ohne Meldung hier bis Kreuzberg hören müssen - aber Nein nichts.
das wird hier geschildert ,fast wie ein Kavaliersdelikt oder netter Zaubertrick ?
wo bleiben da die Verbraucherschü tzer ? Verkäuferschütz er gibt es ja sowieso keine ?
(natürlich nur die gemeint - die keine Großkonzerne sind)
eigentlich hätte ich jetzt hier gleich die Stellungnahme von x-Anwälten erwartet - die schnell mal mit Klagen in Milliarden-Höhe drohen.
vom Staat oder EU ist ja sowieso nicht´s zu erwarten.
ausser vielleicht einen Kaffeeklatsch zum Thema - wann es endlich nur noch Großkonzerne und glückliche "Privatiers" als Anbieter gibt !?
für Aktionismus gibt´s ja dann die mittleren bis kleinst-online- Händler - die Ihren Kunden nicht mal eine Werbemail senden dürfen ohne Abmahngefahr.
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