Sendung an deutsche Adresse

Österreichische Post erleichtert Versand aus deutschen Online-Shops

Veröffentlicht: 07.06.2024 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 07.06.2024
Österreichische Post Filiale

Bestellungen aus Österreich in deutschen Online-Shops könnten aufgrund einer Neuerung der dort ansässigen Post jetzt womöglich zunehmen: Die Österreichische Post hat jetzt den neuen Service „AllesPost Deutschland“ gestartet. Damit erhalten Online-Käufer:innen aus Österreich die Möglichkeit, sich Bestellungen auch von deutschen Shops zusenden zu lassen – auch, wenn diese eigentlich keinen Versand in das Nachbarland anbieten.

Um also Enttäuschungen im Check-out zu vermeiden, können sich Empfänger:innen aus Österreich eine deutsche Adresse einrichten lassen, an die sie ihre Pakete schicken lassen können. Mithilfe der Österreichischen Post kommt die Online-Bestellung dann dennoch an der österreichischen Wohnadresse an, kündigte das Unternehmen jetzt an.

So funktioniert AllesPost Deutschland

„Unsere Marktforschungen zeigen, dass knapp 90 Prozent der heimischen Online-Shopper:innen schon einmal Waren bestellen wollten, die nicht nach Österreich, aber nach Deutschland lieferbar waren“, führt Peter Umundum, Vorstandsdirektor für Paket & Logistik, Österreichische Post AG, zur Einführung des neuen Angebots aus. Für diesen Fall können Käufer:innen jetzt ihre neue deutsche AllesPost-Adresse angeben. 

Die Lieferung an diese Adresse wird von einem Kooperationspartner übernommen und anschließend an die Österreichische Post übergeben. Ab der Paketübernahme stehen alle Empfangsoptionen des österreichischen Logistikers zur Verfügung. Die Zustellung soll dann nur einen Tag später erfolgen. Österreichische Kund:innen, die das Angebot nutzen wollen, können sich dafür anmelden. Die Anmeldung ist kostenlos, aber bei einer Bestellung auf die individuelle AllesPost Deutschland-Adresse wird ein Pauschalpreis von 7,49 Euro pro Sendung erhoben. 

Versandangebot in deutschen Online-Shops?

Eine offizielle Funktion, mit der beispielsweise deutsche Händler:innen auf diesen Versandservice im Check-out hinweisen können, gibt es von der Österreichischen Post nicht. Shop-Betreiber:innen könnten aber beispielsweise individuell auf Kundenwünsche mit einem Hinweis auf das Angebot reagieren, wenn sie eine Versandoption nach Österreich bislang nicht standardmäßig anbieten.

Allerdings gibt es auch noch eine Hürde – nämlich die Frage der Rücksendemöglichkeiten. Noch wird nämlich an einer Retourenlösung in Kombination mit der AllesPost-Adresse gearbeitet: „Derzeit ist eine Retoure nur als Auslandssendung möglich“, so der Paketdienstleister.

Über die Autorin

Hanna Behn
Hanna Behn Expertin für: Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

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Kommentare  

#7 Bentlin 2024-06-12 14:08
Wieder so eine n€Ue Erfindung "zum Wohle des Verbrauchers" und auf Kosten der Händler ... - Für das, was früher zwischen EU-Ländern einfacher und günstiger funktionierte, wurde über EU-Regelungen alles komplizierter, und nun auch noch über eine zwischengeschal tete Poststellen Gebühren abgezapft. Obwohl es bei der Post boomt, wird alles teurer und vergünstigte Presse- und Light-Sendungen in Deutschland und Österreich abgeschafft. Unerklärt bleibt auch, wieso in anderen EU-Ländern völlig unterschiedlich e Postversandtari fe gelten oder Großunternehmen Discountpreise für Postsendungen eingeräumt werden. Das führt zur eindeutigen Wettbewerbsverz errung - wohl alles nur Zufall ..?
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#6 Mario 2024-06-10 13:00
Die Möglichkeit, an deutsche Paketstationen an der Grenze liefern zu lassen, die speziell diesen Service anbieten und es dann gegen Gebühr (weit weniger als 7,49 Euro) weiterleiten, gibt es längst. Wir haben das für unsere Kunden vorletztes Jahr im Shop eingerichtet, wurde nicht angenommen! Kunden wollen es unkompliziert und billig. Von daher: Klingt auf den ersten Blick wie eine gute Idee, aber auf den zweiten Blick, vor allem wenn ein routinierter Shopinhaber drauf schaut, eine Totgeburt, die nur wieder die Idiotie der europäischen Gesetzgebung verdeutlicht. Wir haben gerade erst letzte Woche einige weitere EU-Länder rausgeworfen, weil wir keine Lust auf Kosten von bis zu 500 Euro pro Jahr und Land und Bürokratiewahns inn haben. Inzwischen beliefern wir deshalb halb Europa nicht mehr, z.B. Pl, LT, Gr, BG, FI, LV, LU, RO, SE, SK, CY. Weitere werden sicher noch dazu kommen. Für Österreich und Spanien, auf die wir wegen großer Stammkundeschaf t nicht verzichten wollen, haben wir eine Murkslösung, wo Kunden über ihren Gewerbebetrieb, Bekannten mit Kiosk o.ä. B2B bestellen müssen, sonst gibts nix. So geht die EU-Idee durch die EU-Länder baden...
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#5 Ralf Ternes 2024-06-10 10:33
Erinnert mich ein wenig an "Mein Einkauf" wo Schweizer an eine Deutsche Adresse liefern lassen. Steuermäßig sieht es so aus, dass man die normale Deutsche Steuer nehmen muss, also 19 %. Es ist nicht entscheidend wer bestellt sondern wohin geliefert wird. Hier in dem Fall wäre es Deutschland. Die Österreichische Post wäre dann für die Steuer verantwortlich, weil diese die Bestellung in ihrem Namen ausser Landes bringt. Interessant wäre die Verpackung. Definitiv wäre der deutsche Händler nicht der Inverkehrbringe r in Österreich, daher greift das österreichische Verpackungsgese tz nicht beim deutschen Online-Händler. Da die Lieferung nach Deutschland geht, käme das deutsche Verpackungsgese tz in Frage. Die Frage ist aber, wer Vertragspartner mit dem Online-Shop ist, die Ösi-Post oder der Kunde in Österreich. Bei Ersterem sollte kein Verpackungsgese tz greifen, da es dann ein B2B Geschäft wäre. Dann bleibt aber alles andere offen, bzgl. der B2C Regeln, wie Retoure, Gewährleistungs pflicht, Widerrufsrecht etc. was entfallen würde wenn die Österreichische Post Vertragspartner wäre.
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#4 Peter 2024-06-10 09:45
Entfällt damit die Registrierung der Verpackungsmitt el in Österreich?
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#3 Dirk 2024-06-10 09:18
Ist ja echt witzig. Warum wohl liefern vor allem kleine Online-Shops nicht mehr nach Österreich? "Ausländische Versandhändler müssen ab 1. Januar 2023 einen Bevollmächtigte n bestellen, wenn sie nach Österreich versenden und entsprechend Verpackungen... " Erst vermiest die österreichische Regierung mit dem Verpackungsgese tz die Lieferungen nach Österreich, dann wird durch die Österreichische n Post ein Hintertürchen geschaffen. Dies wäre zwar eine Möglichkeit, österreichische Kunden ohne Registrierung gem. Verpackungsvero rdnung wieder zu beliefern, aber abwarten, bis die österreichische Regierung dahinter kommt.
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#2 Stefan Mathias 2024-06-10 09:14
Nachdem Österreich (und bald auch Dänemark) wegen der komplizierten und teuren Auflagen für Inverkehrbringe r von Verpackungsmate rial für kleine Onlinehändler wie mich als Markt uninteressant geworden ist, wird hier ein kreativer Lösungsweg angeboten. Sofern auch die Rechnungsadress e eine deutsche sein wird, haben Kunden des Alpenlands nun wieder eine Chance. Mal abwarten, wie das Angebot angenommen wird.
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#1 Markus Finke 2024-06-08 11:43
Danke für die Info

Wie ist dieses Angebot rechtlich und auch steuerlich zu beurteilen.

1. Wann gilt die Ware als zugestellt, bei Eintreffen des Paketes an der Deutschen Adresse?

2. Wer haftet nach Eintreffen des Paketes an der Deutschen Adresse? Verlust der Sendung durch die österreichische Post.

3. Welche MwSt gilt? Die Deutsche weil der Versand nach Deutschland geht, oder ggf. die höhere österreichische MwSt
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