Video der Woche

Greenwashing: Wenn grüne Slogans nicht reichen, um den Planeten zu retten

Veröffentlicht: 06.05.2022 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 09.05.2022
Schriftzug „Stop the Wash“ vor Mann im Anzug hinterm Schreibtisch

In Deutschland fiel der „Earth Overshot Day“ bzw. „Tag der Erdüberlastung“ dieses Jahr in diese Woche, konkret auf den 4. Mai. Der Tag markiert den Zeitpunkt im Jahr, an dem hierzulande die ökologischen Ressourcen für 2022 erschöpft sind – die aber vorhanden wären, wenn wir nur das verbrauchen würden, was in einem Jahr auch nachwachsen kann. Während es hierzulande der 125. Tag im Jahr ist, waren andere Staaten sogar noch schneller beim Ressourcenverbrauch. Dazu zählen Luxemburg und Katar, bei denen diese Zäsur schon Mitte Februar eintrat, in den USA, Australien und Dänemark war es bereits Mitte März, wie aktuell der Spiegel meldete.

Viele Marken und Unternehmen setzen bereits auf Umweltschutz und Nachhaltigkeitsstrategien – allerdings ist dabei nach Ansicht der Plattform Wherefrom.org offenbar noch Luft nach oben. Auf der Seite gibt es nach einem Crowd-Prinzip Produktbewertungen, d. h. Userinnen und User können hier Produkte nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien benoten und sich auch mit Marken vernetzen. 

Mehr als ein Lied über Nachhaltigkeit

Mit einer aktuellen Kampagne wirbt die Plattform jetzt dafür, dass Unternehmen nicht länger Greenwashing betreiben. Dies geschieht u. a. in Reaktion auf einen Bericht der EU-Kommission aus dem vergangenen Jahr, demzufolge derzeit 42 Prozent der Firmen fälschlich oder irreführend für ihr Engagement zum Klimaschutz werben. 

Untermalt wird diese Forderung mit einem Song namens „Stop the Wash“ im Karaoke-Stil. Dessen Text enthält 120 der häufigsten von Marken geäußerten, nichtssagenden Phrasen rund ums Thema, beispielsweise „Unsere Mission ist grün“, „Grün startet hier“, „Investition in die Zukunft“ oder „Wir suchen grüne Helden“. Die Idee dahinter: Marken sollen nicht einfach nur ein Lied von ihrem ach so umweltfreundlichen Engagement singen, sondern tatsächlich etwas tun. 

Für Wherefrom soll es da natürlich nicht beim Phrasendreschen bleiben. Die in England und Wales beheimatete Organisation will Unternehmen direkt zur Verantwortung ziehen: „Angesichts der vielen falschen ‚grünen‘ Kampagnen hoffen wir, dass ‚Stop the Wash‘ eine clevere Taktik sein wird, um Marken an den Pranger zu stellen und die Verwendung fadenscheiniger grüner Slogans zu unterbinden – wenn nicht, werden wir sie mithilfe unseres Anwalts verklagen“, sagt Co-Gründer Adam Williams dem News-Portal TheDrum

Der Ohrwurm gegen Greenwashing, unser Video der Woche:

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Über die Autorin

Hanna Behn
Hanna Behn Expertin für: Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

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