Schräge Kampagnen

Die schlimmsten Fails im Influencer Marketing

Veröffentlicht: 26.08.2020 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 26.08.2020
Influencerin traurig

Influencer Marketing erfreut sich bei vielen Unternehmen und Marken erhöhter Beliebtheit. Ein authentisch bei seinen Tausenden Followern werbender Influencer, der dem Produkt mindestens Aufmerksamkeit – noch besser: Abverkauf – verschafft: Das ist das hehre Ziel von vielen Influencer-Kampagnen. Beim Influencer Marketing müssen beteiligte Händler und Influencer vor allem rechtlich auf viele Dinge achten. Nicht nur dabei kann viel schief gehen, wie unsere Beispiele eher misslungener Influencer-Auftritte zeigen. Hier die schlimmsten Fails.

Influencer-Fails: Zähneputzen? Geht überall!

Mindestens zwei Mal am Tag sollte man sich die Zähne putzen. Der Ort ist im Gegensatz zur Häufigkeit weniger klar definiert – dennoch stehen die meisten Menschen wohl vor dem Badezimmerwaschbecken. Nicht so die Influencer, die Oral-B für seine Kampagnen engagiert hat. Insta-Influencerin „mavieestbelle_jessi“ bevorzugt für die Zahnhygiene das Bett – und hält dabei die Zahnbürste auch noch verkehrt rum. Die auf der Bettdecke drapierten Blumen sollen wohl unauffällig auf die Zahnbürsten-Variante „Roségold“ verweisen.

Immerhin in die Nähe von Wasser haben es „nallilore“ und „caro_e_“ geschafft. Erstere steht dabei mit Zahnbürste (und Hülle) im Pool, zweitere sitzt auf einer Terrasse am Meer. Manche Fans sind vom Werbeumfeld etwas irritiert: „So künstliche Influenzerbilder sind ja irgendwie Kacke... Aber der Pool ist cool“, so ein Kommentar. „Zahnbürsten gehören ins Bad“, meint ein anderer Follower. Ähnlich verwirrend ist der Text von Oral-B zum sonnig-idyllischen Terrassenbild: „caro_e_ und ihre neue Oral-B GENIUS 9000 in Roségold strahlen selbst im dunklen Winter!“ Aha. Immerhin gefielen die Bilder knapp 3.000 Fans.

https://www.instagram.com/p/Bb4Km9JhEiC/
https://www.instagram.com/p/BcKQBbTAyhX/

Influencer: Nicht ohne mein Waschmittel

Influencerin „Jules Vogel“ liegt mit ihrem Partner im strahlendweißen Bett, kurz vor dem Kuss, die eine Hand an der Wange ihres oberkörperfreien Freundes – was könnte die subtile Erotik dieser Szenerie noch veredeln? Genau: ein Waschmittel, das sich zärtlich ans Schienbein schmiegt. Unter #coralliebtdeinekleidung versammelte der Hersteller 2017 ungewollt eine Menge fehlplatzierter Werbebilder.

„Laurajoelle“ macht aus der Plastikpackung sogar eine Art Handtasche: „Mein neues It-Piece für diesen Sommer.“ Manche Fans sind aber weniger angetan: „Ergibt keinen Sinn mit deinem Content und 2. kommt das so rüber als ob dir jedes product placement lieb ist um Geld zu verdienen. I’m sorry aber das macht dich richtig unsympathisch“.

Influencer, die mit anderen Marken fremdgehen

Influencerin „Neelejay“ wirbt wohl für den McDonald’s DriveIn: In der Hand den Becher mit dem goldenen „M“, das Fast Food über Sitz und Schalthebel verteilt und die Jeans-Jacke passt farblich sogar zum Firmenbranding auf der Papp-Tüte – top umgesetzt! Nur: Die Burgerbude hat damit überhaupt nichts zu tun. Tatsächlich soll das fehlfokussierte Posting für die Mercedes G-Klasse werben. „Lol, geht's noch schlechter gestellt?“ fragt sich auch ein Nutzer. Auch die High-Class-Automarke dürfte kaum auf die geschmacklose Verbindung zur Fast-Food-Kette abfahren.

 

Genauso daneben greift „milenalesecret“: Sie lässt sich einen Teller Nudeln schmecken, der laut Deklarierung im Posting von Barilla sein sollte. Ob dem so ist, ist mehr als zweifelhaft – denn die Influencerin sitzt in einer Filiale des Systemgastronomen Vapiano, wie sich auf einem Sonnenschirm im Hintergrund ablesen lässt. Und Vapiano stellt seine Pasta laut eigener Aussage selbst her. Die Restaurant-Kette nimmt die kostenlose Werbung dankend an und schrieb auf Twitter: „Wir freuen uns einfach, dass ihr unsere selbstgemachte Vapiano-Pasta so gut schmeckt“. 

Wie Fotos für Instagram und Co. gefaked  werden und was es mit den Instagram-Ehemännern auf sich hat, haben wir in dem Artikel „Internet vs. Realität – Wenn der schöne Schein trügt“ zusammengestellt.

Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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