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Online-Werbebetrug soll 2016 neues Rekordniveau erreichen

Veröffentlicht: 20.01.2016 | Autor: Christian Laude | Letzte Aktualisierung: 22.02.2016

Weltweit 7,2 Milliarden US-Dollar wird die Unternehmen und Werbetreibenden voraussichtlich der Ad Fraud kosten. Das hat eine Studie der Association of National Advertisers ergeben, die auch Aussagen zu den Ursachen für die Zunahme des Online-Werbebetrugs trifft.

Online Advertising-Tastatur

(Bildquelle Online Advertising-Tastatur: mtkang via Shutterstock)

Vor einigen Tagen verbreitete sich das Gerücht, dass der einstige Internetriese Yahoo mit massiven Ad Fraud-Problemen zu kämpfen haben soll. Dies meinen zumindest einige Kunden und Werbepartner, die mit Yahoo zusammengearbeitet haben. Die Rede war in diesem Zusammenhang von 30 bis 70 Prozent der Anzeigen, die falsch geschaltet wurden, was Yahoo vehement abstritt.

Ad Fraud: 7,2 Milliarden US-Dollar Schaden

Dass es sich beim Ad-Betrug um ein allgemeingültiges Problem der Branche handelt, belegen nun neue Zahlen, die Advertising Age auf Basis der ANA (Association of National Advertisers) aufgegriffen hat. Dabei heißt es, dass 2016 weltweit die immense Summe von 7,2 Milliarden US-Dollar an Schaden durch den Werbebetrug entstehen soll. Im letzten Jahr wurde der Wert noch auf 6,3 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Bei den Ursachen für den Betrug sind die automatisierten Software-Programme, auch als „Bots“ bekannt, ganz weit oben. Diese sollen in bis zu 37 Prozent der Fälle der Auslöser sein. Zum Vergleich: Im letzten Jahr waren es noch 22 Prozent. Auch bei den Formaten selbst zeichnet sich ein relativ eindeutiges Bild ab. Anzeigen, die mindestens zehn Dollar pro tausend Klicks kosten, verzeichnen 39 Prozent mehr Bots als Anzeigen, die weniger kosten.

Werbebranche machtlos?

Die Werbebranche scheint diesem Umstand bisher noch recht machtlos gegenüberzustehen. Deswegen meint Bob Liodice, CEO von ANA: „Es unterstreicht die Notwendigkeit für das gesamte Marketing-System, mit weit größerer Disziplin ihre Werbeinvestitionen gegen zunehmend fortgeschrittene Betrüger zu verwalten und zu kontrollieren.“

Insgesamt sollen die Werbeeinnahmen um neunzehn Prozent auf 27,5 Milliarden US-Dollar in den ersten sechs Monaten von 2015 gestiegen sein – eine Rekordsumme laut der Studie. Für die Erhebung wurden insgesamt stolze zehn Milliarden Online-Werbe-Anzeigen und -Klicks betrachtet. Dafür standen 1.300 Kampagnen innerhalb von 61 Tagen im Blickpunkt.

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