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Studie zu Visual Search

Amazon versagt bei der Bildersuche

Veröffentlicht: 18.03.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 18.03.2019
Smartphone mit Bildern

Die Nutzung von Bildern bei der Suche nach Produkten hat für interessierte Online-Käufer vor allem den Vorteil der Bequemlichkeit: Zwei Drittel der Befragten einer Studie gaben an, dass es einfacher sei, mit einem Bild nach einem bestimmten Produkt zu suchen, als das Ganze in einer Suchanfrage zu beschreiben. Das Beratungsunternehmen Elaboratum hat mit rund 600 Nutzern eine Studie zu Visual Search durchgeführt und dabei die sechs führenden Anbieter aus der Mode-Branche unter die Lupe genommen.

Visual Search: Google top, Amazon Flop

Neben der Bequemlichkeit ist auch die Treffgenauigkeit für die Online-Shopper wichtig: Etwa die Hälfte der Studienteilnehmer erwartet von Visual Search bessere Suchergebnisse als mit dem Eintippen von Wörtern. Das funktioniert in dem Test am besten bei Google: Die Technologie der Suchmaschine liegt bei der Bildersuche vorn. Knapp dahinter folgen Asos (Technologie: viSenze) und Zalando (Technologie: cortexica) sowie Pinterest. E-Commerce-Riese Amazon enttäuscht und kommt nur auf den vorletzten Platz der sechs untersuchten Unternehmen. Das müsste Amazon, das viel in Künstliche Intelligenz und Co. investiert, zu denken geben – nicht nur, weil mittlerweile die Mehrheit aller Produktsuchen auf dem Amazon-Marktplatz beginnt und nicht bei Google.

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Amazons Konkurrent Ebay hat in Deutschland im vergangenen Jahr eine neue Visual-Search-Funktion in seiner App gestartet, bei der die Nutzer mit selbst aufgenommenen Fotos auf dem Ebay-Marktplatz nach ähnlichen Produkten suchen können. 

Weitere Ergebnisse aus der Studie zeigen bei der Einschätzung der Bildersuche einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern: Männer bewerten über alle Anbieter hinweg die Suchergebnisse um bis zu 14 Prozent positiver als Frauen. Vor allem beim Testsieger Google wurde das deutlich: 86 Prozent der Männer gaben an, in den vorgeschlagenen Google-Ergebnissen ein passendes Produkt zu finden – aber nur 62 Prozent der Frauen. „Frauen scheinen allgemein deutlich kritischer in der Bewertung der Suchergebnisse zu sein“, erklärt Studienautor Maximilian Kirschbauer.

Bildersuche ist vor allem für junge Smartphone-Nutzer wichtig

Visual Search wird vor allem für junge, mobile Nutzer immer wichtiger, sagt Kirschbauer: „Wie die Studienergebnisse zeigen, sind Nutzer mit hoher Internet-Affinität, Smartphone-Power-User und die Zielgruppe der unter 20-Jährigen von der Visual Search-Technologie besonders begeistert. Grundsätzlich sind die Ansprüche der breiten Masse an Visual Search jedoch hoch, sodass sich die Technologie auf lange Sicht noch verbessern muss, um eine nachhaltige Daseinsberechtigung im Markt zu manifestieren.“ Daher gibt Elaboratum den Unternehmen bei der Einführung von neuen Technologien wie Visual Search vier Tipps:

  • Kundenbrille aufsetzen und herausfinden, was genau der Mehrwert ist
  • Einstiegshürden klein halten und die Bildersuche in die eigene App integrieren
  • In der Testphase darauf hinweisen, dass es ein Pilotprojekt ist, um nicht zu hohe Erwartungen zu wecken
  • Feedback der Kunden für die Weiterentwicklung nutzen

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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