Bundesverband der Verbraucherzentralen

Werbung mit Klimaneutralität könnte bald verboten werden

Veröffentlicht: 25.11.2022 | Geschrieben von: Ricarda Eichler | Letzte Aktualisierung: 25.11.2022
Waage mit Blättern und CO2-Symbol

Die derzeit in Katar stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft bietet zahlreiche Streitthemen. Eines davon ist der massive Umweltschaden, den der Bau der Stadien sowie deren Betrieb mitten in der Wüste verursache. Doch trotzdessen wirbt Katar damit, die erste klimaneutrale Weltmeisterschaft zu sein. In Anbetracht solcher Äußerungen schlägt der Bundesverband der Verbraucherzentralen nun ein Verbot von Werbung mit Klimaneutralität vor. Derartige Behauptungen stellen eine offenbare Irreführung dar.

Klimaneutralität dank CO2-Kompensation

Dass ein Massen-Event wie die Fußball-WM mitten in der Wüste für einen massiven CO2-Ausstoß verantwortlich ist, sollte den meisten Menschen klar sein. Diesen, versprechen die Veranstalter auf der anderen Seite durch CO2-Kompensation zu kompensieren. Doch kann man wirklich von Neutralität sprechen, wenn ein verursachte Schaden im Nachgang irgendwie wieder gerade gebogen wird?

Zu dem Fakt, dass der Schaden in jedem Fall bestehen bleibt, kommt hinzu, dass der Markt für CO2-Kompensation bisweilen nicht reguliert wird. Wie Ramona Pop, Vorständin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV) meint dazu: „Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist somit völlig unklar, wie verlässlich Emissionen kompensiert werden. Das ist Greenwashing und sollte verboten werden.“

Verband fordert die EU zum Verbot auf

Wie es in der Pressemitteilung des Verbandes weiterhin lautet, sei es nach aktuellem Stand schlicht nicht möglich, klimaneutral zu arbeiten. Auch die Versprechungen mancher Unternehmen, auf das Ziel Carbon Net Zero hinzuarbeiten, wäre folglich utopisch. In beiden Fällen handele es sich um Greenwashing und damit eine Täuschung der Verbraucherinnen und Verbraucher. 

Ende des Monats tagt das EU-Parlament zum Thema Regulierung umweltbezogener Aussagen. Nach Forderung des VZBV soll dabei der Vorschlag eines grundlegenden Verbotes der Werbung mit Begriffen wie „Klimaneutralität“ diskutiert werden.

„Wenn klimaschädliche Produkte als klimaneutral beworben werden, kann das ihren Konsum anregen. Die Werbung mit Klimaneutralität kann also einen notwendigen Wandel verhindern statt befördern“, kommentiert Pop weiter. 

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Über die Autorin

Ricarda Eichler
Ricarda Eichler Expertin für: Nachhaltigkeit

Ricarda ist im Juli 2021 als Redakteurin zum OHN-Team gestoßen. Zuvor war sie im Bereich Marketing und Promotion für den Einzelhandel tätig. Das Schreiben hat sie schon immer fasziniert und so fand sie über Film- und Serienrezensionen schließlich den Einstieg in die Redaktionswelt.

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