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Snapchat setzt auf neue Werbefunktionen

Veröffentlicht: 23.02.2016 | Autor: Martin Gaitzsch | Letzte Aktualisierung: 23.02.2016

Die Smartphone-App Snapchat wird immer beliebter und konnte zudem in bereits acht Finanzierungsrunden mehr als eine Milliarde Dollar einsammeln. Trotz stetig wachsender Nutzerzahl (mehr als 100 Millionen User, Tendenz steigend) baut der Messenger-Dienst nun verstärkt sein Anzeigengeschäft aus, um seine Einnahmen zu erhöhen.

Snapchat auf einem Smartphone

Bildquelle: focal point / Shutterstock.com

Bereits zu Jahresbeginn hat Snapchat mithilfe einer offenen Schnittstelle versucht, mehr Werbemöglichkeiten für Unternehmen zu generieren. Damit soll es für Unternehmen leichter werden, bestimmte Zielgruppen zu erreichen. Das hängt auch mit den besonderen Eigenheiten von Snapchat zusammen. Zum Beispiel damit, dass es weder Hashtags noch Teilen-Buttons gibt und das sämtliche Fotos und Videos nur eine kurze Zeit sichtbar sind. Deswegen gilt es für Online-Shops wirklich gute und kreative Inhalte zu entwerfen, mit denen man Kunden für sich gewinnen kann.

Partnerschaft mit Tune zur besseren App-Analyse 

Bislang standen Werbetreibenden bei Snapchat jedoch vergleichsweise wenig Analyse-Tools zur Verfügung. Deshalb soll eine Partnerschaft mit Tune, dem Unternehmen für App-Analyse, Snapchat nun dabei helfen herauszufinden, wie viele User auf Werbeanzeigen geklickt und anschließend eine spezielle App heruntergeladen haben. Weiterhin könnten die User über eine Werbeanzeige zum direkten Download von Apps animiert werden. Durch einen Klick auf die Werbeanzeige würde der Kunde dann unmittelbar auf die entsprechende Download-Seite im App-Store gelangen.

Kostenpflichtige "On-Demand"-Geofilter 

Während Facebook und Twitter auf Hashtags setzen, damit User leichter an gewünschte Inhalte gelangen, ist dies bei Snapchat etwas anders. Die Snapchat-Alternative sind visuelle Geofilter, mit denen Nutzer ihre Beitrage schmücken können. Die neueste Erweiterung sind sogenannte "On-Demand"-Geofilter. Dadurch können User sämtliche Beiträge aus ihrem Freundeskreis innerhalb eines bestimmten geografischen Bereichs mit einem eigenen Logo markieren, was letztlich dem Procedere gleichkommt, wenn Twitter- oder Facebook-User Beiträge zu einer gemeinsamen Veranstaltung unter einem speziellen Hashtag posten. Einen wesentlichen Unterschied gibt es jedoch. Während Hashtags für die Ewigkeit bestehen, können die Geofilter nur zwischen einer Stunde und 30 Tagen aktiv sein und kosten mindestens fünf US-Dollar – sogar deutlich mehr, je länger sie geschaltet werden. 

 

 

Zunächst wird der On-Demand-Geofilter nur in den USA und Kanada verfügbar sein. Dieser Schritt ist insofern verständlich, da insbesondere in den USA mehr als 60 Prozent der Smartphone-Nutzer auch Snapchat verwenden. Dabei ist die App insbesondere für User zwischen 13 und 34 Jahren interessant. 2015 gab Snapchat bereits gesponserte Masken für Werbeunternehmen frei. Dadurch konnten Nutzer für Selfies auf verschiedene Schablonen zurückgreifen. An besonders stark frequentierten Tagen sollen sich die Werbekosten hierfür jedoch auf bis zu 750.000 US-Dollar berufen haben. 

Vielleicht sind diese hohen Angaben auch der Grund, warum bislang noch sehr wenig Unternehmen Snapchat nutzen. Während es in den USA etwa ein Prozent sein dürften, könnte der Anteil deutscher Unternehmen bei Snapchat noch geringer sein. Doch Snapchat wird im Jahr 2016 seine Entwicklung weiter in Richtung der Werbetreibenden vorantreiben, schließlich hat Aufsichtsratmitglied Joanna Coles unlängst angekündigt, dass Snapchat eine „E-Commerce-Plattform“ werden wolle.

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