Österreichische Post

Deutsche Adresse für Versand nach Österreich: Das sollten Online-Händler zum AllesPost-Service wissen

Veröffentlicht: 17.06.2024 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 17.06.2024
Person scannt Adress-Label auf Paket

Für deutsche Online-Shops, die Produkte nach Österreich versenden möchten, gelten seit dem 1. Januar 2023 neue Regelungen. So müssen deutsche Online-Händler:innen einen Bevollmächtigten bestellen, der für die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen für die in Österreich in Verkehr gebrachten Verpackungen zuständig ist. Da dies für deutsche Händler:innen mit einem höheren Kostenaufwand verbunden ist, versenden nicht mehr alle Shops auch ins Nachbarland.

Österreichische Kund:innen, die dennoch gern Waren aus Deutschland bestellen würden, obwohl der Shop nicht an ihre österreichische Empfängeradresse verschickt, können dafür jetzt den Service AllesPost Deutschland nutzen: Mit diesem erhalten sie eine Empfangsadresse in Deutschland und die Bestellung wird anschließend gegen eine zusätzliche Versandgebühr von der Österreichischen Post weiterversendet.

Das klingt für deutsche Shops gar nach einer Alternative, um eben nicht die oben genannten Vorschriften erfüllen zu müssen. Aber so einfach ist es natürlich nicht. Wir klären die wichtigsten Fragen.

Lassen sich mit AllesPost Deutschland Verpackungspflichten in Österreich umgehen?

Ein Sprecher der Österreichischen Post betont auf Nachfrage zu dem Angebot: „Dieser Service richtet sich nicht an deutsche Händler:innen, die ihre Waren nach Österreich versenden möchten.“ Der Service sollte also nicht für eigene Zwecke eingesetzt werden, um so die Verpackungspflichten in Österreich zu umgehen. 

Deutsche Adresse – eine Versandalternative?

Bei all diesen Vorteilen für die österreichische Online-Kundschaft lässt sich dieses Versandangebot der Österreichischen Post also nicht einfach als Ersatz für ein Versandangebot nach Österreich in einen deutschen Online-Shop integrieren. 

Für den normalen Versand von Deutschland nach Österreich sind bereits Netzwerke und Services vorhanden, diese unterstützt die Austrian Post International Deutschland oder auch die DHL, für die die Österreichische Post in Österreich auch die exklusive Zustellpartnerin ist, stellt der Postdienstleister klar. 

Kann man den Service für die deutsche Versandadresse im Check-out integrieren?

Wenn Händler:innen regelmäßig Waren nach Österreich versenden wollen, müssen sie auch alle typischen Pflichten erfüllen, sei es zur Registrierung der Verpackungsmittel in Österreich oder zur Umsatzsteuer. Das Angebot der Österreichischen Post kann also womöglich lediglich als kulanter Hinweis von Shopbetreiber:innen, beispielsweise auf Nachfrage, dienen. 

Gibt es weitere Dienstleister, die einen Versand an eine deutsche Adresse anbieten?

Neu ist diese Versandvariante tatsächlich nicht. Derlei Weiterleitungsservices gibt es laut dem Verbraucherportal Paketda von privaten Anbietern bereits seit Jahren, dazu zählen etwa LogoiX, Grenzpaket und oesterreichpaket.de – die nun prominente Konkurrenz erhalten.

Gilt die Versandadresse auch als Rechnungsadresse?

Zwar können österreichische Kund:innen die deutsche Versandadresse angeben, damit so die Bestellung aus Deutschland mit dem Service AllesPost an diese verschickt und anschließend an den österreichischen Wohnsitz weitergeleitet werden kann. Allerdings ist die Versandadresse dann nicht mit einer Rechnungsadresse gleichzusetzen. Als Rechnungsadresse muss die Kundschaft auch ihre tatsächliche Adresse hinterlegen. 

Darauf weist die Österreichische Post auch in den FAQ zum Angebot hin: „AllesPost ist nur für Warensendungen und Ihre AllesPost-Adresse somit ausschließlich als Lieferadresse bestimmt. Eine Verwendung als Rechnungsadresse oder Empfangsadresse für Briefe ist nicht zulässig.“

Wann gilt die Sendung aus Deutschland als zugestellt, wenn deutsche Online-Shops an die AllesPost-Adresse versenden?

Als zugestellt gilt eine Sendung im Übrigen, wenn diese bei der deutschen Empfangsadresse eingegangen ist. Dies passiert an einem Standort eines Partnerunternehmens nahe der deutsch-österreichischen Grenze. Ab dann übernimmt die Österreichische Post den Weiterversand, die österreichische Kundschaft erhält für diesen Versandweg dann auch eine neue Sendungsnummer. 

Wer haftet beim Weiterversand nach Österreich?

Ab der Übernahme ist die Österreichische Post für das Paket verantwortlich und haftet auch für etwaige Beschädigungen oder Verluste.

Wie wird das Angebot bisher angenommen? 

Das Angebot ist erst vergangene Woche gestartet, wird aber bereits gut angenommen: „Das Interesse ist enorm, wir sind bis dato sehr zufrieden mit der Entwicklung“, so ein Unternehmenssprecher der Österreichischen Post.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Über die Autorin

Hanna Behn
Hanna Behn Expertin für: Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

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Kommentare  

#3 Robert P. 2024-06-18 11:43
Hallo

Der Grund warum viele deutsche Händler*innen nicht mehr nach Österreich versenden sind ja die bereits angesprochenen Auflagen und daraus resultierenden Kosten.

Nun wirbt "AllesPost Deutschland" damit Bestellungen aus Österreich innerhalb von Deutschland anliefern zu lassen und nach Österreich weiterzuleiten.

Wie vereinbart sich dieser Service denn mit der folgenden Frage, bzw. die Antwort darauf?

Lassen sich mit AllesPost Deutschland Verpackungspfli chten in Österreich umgehen?

Ein Sprecher der Österreichische n Post betont auf Nachfrage zu dem Angebot:
„Dieser Service richtet sich nicht an deutsche Händler:innen, die ihre Waren nach Österreich versenden möchten.“
Der Service sollte also nicht für eigene Zwecke eingesetzt werden, um so die Verpackungspfli chten in Österreich zu umgehen.

In meinen Augen wäre das ja ein kompletter Widerspruch.

Man kann also aus Österreich in Deutschland bestellen, nach Deutschland zu niedrigeren Versandkosten liefern lassen und mit einem kleinen Aufpreis sich die Bestellung nach Österreich liefern lassen.
Für Kunden und Kundinnen aus Österreich ist es vermutlich etwas günstiger, als wenn man von Deutschland aus direkt nach Österreich sendet.

Für die deutschen Händler:innen würde sich aber das generelle Problem bzgl. der anfallenden Kosten in Österreich nicht ändern.

Im Prinzip gäbe es jetzt nur zwei Möglichkeiten.
1. Wir melden uns komplett in Österreich an und nutzen u.a. den Service "AllesPost Deutschland"
2. Wir stornieren die Bestellung, da wir so ja letztendlich trotzdem wieder nach Österreich liefern würden und die Verpackungspfli chten hätten.

Zusätzlicher Aufwand wäre ja auch, dass wir jede Bestellung überprüfen müssen woher sie stammt und nicht wohin geliefert wird.

Vielleicht habe ich diese ganze Sache aber auch völlig falsch verstanden.

Gruß

Robert
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#2 K.I. 2024-06-18 10:13
Ja auch das ist Europa! einen Bevollmächtigte n bestellen und die Unterlagen vor dem Notar unterschreiben mit Pastille und dann ist es immer noch nicht genug. Bin gespannt wann die anderen Länder dem Beispiel folgen. Wir haben jetzt schon 10x mehr für die Agenturen, Bevollmächtigte n und dem Notar ausgegeben als wir an Müllgebühren in Österreich im Jahr!!! bezahlen. Den Onlinehändler immer weiter melken und das Geld aus der Tasche ziehen. Und dann auch noch dicht schütten mit Bürokratie!!! Unfassbar diese doch so klugen Politiker in Brüssel. Wenn es darum geht den Händlern das Leben weiter zu erschweren sind die ganz weit vorne! Spanien nimmt als Grundgebühr von uns kleinen Händlern 284 Euro im Jahr - Danke!!!
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#1 Nicolas 2024-06-18 09:50
Das rechnet sich für österreichische Kunden durchaus bei vielen Produkten. Trotz der Gebühren an die österreichische Post, bei Bestellung in einem deutschen Shop mit deutscher Lieferadresse sind so ja nicht nur oft viel geringere Versandkosten fällig, es sind in vielen Fällen auch weniger Mehrwertsteuern zu zahlen. Wird für mich interessant was passiert, wenn Kunden bei mir ordnungsgemäß deklariertes Gefahrgut oder auch 35kg-GLS-Pakete bestellen, die ich gewollt nicht zum Auslandsversand anbiete.
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