Tinder: Kann auch der E-Commerce vom Wisch-Prinzip profitieren?

Veröffentlicht: 29.02.2016 | Geschrieben von: Christian Laude | Letzte Aktualisierung: 29.02.2016

Tinder kann zweifelsfrei als erfolgreichste Dating-App unserer Zeit bezeichnet werden. Mittlerweile soll das Unternehmen sogar über 1,3 Milliarden US-Dollar wert sein. Das grundlegende Prinzip von Tinder, Entscheidungen blitzschnell über eine Wisch-Bewegung zu treffen, könnte auch Einfluss auf den E-Commerce haben.

Frau mit Smartphone

(Bildquelle Frau mit Smartphone: Djsash via Shutterstock)

Die Dating-App Tinder hat es in kürzester Zeit geschafft, in aller Munde zu sein. Dabei scheiden sich grundlegend die Geister, ob es sich hierbei um die Revolution des Kennenlernens handelt, oder die Plattform lediglich als Anlaufstelle für kurze Liebschaften dient. Egal, für welche Seite man argumentiert: Fest steht, dass das Prinzip hinter Tinder enormes Potenzial mit sich bringt.

Prinzip von Tinder

Es geht dabei insbesondere um das Prinzip des Wischens, was von der Seite Econsultancy.com auch als „Tinderisation“ bezeichnet wird. Wer mit seinem Daumen auf dem Smartphone nach links wischt, hat kein Interesse an die vorgestellte Person. Bei einer Bewegung nach rechts ist wiederum das genaue Gegenteil der Fall.

Während viele bei Tinder die vor allem aufgrund der Simplizität hervorgerufene Oberflächlichkeit ankreiden, birgt diese Einfachheit und spartanische Darstellung für Plattformen, die sich nicht mit der Zwischenmenschlichkeit beschäftigen, großes Potenzial. Zusätzlich mit der schnellen Interaktionsmöglichkeit lassen sich so schnell viele weitere Anwendungsbereiche finden.

Mode-Bereich besonders gut geeignet

Dazu gehört unter anderem der Bereich Mode. Marken oder Online-Shops können beispielsweise Kleidungsstücke vorschlagen, die der Kunde entweder interessant findet oder ablehnt. Blitzschnell kann diese Entscheidung durch eine Daumenbewegung getroffen werden.

Was danach folgt, kann dann unterschiedlich sein. Der entsprechende Artikel könnte zum Beispiel direkt in einen Warenkorb landen. Auch eine Art Wunschliste inklusive aller Produkte, die positiv bewertet wurden, ist denkbar.

Einen immensen Vorteil des Tinder-Prinzips bildet die Tatsache, dass sofort gemessen werden kann, wie das jeweilige Produkt beim Kunden ankommt. Bei vermeintlich normaler Werbung kann oft nur bis zu einem gewissen Grad nachvollzogen werden, wie attraktiv dieses für den Betrachter ist. Durch die Interaktion ist es möglich, eine genaue Zahl der beiden Meinungen (positiv vs. negativ) abgreifen zu können.

Tinder über 1,3 Milliarden US-Dollar wert

Es gibt bereits einige Anbieter, die Tinder als Vorbild und Inspiration nutzen. Dazu gehört vor allem der genannte Mode-Bereich. Wie auch Econsultancy.com berichtet, zählt dazu beispielsweise der Online-Händler Net-a-Porter mit seiner App „The Edit“. „Grabble“ hingegen wird sogar als das „Tinder für die Fashion-Sparte“ gehandelt. Styling-Experten stellen hier ausgewählte Produkte vor, die ihrer Meinung nach zum Trend gehören – natürlich inklusive der Shopping-Möglichkeit.

Tinder selbst soll mittlerweile mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar wert sein. Das allein sollte deutlich machen, welches Potenzial hier vorhanden ist. Wie bei jedem Trend gilt selbstverständlich auch hier: Wenn irgendwann einmal zu viele darauf setzen, könnte sich das auch schnell wieder ändern und abnutzen. Dies ist jedoch vorerst nicht in Sicht, weswegen Online-Shops und Marken durchaus in Erwägung ziehen sollten, das Tinder-Prinzip für sich zu nutzen.

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