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Eingeschränkter Service möglich

Die Deutsche Post plant für den Notfall

Veröffentlicht: 30.03.2020 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 30.03.2020
Logo der Deutschen Post und DHL auf Fahnen

Pakete und Briefe werden auch in der aktuellen Coronakrise zugestellt. Während zahlreiche stationäre Händler und auch Dienstleister ihre Geschäfte schließen oder zumindest einschränken mussten, gilt die Post als systemrelevante Institution, deren Betrieb aufrechterhalten wird.

Dennoch scheint sich die Deutsche Post auch auf das Schlimmste vorzubereiten. Wie die Welt mit Verweis auf die Welt am Sonntag berichtet, hat das Unternehmen mit Blick auf die Coronakrise einen Notfallplan erarbeitet. Dieser Plan spielt gewisse Szenarien durch, in denen der Krankenstand innerhalb des Unternehmens akut zunehmen sollte und demzufolge eine eingeschränkte Zustellung nötig sei.

Mögliches Szenario: Zustellung nur noch an „postbevorrechtigte Kunden“

Auf insgesamt 20 Seiten führt die sogenannte „Notfall Planung Betrieb Covid-19“ unter anderem auf, wie eine Zustellarbeit in Quarantäne-Gebieten aussehen kann. „Demnach werden in ‚geschlossenen Gebieten' in extremen Situationen lediglich Einschreibebriefe und Sendungen an ‚Postbevorrechtigte' in der Zustellung bleiben“, heißt es dort. Als „Postbevorrechtigte“ gelten demzufolge einzig die „Prio-Produktgruppe 50 oder 51“, womit Empfänger wie etwa Behörden und Gesundheitseinrichtungen gemeint sind.

Gesetzlich ist die Post grundsätzlich dazu verpflichtet, auch in extremen bzw. Ausnahmesituationen die Zustellungen von Sendungen in bestimmten Sektoren – und an „postbevorrechtigte Kunden“ – aufrechtzuerhalten. Dies ist im „Gesetz zur Sicherstellung von Postdienstleistungen“ geregelt. Zu nennen wären an dieser Stelle Regierungen auf Bundes- und Landesebene, die Bundeswehr, das Gesundheitswesen oder der Bereich Justiz.

Deutsche Post: Auch ein Annahmestopp wird geregelt

Die Szenarien in den Notfallplänen unterscheiden beispielsweise zwischen einem Krankenstand bei der Deutschen Post von weniger als zehn Prozent: In diesem Fall liege der Normalbetrieb vor. Steigt die Quote der Erkrankten innerhalb des Unternehmens auf bis zu 30 Prozent, würde es demnach zu einem eingeschränkten Betrieb kommen. Noch höhere Ausfälle hätten einen stark eingeschränkten Betrieb zur Folge.

Liegt der Krankenstand bei mehr als 30 Prozent, sehen die Pläne eine Zustellung von Briefen und Paketen an nur noch drei Tagen vor. Überschreitet der Krankenstand die 60-Prozent-Hürde sind nur noch zwei Werktage vorgesehen. In extremen Ausnahmesituationen, in denen der Krankheitsstand mehr als 80 Prozent beträgt, würden Sendungen nur noch an einem einzigen Wochentag zu den Empfängern gebracht.

Im schlimmsten Fall, wenn die Lagerkapazitäten erschöpft seien, komme es zu einem Annahmestopp: „Unter derartigen Bedingungen müssen dann Millionen an Sendungen eingelagert werden“, heißt es weiter. Kapazitäten sind demnach durchaus vorhanden. 200 Millionen Sendungen werden hier als Zahl genannt. „Dafür sollen zusätzliche Lagerhallen angemietet werden, inklusive einer Bewachung.“

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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