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„Eine gewisse Unsicherheit macht sich breit“

Wie Händler Bildnetzwerke für sich nutzen können

Veröffentlicht: 06.03.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 06.03.2019
Frau mit Handy in der Hand

In den vergangenen Jahren war Facebook ein unantastbarer Kanal für viel Händler. Doch die Zeit ändert sich und mit ihr die Gegebenheiten und Strukturen des Marktes: Bereits seit Monaten lassen Unternehmen immer wieder verlauten, dass sie anhand der Zahlen bemerken, dass die Stärke von Facebook schwindet und sie sich auch anderen Social Media-Portalen zuwenden.

Dabei stellt sich Unternehmen auch die Frage, auf welche Kanäle sie setzen sollten? Unter den Bildnetzwerken bieten hierzulande vor alle Instagram und Pinterest einige Potenziale. Welches ist für kleinere und mittelständische Unternehmen das Richtige? Und worauf sollten Händler im Rahmen ihres Auftritt in den entsprechenden Netzwerken achten bzw. welche Fehler sollten sie vermeiden? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir mit Unternehmerin Sandra Striffler gesprochen. Sie gründete 2008 ihr Schmucklabel Ladyville, mit dem sie insbesondere auch auf Instagram aktiv ist.

OnlinehändlerNews: Marketing und Vertrieb über soziale Netzwerke bzw. Online-Bildnetzwerke: Ist das ein vorübergehender Hype oder auch eine längerfristige Erfolgsmöglichkeit?

Ladyville Instagram Screenshot

Sandra Striffler: „Ich persönlich glaube, ein Ende des ,Influencer Marketings‘ ist vorerst nicht in Sicht. Jedoch wird der Hype abflachen oder ist schon dabei etwas abzuflachen, wobei auch die neuen gesetzlichen Vorgaben dazu beitragen. Werbung muss als solche gekennzeichnet werden, die ersten Abmahnungen sind ausgesprochen und eine gewisse Unsicherheit macht sich breit, die durch die DSGVO noch mal geschürt wird. Dennoch glaube ich an den längerfristigen Erfolg in einer etwas ,geregelteren‘ Form.

Studien belegen, dass Influencer zu den glaubwürdigsten Quellen, neben dem Freundeskreis, gehören. Da ist es nicht verwunderlich, dass ,persönliche Empfehlungen‘ wirkungsvoller sind, als die klassischen Werbemittel. Und die nächste App ist ja schon erfolgreich am Start. Vero, die den Beinamen ,True Social‘ trägt, erfährt gerade einen wirklichen Hype. Eine App, die alles anders und besser macht, als bei den Etablierten – es bleibt spannend.“

Welche Bildnetzwerke nutzen Sie und warum? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

„Facebook war unsere erste Plattform, spielt mittlerweile aber eher eine untergeordnete Rolle. Dort haben wir eine kleine Fanbase, die aber eher abnimmt als wächst. Viele haben ihr Konto bei FB gelöscht oder sind nicht mehr aktiv tätig. Bei Pinterest stecken wir noch etwas in den Kinderschuhen. Jedoch haben wir hier sehr hohe Klickraten. Nach dem Weihnachtsgeschäft werden wir hier noch aktiver werden.

SandraStriffler Ladyville Screenshot Instagram

Am stärksten sind wir auf Instagram vertreten, da wir dort unsere junge Zielgruppe am Besten vertreten wissen. Die Erfahrungen sind durchweg positiv, nicht nur zur Imagepflege sondern auch für den gezielten Abverkauf. Da kann ein Produkt, welches am Abend gepostet wurde, morgens schon mal ausverkauft sein.“

Gibt es Fehler, die man in Online-Netzwerken wie Instagram oder Pinterest unbedingt vermeiden sollte?

„Ich kann nur für kleinere und mittlere Unternehmen sprechen. Mein Label heißt Ladyville, jedoch habe ich mich z. B. bei Instagram bewusst für eine personenbezogene Seite mit meinem Namen entschieden. Wir machen handgemachten Schmuck und meine Follower interessiert nicht nur, was ich verkaufe, sondern auch wer dahinter steckt. Ich bekomme täglich Fragen zu meiner Person, aber auch zum Styling oder was ich gerade für Klamottenlabels trage, welche Reisetips ich gebe usw.

Ich glaube, dass in diesem Segment die Personality sehr wichtig ist, wo sich nicht nur eine Marke präsentiert, sondern eine reale Person dahinter steckt, die auch gerne mal private Fotos postet und mit der man sich identifizieren kann.

Daher würde ich es vermeiden, eine Aneinanderreihung von Produktfotos hoch zu laden, die dann auch noch mit dem Katalog verlinkt sind. Zum einen werden diese durch den Algorithmus weniger ausgespielt und zum anderen ist das Interesse nicht so groß, da der persönliche Bezug fehlt.“


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Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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