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Der frühe Vogel

Die Lieferketten sind am Limit – ausgerechnet im Weihnachtsgeschäft

Veröffentlicht: 08.12.2020 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 08.12.2020
Frachtcontainer

Das Weihnachtsgeschäft gilt als große Hoffnung des krisengebeutelten Handels. In diesen Wochen hoffen viele Händler darauf, die verlorenen Umsätze etwas ausgleichen zu können. Doch wie das Handelsblatt berichtet, steht der Handel nun vor neuen Problemen: „Während die Nachfrage anzieht, fehlt der Nachschub“, schreibt das Magazin. Vor allem elektronische Produkte wie Notebooks, PCs und Monitore seien von Lieferengpässen betroffen.

So habe beispielsweise Oliver Hellmold, Chef von Notebooksbilliger, von knappen Waren im Markt gesprochen. Sein Unternehmen sei zwar noch lieferfähig, ob es aber bis Weihnachten reiche, „sei fraglich“. Von Lieferengpässen seien auch Händler in den Bereichen Fahrräder, Sportartikel, Spielzeug und Mode bedroht.

Grund für die Situation seien überlastete Transportrouten in Asien. In Schanghai etwa bleibe dem Bericht zufolge momentan jeder vierte Container stehen. Die Frachter seien schlichtweg ausgebucht, erklärt Lothar Thoma, Geschäftsführer Luft- und Seefracht der Spedition Gebrüder Weiss. Die Logistiker wollen deshalb auf die Bahn oder Flugzeuge ausweichen – oft vergeblich. „Einen Engpass dieser Form haben wir noch nie erlebt“, so Thoma. „Alle Routen sind betroffen.“

Das Problem werde vor allem dadurch verstärkt, dass viele Reeder Schiffe auf den Pazifik verlegt haben, um die stark steigende Nachfrage nach chinesischen Konsumgütern in den USA zu bedienen. Diese Frachter fehlen dann auf der Asien-Europa-Verbindung. Besserung sei frühestens im Februar nächsten Jahres zu erwarten, so die einhellige Meinung der Logistikexperten.

Selbstfahrende Autos: Uber wirft hin

Der US-amerikanische Fahrdienstvermittler Uber gibt seine Advanced Technologies Group (ATG), die für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge verantwortlich war, an das StartUp Aurora ab. Wie Heise Online berichtet, zahlt Uber zudem 400 Millionen US-Dollar und wird künftig 26 Prozent an Aurora halten und einen Sitz im Verwaltungsrat erhalten.

Uber muss seine eigenen hohen Verluste eindämmen. Die ATG-Sparte hatte zuletzt für Verluste von mehr als einer Million Dollar pro Tag gesorgt. Neben dem Rückzug aus dem Wettkampf um selbstfahrende Autos hat Uber auch dutzende Büros geschlossen, tausende Mitarbeiter entlassen und sich aus mehreren Ländern zurückgezogen. 

G7-Länder wollen Digitalwährungen regulieren

Facebook könnte eine erste Version seiner Libra-Digitalwährung starten. Zunächst soll eine abgespeckte Version kommen, die nur an eine Währung gekoppelt sei. Inzwischen hat Facebook seine Währung in Diem umbenannt. Doch den Widerstand in der Finanzwelt kann das Unternehmen damit nicht einfach brechen, berichtet t3n.

„Wir haben zur Kenntnis genommen, dass das Libra-Projekt nun in einem neuen Gewand – unter der Marke ‚Diem‘ – loslegen möchte“, erklärte der deutsche Finanzminister Olaf Scholz nach einer Beratung mit den Finanzministern und Zentralbanken der G7-Staaten. „Aber, ein Wolf im Schafspelz bleibt ein Wolf.“

Die G7-Länder haben bei der Beratung nochmals bekräftigt, dass sie Digitalwährungen streng regulieren wollen. Ein Einstieg von Libra in Deutschland oder Europa sei ohne Regulierung nicht denkbar. Die Zulassung von Libra bzw. Diem im Januar steht damit noch in den Sternen.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für: Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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