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Kolumne

Werben für die Europawahl? – Wichtiger denn je!

Veröffentlicht: 24.05.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 24.05.2019
Video zur Europawahl 2019

Über Geschmack lässt sich nicht streiten, sagt man. Das trifft auf den politischen Geschmack jedenfalls nicht zu. Denn hier wird gestritten und debattiert, was das Zeug hält. Und das ist auch okay. Ein politischer Diskurs ist essenziell für mündige Entscheidungen. Auch Streit ist also wichtig – solange die Menschen ÜBERHAUPT ihr Recht auf freie, demokratische und geheime Wahlen wahrnehmen und wählen gehen.

Auch im E-Commerce ist das Thema der anstehenden Europawahl längst angekommen. Für Händler ist es beispielsweise durchaus von Bedeutung, zu wissen, welche Parteien zu Themen wie der Digitalisierung oder dem Online-Handel stehen (Hier geht's zum Parteien-Check).

Viele Unternehmen haben sich in diesem Jahr auch dazu entschlossen, die Wahl-Werbetrommeln zu rühren. Nicht etwa für bestimmte Parteien – das wäre nicht angebracht –, sondern für die Wahl selbst. Mit unterschiedlichen Mitteln fordern sie ihre Kunden und Nutzer auf, am 26. Mai 2019 tatsächlich wählen zu gehen. Schließlich entscheidet jede Stimme mit. Über wirtschaftliche Entwicklungen. Über Europa. Und über die Zukunft.

Spotify, Thalia & Mayersche, Deutsche Bahn, Fritz-Kola – alle werben für Europa

Dass Politiker und große Unternehmen grundsätzlich für das Wählen werben, ist nicht unbedingt neu. Erstaunlich ist jedoch, wie breit gefächert die Firmen sind, die das politische Engagement der Verbraucher herauskitzeln wollen: Spotify etwa hat in den vergangenen Wochen mit Einblendungen an die Bedeutung jeder einzelnen Wählerstimme erinnert. Die bloße Wahlerinnerung knüpfte der Musik-Streamingdienst auch an Playlists mit Top-Künstlern aus der EU.

Musikalisch geht es auch bei Thalia und der Mayerschen zu. Die beiden Buchhandelsspezialisten haben einen gemeinsamen Spot an den Start gebracht, in dem sie an die Freiheiten der Menschen in Europa erinnern – hier haben die Menschen das Recht, frei zu leben, frei zu denken, frei zu glauben, frei zu lieben und natürlich auch frei zu wählen. Der eineinhalb minütige Spot rückt die Diversität der Menschen in den Blick und ist allein deshalb schon recht emotional angehaucht:

Auch die Deutsche Bahn trommelt mittels Video für die Wahlen: Nur dass hier keine Erwachsenen singen, sondern Kinder. In einem Europa-ABC werden verschiedene Schlagworte aufgenommen, die zwar manchmal augenzwinkernd dargebracht werden, aber im Grund alle auf die Bedeutung des Staatenzusammenschlusses stehen.

Video: ja. Lange Lieder: nein. Der Limohersteller Fritz-Kola setzt auf einfache, klare, ungeschnörkelte Wahlwerbung…. Verzeihung… Walwerbung. Mit einem großen Walfisch vor schwarzem Grund und der knappen Aussage „genug gelacht. geh wählen.“ bringt das Unternehmen die Sache prägnant auf den Punkt:

Sogar das eigene Logo hat Fritz-Kola für passend zur Europawahl kurzzeitig abgeändert, wie W&V berichtet. So etwas sieht man eigentlich immer nur zu Weihnachten oder vielleicht noch zur Fußball-WM. Großes Kino!

FitzKola Europawahl2019 Quelle WUndV

Selbst die Lufthansa hat es sich nicht nehmen lassen, für Europa zu werben. Mit einer Speziallackierung hat die Fluggesellschaft einige Maschinen ihrer Flotte verziert: mit dem Schriftzug „Say yes to Europe“.

Egal, in welchem Bereich man tätig ist: Jedes Unternehmen ist in der Lage – wenn es denn will – auf die Relevanz freier Wahlen zu verweisen. Natürlich ist politisches Engagement nicht jedermanns Sache. Sollte es jedoch sein. Denn es geht darum, die eigene Stimme zu nutzen. Um zu wählen. Und, um andere zum Wählen zu motivieren. Und wer sagt, dass politische Äußerungen in der Wirtschaft nichts zu suchen haben, hat Demokratie nicht verstanden.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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