Der frühe Vogel

Entlastung der Logistik: Galaxus wirbt mit langsamer Lieferung

Veröffentlicht: 19.08.2022 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 19.08.2022
Schild mit dem Logo des Schweizer Online-Händlers Galaxus

Online-Riesen wie Amazon haben superschnelle Lieferungen, teilweise noch am selben Tag, zum Standard gemacht. Was für viele Kundinnen und Kunden mittlerweile ein wichtiges Kaufkriterium ist, setzt Händler jedoch unter Druck und ist eine massive Belastung für die Logistik-Teams.

Diesem Trend zur Schnelligkeit will sich der Schweizer Online-Händler Galaxus offenbar widersetzen – mit einem ungewöhnlichen Service: Ab sofort will das Unternehmen bei Bestellungen im Check-out die Option „langsame Lieferung“ zur Wahl stellen. Wenn Shopperinnen und Shopper also Produkte nicht eilig brauchen und ein paar Tage länger darauf warten können, dann haben sie die Möglichkeit, etwas Druck von den Teams aus der Logistik zu nehmen. Diese Liefervariante steht in den hauseigenen Online-Shops Galaxus sowie Digitec zur Verfügung, und das in der gesamten DACH-Region. 

„Wer ein Häkchen setzt, entlastet unsere Logistik-Crew – besonders am geschäftigen Montag sowie am Abend“, heißt es in der entsprechenden Unternehmensmitteilung. Montags sei der Druck im Team besonders groß, weil an diesem Tag nicht nur die Bestellungen des Tages, sondern auch die des Wochenendes abgefertigt werden müssen. Mit der neuen Schneckenpost-Option könne die Firma ihr Lieferversprechen „noch verlässlicher einhalten“ und die Teams schonen. „Die Produkte, die wir selbst an Lager haben, dürfen dann ein oder zwei Tage später als üblich ankommen. Für Paketsendungen haben wir also zwei bis drei Arbeitstage Zeit, bis das Paket im Briefkasten oder vor der Haustüre liegen soll.“

Nicht nur für Entlastung könnte die neue Liefervariante sorgen, sondern auch finanzielle Einsparungen zur Folge haben. Das gesparte Geld könne dann an anderer Stelle investiert werden.

Opioid-Krise: Hohe Strafe für Walmart und andere Firmen

Die Opioid-Krise in den USA hat Hunderttausende Menschen das Leben gekostet: In den letzten 20 Jahren sollen in den Vereinigten Staaten mehr als eine halbe Million Menschen einer Opioid-Überdosis zum Opfer gefallen sein. Der rapide Anstieg an Drogentoten sorgte in den vergangenen Jahren weltweit für Aufsehen. 

Nun müssen sich mehrere Unternehmen ihrer Verantwortung stellen, denn ein US-Bundesgericht hat den Einzelhändler Walmart sowie die beiden Apothekenketten Walgreens und CVS zu einer Strafzahlung in Höhe von 650 Millionen Dollar verurteilt, die diese an stark betroffene Regionen im Bundesstaat Ohio leisten müssen. Dort sollen die Gelder unter anderem Bildungs- und Präventionsprogramme finanzieren.

Walmart, Walgreens und CVS tragen nach Meinung des Geschworenengerichts eine Mitverantwortung für die Opioid-Krise, da sie ein „,Überangebot‘ an opioidhaltigen Schmerzmitteln geschaffen“ hatten, berichtet Spiegel Online. Es sei das erste Mal gewesen, dass nicht Hersteller, sondern Händler zur Verantwortung gezogen wurden.

Regierung senkt Mehrwertsteuer auf Gas

Die Bundesregierung reagiert auf die massiv gestiegenen Preise und senkt daher die Mehrwertsteuer auf Gas deutlich – und zwar von bisher 19 Prozent auf sieben Prozent. Mit diesem Schritt, der für einen befristeten Zeitraum umgesetzt werde, sollen die Gaskunden entlasten werden.

Die Pläne der Regierung stoßen jedoch auch auf Kritik: Ökonomen kritisierten die Maßnahme als „Gießkannenprinzip“, kommentierte nach Angaben des Manager Magazins etwa Jens Südekum, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Bundeswirtschaftsministeriums. Vonnöten wäre seiner Meinung nach „eine Politik, die Preissignale wirken lässt und Belastungen dort abfedert, wo es notwendig ist: bei Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen.“ Beides werde durch die anvisierte Senkung der Mehrwertsteuer verfehlt.

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Über die Autorin

Tina Plewinski
Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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