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Gastartikel

Wie starten Online-Händler mit Dropshipping durch?

Veröffentlicht: 29.07.2020 | Autor: Gastautor | Letzte Aktualisierung: 29.07.2020
Geschäftsfrau im Lager

Dropshipping ist eine Art des Online-Handels, bei der der Händler Produkte, ohne sie selbst auf Lager zu haben, in seinem Online-Shop anbietet. Wenn ein Kunde ein Produkt im Online-Shop bestellt, versendet der Shop-Betreiber es nicht selbst, sondern bestellt das entsprechende Produkt automatisch beim Hersteller oder Großhändler. Dieser schickt es dann auch direkt zum entsprechenden Kunden.

Der Shop-Betreiber oder auch Dropshipper hat dadurch keinen Kontakt mit den Produkten. Und das ist der große Unterschied zum klassischen Einzelhandel, bei dem Produkte in großen Mengen bestellt, gelagert und dann natürlich auch zum Kunden gesendet werden müssen. Dropshipping spart die Bereiche Lagerhaltung und Logistik komplett ein. Es wird ein Glied der Kette übersprungen: das sogenannte Streckengeschäft. 

Kosten

Natürlich ist Dropshipping für Online-Händler auch mit Kosten verbunden. Besonders zu nennen sind hier:

  • Handling-Gebühren
  • Mindermengenzuschläge
  • Versandkosten
  • Werbekosten

Bei den Versandkosten handelt es sich um marktübliche Versandkosten, wobei Großhändler häufig Sonderkonditionen der Paketdienste beanspruchen können. Es kann vorkommen, dass man als Online-Händler mit Zuschlägen für Kleinstmengen konfrontiert wird. Großhändler schützen sich damit vor Kleinbestellungen.

Die Handling-Gebühren werden meist pro Artikel fällig und decken die Kommissionierung und das Verpacken der einzelnen Produkte.

Vor- und Nachteile von Dropshipping

Dropshipping wird immer mit dem schnellen, einfachen Geld beworben. Doch was sind die tatsächlichen Vor- als auch Nachteile des Modells? Im Vergleich mit dem klassischen Einzelhandel werden diese schnell deutlich.

Die Vorteile

Dropshipping hat den großen Vorteil, dass man schon mit sehr wenig Kapital starten kann. Investitionen wie Lager oder Logistik fallen weg und es müssen im Vorfeld keine Waren eingekauft werden. Als Online-Händler mit Dropshipping kann man sich also voll und ganz auf die Präsentation der Produkte und das Marketing konzentrieren.

Die Kapitalbindung ist dazu sehr gering. Man kann schließlich nicht auf überschüssiger Ware sitzen bleiben. Darüber hinaus kann das Sortiment immer ohne Probleme erweitert werden, es herrscht also eine hohe Skalierbarkeit vor.

Zu guter Letzt lässt sich das Angebot auch vergleichsweise leicht auf den internationalen Markt erweitern.

Die Nachteile

Dropshipping ist auch mit Nachteilen verbunden. Oftmals generiert das Modell niedrigere Margen, gerade bei geringem Transaktionsvolumen. Die Warenbestände sowie Versandwege und die Liefersituation sind vom Dropshipper außerdem nur eingeschränkt kontrollierbar.

Ein großes Problem beim Dropshipping sind die Retouren. Es müssen einige Fragen im Vorfeld geklärt werden, etwa: Wohin soll der Kunde retournieren? Oder wer kümmert sich überhaupt um das Handling der Retouren? In dem Zusammenhang ist die Kundenzufriedenheit einfach schwer kontrollierbar.

Wie startet man richtig mit Dropshipping?

Nun kommen wir zu der wichtigsten Frage: Wie startet man richtig mit dem Dropshipping durch? Wenn man mit dem Dropshipping anfängt, wird man mit vielen verschiedenen Angeboten und Dienstleistern konfrontiert. Wie in jedem Geschäft gibt es auch hier einige Dinge, auf die man achten sollte.

Den richtigen Dropshipping-Dienstleister finden

Den richtigen Dropshipping-Dienstleister und Partner zu finden, ist nicht immer so einfach. Seriöse Partner sind allerdings meist renommierte Großhändler, die ihr Angebot um Dropshipping erweitert haben. Diese haben langjährige Erfahrung und das kann man auch anhand eines Handelsregisterauszugs nachvollziehen. Kapitalgesellschaften sind in der Regel robuster aufgestellt als zum Beispiel Einzelunternehmen oder Personengesellschaften.

Um den richtigen Partner für ein Dropshipping-Unternehmen zu finden, sollte man Schritt für Schritt vorgehen:

Die Recherche im Internet: Die Suchmaschine eignet sich perfekt, um Großhändler zu finden, die auch Dropshipping anbieten. Ein wichtiges Merkmal für Seriosität ist hier, dass der Großhändler ausschließlich an Wiederverkäufer verkauft. Außerdem sollte auf die Zahlungsmodelle geachtet werden. Monatliche Gebühren sollten gemieden werden, sie sind kein Zeichen für einen seriösen Partner.

Lieferantenverzeichnisse nutzen: Lieferantenverzeichnisse wie die Gelben Seiten, Europages oder Alibaba liefern auch interessante Ergebnisse als zusätzliche Recherche-Möglichkeit zu der Suchmaschine.

Dropshipping-Netzwerk: Der Aufbau eines Netzwerks ist auch beim Dropshipping sehr wichtig. Fachmessen sind ein guter Ort, um direkt persönlich mit wichtigen Ansprechpartnern in Kontakt zu treten.

Dropshipping-Marktplätze: Auch Dropshipping-Marktplätze wie Ebay oder Amazon können Aufschluss über erfolgreiche Produkte und auch Großhändler geben.

Worauf sonst noch zu achten ist

Zu guter Letzt haben wir noch weitere relevante Punkte aufgelistet, die für ein erfolgreiches Dropshipping-Business unabdingbar sind. 

Synchronisation von Beständen: Ein großes Problem im Dropshipping sind falsche Bestände. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Bestandsdaten ohne Zeitverzug übermittelt werden und der Kunde so auf verlässliche Informationen zurückgreifen kann. Der Partner sollte also möglichst in kurzen Abständen oder sogar in Echtzeit Daten zu den Beständen liefern.

Synchronisation von Preisen: Beim Dropshipping kann es schnell zur unbemerkten Preiserhöhung von Einkaufspreisen kommen. Man befindet sich als Dropshipper dadurch schnell im Verlustbereich. Preis-Updates sollten also so gut es geht sofort übermittelt werden, um dem Problem aus dem Weg zu gehen.

Versandstatus korrekt übermitteln: Sobald die Ware versendet wurde, muss der entsprechende Kunde korrekte Benachrichtigungen und Updates zur Lieferung bekommen. Die Angaben sollten möglichst aktuell und korrekt sein.

Verlässliche Liefertermine: Im Online-Shop sollten immer realistische Lieferzeiten angegeben werden. Es sollten lieber großzügige Lieferzeiten angegeben werden, als hinterher Beschwerden und negatives Feedback der Kunden zu erhalten.

Retouren und Reklamationen: Bei Retouren oder Reklamationen sollte darauf geachtet werden, dass auf den Lieferpapieren die richtige Rücksendeadresse verzeichnet ist. Meist ist der Händler die erste Anlaufstelle bei Retouren. Bei einer Reklamation kommt es auf die Servicevereinbarungen mit dem Lieferanten an.

Kundenzufriedenheit: Wichtig ist es, die Kundenzufriedenheit im Blick zu behalten. Durch die fehlende Kontrolle können immer wieder Probleme entstehen, auf die professionell und richtig reagiert werden muss, um die Kundenzufriedenheit zu erhalten.

Über den Autor

Kevin Helfenstein ist Coach und seit 2016 im E-Commerce aktiv. Mit seiner Agentur Helfenstein Consulting hat er sich darauf spezialisiert, Kunden beim Aufbau ihres Online-Geschäfts zu unterstützen und ihren digitalen Erfolg zu fördern. Gemeinsam mit seinem Team brachte Kevin es mit zwei seiner Shopify-Shops unter die Top 10 aller Shopify-Shops.

Kommentare  

#2 Major Tom 2020-08-06 11:59
Einzelne Produkte durch ganz Europa, oder sogar weltweit, zu verschicken ist ökologisch gesehen eine einzige Katastrophe! Absurdes Geschäftsmodell meines Erachtens. Nur für die Vermittler toll.
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#1 Avenger 2020-08-06 06:38
In einigen Fällen ist "Dropshipping" für Kunden inakzeptabel.

Besonders bei reinen Vermittlungspla ttformen wie "moebel24".

Meine Tochter hatte da mal 3 Artikel bestellt, die alle von unterschiedlich en Firmen zu unterschiedlich en Zeiten geliefert werden sollten.

Für Berufstätige schlicht nicht machbar, sich dafür 3 tage frei zu nehmen.
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