Netflix-Erfolgsserie holt die 80er zurück

„Stranger Things“: Händler verzeichnen Nachfrageboom bei Retroprodukten

Veröffentlicht: 08.07.2022 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 08.07.2022
Szene aus Stranger Things 4

Mit der Horrorserie, in der Jugendliche in dem kleinen US-Städtchen Hawkins in Indiana eine gespenstisch-gefährliche Welt in einer Dimension neben der eigenen Realität entdecken, hat Streaming-Gigant und Serienproduzent Netflix nicht nur einen absoluten Erfolgstitel hingelegt, sondern das Publikum auch zurück in die Vergangenheit geschickt – nämlich zurück in die 1980er. 

Seit Anfang Juli ist nun die komplette vierte Staffel der Serie abrufbar. Seit der ersten Teilveröffentlichung Ende Mai kommt sie bereits auf 1,15 Milliarden Sehstunden, allein 301 Millionen Stunden Streamingzeit stammen aus der vergangenen Woche, wie dpa/Süddeutsche melden. 

Doch die Beliebtheit rund um die Serie reicht auch über die Bildschirme hinaus: So erleben jetzt Kate Bush und Metallica, Musterhemden und Schweißbänder, großgemusterte Jumpsuits oder Polaroids ein Revival – was auch dem E-Commerce zugutekommt. 

Klarna-Auswertung: Stranger Things ist auch für Händler ein Kassenschlager

Keyart StrangerThings 4 | Netflix

Zahlungsanbieter Klarna hat im Zuge des Serienerfolgs das Kaufverhalten zwischen den Monaten Mai 2022 und Juni 2022 ausgewertet und spricht bereits von einem „Stranger-Things-Effekt“. Grundlage der Analyse sind Klarna-Daten aus Deutschland. Demnach landeten verstärkt Produkte aus den 80ern in den Warenkörben. Diese Artikel wurden seit dem Launch der neuen Staffel deutlich häufiger gekauft als zuvor:

  • Schweißbänder: plus 217 Prozent
  • Gemusterte Hemden: plus 73 Prozent
  • Polaroid-Kameras: plus 29 Prozent – und im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Verkäufe hier fast verdoppelt
  • Rugby-Shirt: plus 21 Prozent – sechsmal so viel wie im Vorjahr  
  • Overalls: plus 10 Prozent 
  • grafische Jumpsuits: plus 7 Prozent
  • Knick-Armbänder: plus 5 Prozent 

Seit der Veröffentlichung des offiziellen Trailers für die vierte Staffel, Mitte April, seien zudem die Verkaufszahlen von Retro-Trainingsanzügen (plus 82 Prozent), auffälligen Oberteilen (plus 37 Prozent) und Zauberwürfeln (plus 37 Prozent) stark gestiegen. Das Magazin GQ berichtet außerdem, dass auch die Oldschool-Uhren, beispielsweise von den Marke Swatch oder Casio, wieder deutlich beliebter geworden sind.

Kate Bush und Metallica feiern neue Musikerfolge

Durch Einbindung eines Songs in einer Schlüsselszene profitiert auch die inzwischen 63-jährige britische Sängerin Kate Bush vom Serienerfolg: Der 1985 veröffentlichte Song  „Running up that Hill“  landete jetzt erstmals auf Platz 1 in den UK-Charts – nach 37 Jahren – und brach damit so einige Rekorde, wie u. a. das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete. Wer (anders als die Autorin), den Song seither nicht in Dauerschleife spielt, kann natürlich auch nochmal bei YouTube reinhören, wo das offizielle Musikvideo über 90 Millionen Aufrufe hat, auf Spotify sind es sogar bereits über 372 Mio. Aufrufe. 

Ebenfalls sehr erfolgreich läuft es laut n-tv auch beim Metallica-Hit „Master of Puppets“ von 1986, der im Staffelfinale gespielt wird. Die Musiker hatten auf Instagram zudem viele lobende Worte für die Interpretation übrig:

 

Popkultur beeinflusst das Kaufverhalten

Solche Hypes sind ein klares Zeichen für Marken: „Gerade für Fashion Brands zeigen diese Daten, dass Popkultur die Bedürfnisse der Kunden nach wie vor stark beeinflusst und dass sich die Retro Revolution als einer der Top-Marketing Trends 2022 bewahrheitet“, erläutert Klarna zu der Analyse. Ein Grund für diese starke Hinwendung zu Serien wie Stranger Things ist auch, dass diese eben auf ein Publikum zugeschnitten sind, die ihre Kindheit in den 80ern und 90ern zugebracht hat  – und so „im Konsumverhalten dessen Nostalgiebedürfnisse“ wecke. Marken könnten den Retro-Zeitgeist also in ihre gesamte Marketingstrategie einbinden, „um in diesem Sommer erfolgreich zu performen“, rät das Payment-Unternehmen.

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Über die Autorin

Hanna Behn
Hanna Behn Expertin für: Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

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