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Google Ads

Google will Discovery-Anzeigen bis Jahresende ausrollen

Veröffentlicht: 12.09.2019 | Autor: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 12.09.2019
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Google will noch in diesem Jahr weitere Werbeformate ausrollen. Das Werbegeschäft des Konzerns wird in den USA aber auch gerade unter die Lupe genommen.

Discovery Ads – Mehr als Interesse wecken

Im Mai hatte Google bereits die Einführung neuer Anzeigenformate angekündigt. Darunter waren neben den sogenannten Gallery Ads, die in der Bildersuche bzw. als sogannte Bildkarusselle auftauchen, auch Discovery Ads vorgestellt worden. Diese Werbeanzeigen haben neben einem Bild auch redaktionellen Content und sollen innerhalb der Suchergebnisse auf Google ausgespielt werden. So soll der Nutzer die Inhalte eher entdecken, als direkt mit der Werbebotschaft konfrontiert zu werden.

Der Roll-out-Termin für die Discovery Ads könnte schon sehr bald sein, wie Dan Taylor, Managing Director Global Display Ads, im Interview mit Internetworld mitteilt: „Wir arbeiten bereits an unserem globalen Launch der Vollversion, der voraussichtlich noch vor Ende dieses Jahres stattfinden wird – also in wenigen Wochen.“ 

Google wolle durch Verhaltensanalysen und anhand der Suchanfragen der User Anzeigen künftig gezielt ausspielen, und zwar „bevor die Suche bei Google stattfindet oder ein bestimmtes Produkt auf YouTube entdeckt wird“, so Dan Taylor. Die Idee sei, Nutzer bereits mit einer Marke in Kontakt zu bringen, bevor diese ein konkretes Interesse an dieser haben. In der Google Search Console – dem Tool, mit dem sich auch Werbetreibende über das Suchverhalten von Nutzern informieren können – wurden laut Googlewatchblog auch entsprechende Discover-Statistiken hinzugefügt.

Conversational Ads – Neues Werbemittel setzt auf Chatbot-Trend 

In naher Zukunft ist auch die Einführung sogenannter Conversational Ads in Planung: Dieser Anzeigentyp entspringe dem zunehmenden Interesse der User, direkt mit Unternehmen zu interagieren – beispielsweise via Chatbots, so Taylor. Das Google-Tochterunternehmen AdLingo bietet Unternehmen schon Möglichkeiten, Display-Anzeigen zu erstellen, die in solche Bots integriert werden können: Beim Aufruf der Anzeige könne der Nutzer dann direkt mit dem Bot kommunizieren. Allerdings sei man hier noch in einer frühen Entwicklungsphase. 

Daneben sollen auf Google-Kanälen künftig auch Audio-Anzeigen, also hörbare Werbung, sowohl ausgespielt, als auch mit einem speziellen Tool erstellt werden können.

Kritik an Googles Dominanz im Werbegeschäft

An Werbeeinnahmen verdient der Google-Mutterkonzern Alphabet derzeit am meisten. Dieser Geschäftsbereich habe einen Gesamtwert von 116 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Rivalen, aber auch Verbraucherschützer und Gesetzesvertreter in den USA werfen dem Konzern aber vor, den Online-Anzeigenmarkt zu dominieren und hier möglicherweise wettbewerbswidrig zu handeln. Darauf reagierten nun jüngst das US-Justizministerium sowie Generalstaatsanwälte aus 50 US-Bundesstaaten und Gebieten mit einer entsprechenden Untersuchung. In Deutschland musste sich Google gegenüber der Kartellbehörden in diesem Frühjahr bereits wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung im Werbegeschäft verantworten und eine Strafe von 1,5 Milliarden Euro zahlen. 

Google wies derlei Vorwürfe zurück: „Ad Tech ist ein sehr überfülltes Feld, und Google konkurriert mit Hunderten von Unternehmen, darunter bekannte Namen wie Adobe, Amazon, AT&T, Comcast, News Corp und Verizon“, zitiert Reuters (US) den Firmensprecher Josh Zeitz. „Publisher und Werbetreibende mischen und kombinieren Technologiepartner, um ihre unterschiedlichen Bedürfnisse zu erfüllen und sowohl Wettbewerb als auch Innovation zu schaffen.“

Über den Autor

Hanna Behn Experte für Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

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