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Hände hoch, wer auch alles keine Hose anhat

Freud und Leid im Homeoffice

Veröffentlicht: 07.02.2020 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 11.02.2020
Tisch mit Laptop

Das Wichtigste gleich vorweg: Ich schreibe diesen Beitrag natürlich aus dem Homeoffice heraus. Alles andere wäre sicherlich ein wenig heuchlerisch. Und ja, ich bin vollständig bekleidet inklusive Unterwäsche. Gerne heißt es ja, wenn man von zuhause aus arbeitet, können ein paar Kleidungsstücke getrost weggelassen werden. Dem ist nicht so, mag aber auch zum großen Teil daran liegen, dass es Winter und damit sonst zu kalt ist. Aber ich schweife ab. In diesem Beitrag soll es schließlich nicht um meine Kleiderwahl gehen, sondern um das Thema Homeoffice. Von vielen geliebt, aber nicht ganz ohne Tücken behaftet.

Kontroversen über das Arbeiten zuhause

Vor einigen Jahren hatten wir im Büro ein paar technische Schwierigkeiten. Um dennoch ordentlich arbeiten zu können, wurden wir nach Hause geschickt, um von dort aus den Rest des Tages weiterzumachen. Als ich schließlich in meiner Wohnung meinen Laptop angefeuert und unseren Redaktionschat geöffnet hatte, begrüßte mich folgende Nachricht eines Kollegen: „Hände hoch, wer auch alles keine Hose anhat“. Spätestens seit diesem Kommentar und dem entsprechenden Bild vor dem inneren Auge habe ich eine – sagen wir mal – zwiegespaltene Beziehung zum Thema Homeoffice. 

Das Recht, von den eigenen vier Wänden aus arbeiten zu können, gibt es in Deutschland zwar nicht, wird allerdings von inzwischen immer mehr Arbeitgebern angeboten. Natürlich nur dann, wenn es möglich ist. Und die Vorteile vom Homeoffice sprechen für sich: Man erspart sich lange Arbeitswege, ist flexibler, Beruf und Familie lassen sich besser vereinbaren. Wenn man von Homeoffice spricht bzw. schreibt, müssen allerdings auch zwei Arten unterschieden werden. Zum einen gibt es die Angestellten, die dauerhaft zu Hause arbeiten und nur im Ausnahmefall ins Büro gehen. Die zweite Gruppe, und sicherlich die am häufigsten vertretene, sind die Menschen, die nur ein paar Tage in der Woche bzw. im Monat dem Büro fernbleiben und vom eigenen Zuhause aus arbeiten.

In beiden Fällen trifft allerdings folgendes zu: Das Homeoffice verlangt eine ganze Menge Selbstdisziplin. Vor allem, wenn man an keine festen Kernarbeitszeiten gebunden ist, kann es teilweise schwer sein, sich früh im Dunkeln aus dem Bett zu quälen. Außerdem kann es durch die Verschmelzung von Wohnung und Büro auch schwierig sein, abzuschalten. Die Grenze zwischen Job und Privatleben verschwimmt, was zu Überstunden und weniger Erholung bzw. Freizeit führen kann. 

Packstation für 76 Nachbarn

Wie bereits angedeutet, nehme ich die Möglichkeit des Homeoffice nur in äußerst seltenen Fällen wahr und auch nur dann, wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht anders geht. Beispielsweise, wenn sich Handwerker oder der Ablesedienst ankündigen. Größter Nachteil für mich sind nämlich die fehlenden Bildschirme. Im Büro habe ich drei, zu Hause arbeite ich nur mit meinem kleinen Laptop. Das mag Gewohnheitssache sein, aber so richtig kann ich mich nicht mit der Situation anfreunden. Zwar sagen viele von meinen Kollegen, dass sie in den eigenen vier Wänden besser und vor allem konzentrierter arbeiten können, weil eben nicht ständig jemand am Schreibtisch steht.

Allerdings habe ich während der wenigen Tage zu Hause festgestellt, wie viele andere Ablenkungen es gibt. Nicht nur, dass man die Packstation für alle Nachbarn und sämtliche Zustelldienste zu sein scheint (an dieser Stelle ein großes Dankeschön an die junge Mutter in der Wohnung unter mir, die sonst immer alle Pakete annimmt), irgendwie scheint auch sonst tagsüber unheimlich viel bei uns geklingelt zu werden – was ich natürlich sonst nicht mitbekomme, da ich ja im Büro sitze: Religionsvertreter, Flyerverteiler und dann natürlich die Nachbarn, die nach und nach eintrudeln und ihre Paket haben wollen. In vier Stunden Homeoffice hatte ich mehr Ablenkung, als wenn im Büro mal ab und an ein Kollege am Schreibtisch steht und eine Frage hat. Das sind aber wie gesagt nur meine persönlichen Erfahrungen.

Der größte Homeoffice Fail aller Zeiten?

Dass das Thema Homeoffice auch für jede Menge Lacher und kuriose Situationen sorgt, beweist nur ein Blick in die sozialen Medien. Hier gibt es unzähle Tweets und Post mit Erfahrungsberichten oder ähnliches. Die lustigste und vor allem bekannteste Home-Office-Panne gab es allerdings im Jahr 2017, als ein BBC Interview über die Politik in Süd- und Nordkorea auf unfassbar lustige Art und Weise gestört wurde:

Je öfter man sich dieses Video anschaut, desto weniger weiß man, was lustiger ist: Wie das erste Kind ins Zimmer tanzt, das Baby ins Zimmer rollt, die Mutter hinterher rutscht oder im Anschluss versucht, geduckt und völlig unauffällig die Kinder wieder aus dem Büro heraus zu bugsieren. Eine Szene besser als die andere. Beim Schauen dieses Clips kann allerdings die Frage gestellt werden, warum er nicht einfach kurz aufgestanden und die Kinder selbst wieder nach draußen begleitet hat?! Es ist davon auszugehen, dass auf Professor Robert Kelly, so der Name des Interviewten, vielleicht tatsächlich der meistverbreitetste Home-Office-Mythos zutraf: Er hatte schlicht und einfach keine Hose an. 

Und auch wenn nun der Verdacht aufkommen könnte, ich surfe im Homeoffice nur auf Twitter rum – was natürlich nicht der Wahrheit entspricht, die vorangegangenen 840 Wörter sind der Beweis – möchte ich diesen Artikel mit den drei besten Tweets über das Arbeiten zu Hause abschließen: 

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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