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Wann endet endlich dieser logistische Albtraum?

Veröffentlicht: 30.01.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 30.01.2019
Wütende Frau, der Dampf aus den Ohren kommt

Stellen Sie sich vor, Sie schließen einen neuen Handy-Vertrag ab und der Anbieter wirbt damit, dass Kunden ihr neues Handy bereits am nächsten Tag via Overnight-Lieferung in den Händen halten können. Klingt toll, oder? Ja… wenn da nicht die kleine Hürde der Lieferung wäre … Ich warte nämlich schon seit 2 ½ Wochen (IN WORTEN: ZWEIEINHALB WOCHEN) auf meine Overnight-Lieferung.

Mein emotionaler Gesundheitszustand hat inzwischen alle denkbaren Phasen durchgemacht: Freudige Erwartung, Anspannung, Enttäuschung, Trauer, Wut, Verständnis, neue freudige Erwartung, Unverständnis. Und mittlerweile bin ich in einer Art emotionalen Blase angekommen, in der ich immer mal lache und immer mal weine.

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Händler top, Logistik flop

Ich muss sagen: Vom eigentlichen Händler hätte man wirklich nicht mehr erwarten können! Als die Handy-Sendung nämlich nach vier/fünf Tagen trotz versprochener Übernachtlieferung noch immer nicht da war, rief ich bei meinem Anbieter an und fragte nach einer Lösung. Die freundliche Dame im Kundenservice bestätigte mir, dass das Paket laut Sendungsverfolgung einfach in einem nahe gelegenen Logistikzentrum feststeckt. Statt mich aber abzuwimmeln, fackelte sie nicht lange und schickte einfach ein neues Handy los. Um die Probleme mit dem ersten Paket müsste ich mich nicht mehr kümmern, meinte sie.

Es hätte alles so schön werden können mit mir und dem neuen Handy. Doch auch das zweite Paket erreichte mich nicht am nächsten Tag. Und auch nicht am übernächsten …

Logistik aus der Hölle

Nachdem auch das zweite Paket im Logistikzentrum feststeckte, verdoppelte ich meine Anstrengungen und begann zu recherchieren. Ich fand heraus, dass der ausgewählte Paket-Shop, an den ich das Handy schicken ließ, derzeit gar nicht geöffnet hat und erst in einigen Wochen wieder erreichbar ist.

Schön! Ganz toll! Denn davon war keine Rede, als ich mir den Shop mithilfe des Logistik-Plugins bei der Bestellung aussuchte. Dabei wäre es doch die Aufgabe des Logistikers, anzuzeigen, wenn ein Logistik-Shop außer Betrieb gesetzt wird. Und sicher wurden auch andere Kunden nicht über den geschlossenen Shop informiert.

Na gut. Ich bin ja ein Kind der Hightech-Welt. „Ich schaffe das“, sagte ich mir. – Mithilfe der Sendungsverfolgung leitete ich das Paket um. Doch auch nach einer knappen Woche tat sich nichts an der Sendung. Ein erster Anruf beim Kundenservice brachte nichts. Ich wurde vertröstet. Einen zweiten Anruf einige Tage später nutzte ich, um eine Paketrecherche in Auftrag zu geben. Auch auch das half bis jetzt nichts.

Und das Schlimmste: Im Kundenservice wurde mir mehrfach mitgeteilt, dass es im Logistikzentrum in meiner Region gerade massive Störungen gibt.

Macht was. Jetzt!!!!!!

Jetzt sitze ich also hier. Mit einer pulsierenden Ader an der Stirn und einem drohenden Magengeschwür. Und ohne Handy. Nach zweieinhalb Wochen.

Und wenn ich darüber nachdenke, dass ich – abseits dieses aktuellen Desasters – regelmäßig in langen Schlangen in verschiedenen Paketshops stehe und die Zeit sinnlos mit Warten verbringe, dann wünsche ich mir nichts sehnlicher, als eine Lösung. Eine, die funktioniert!

Ich brauche keine Drohnen und keine Roboter. Ich brauche keinen logistischen Schnickschnack. Ich brauche noch nicht einmal eine Nachhause-Lieferung. Ich wünsche mir eine Abholstation, die nicht aufgrund ihrer geringen Größe ständig überfüllt und „ausgebucht“ ist. Eine Station, die man mit Auto und Bahn gut erreichen kann. Und eine, die nicht nur Platz für die kleinen Pakete bietet, sondern auch große Pakete aufnehmen kann. Und das Wichtigste: Eine Station, an der ich Pakete verschiedener Logistiker abholen kann.

Und eine solche Station würde ein Leben voller glücklicher Online-Shopper ohne pulsierende Adern und Magengeschwüre mit sich bringen. Das wäre echt mal ein Ding!

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Tina Plewinski

Kommentare  

#1 sandra 2019-01-31 08:41
Jammern auf hohem Niveau!

Warum nicht direkt im Laden gekauft, wenn es schnell sein muss.

Wenn man sich mal die AGB der Logistiker ansieht, dann steht da explizit, dass keine Lieferzeiten gewährleistet werden. Das der Händler es tun muss ist ein Fehler des Systems.

Zu Overnight: Das wird meines wissens per Express/Kurier gesendet und kann gar nicht an Paketshops zugestellt werden.

Meine Bitte: Nicht mehr jammern und es nun mal akzeptieren. Du wolltest Versand und wo Menschen und Maschinen sind kann es Probleme geben. Da kann weder der Händler noch der Logistiker etwas für.
Kauf es dir im Laden und schick die Sachen zurück wenn Die eintreffen.

@Händlerbund: Kleiner Tipp - Setzt euch doch mal für verbindliche Lieferzeitangab en bei den Logistikern ein.
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