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Otto will eigene Influencer im Unternehmen ausbilden

Veröffentlicht: 29.09.2017 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 29.09.2017

Viele moderne, online-affine Unternehmen kommen um das Thema Influencer nicht mehr herum. Auch das Traditionshaus Otto weiß um das Potenzial, das in den YouTube- und Instagram-Stars steckt. Otto hat nun eine ganz eigene Herangehensweise an die Thematik entwickelt.

Junge Menschen mit Tablets und Smartphones
© Rawpixel.com – shutterstock.com

Sie bloggen über Mode, sprechen über trendige Kosmetikprodukte, zeigen ihre neuesten Sportstrategien oder lassen ihre Zuschauer einfach an ihrem Leben teilhaben: Influencer. Die Social Media-Stars haben mittlerweile einen so großen Einfluss auf bestimmte Käufergruppen, dass sie in der Lage sind, Verkaufsquoten ordentlich anzukurbeln oder sogar ganze Hypes auszulösen.

Um diese Entwicklung für sich zu nutzen, will Otto selbst Influencer ausbilden und hat nach Informationen von W&V ein internes Fortbildungsprogramm auf die Beine gestellt.

Auch Influencer müssen rechtliche Aspekte beachten

Im Rahmen dieser neuen Strategie können sich Mitarbeiter aus dem Hause Otto „bald auf Firmenkosten zu Influencern ausbilden lassen“. Und das hat durchaus auch seine Bewandtnis: Wie die Vergangenheit nämlich gezeigt hat, gibt es als Social Media-Star beispielsweise auch reichlich rechtliche Aspekte zu berücksichtigen.

Ein Beispiel: Wenn ein Influencer für Geld ein spezielles Produkt bewirbt, diese Werbung allerdings nicht ausreichend als solche markiert, können teure Konsequenzen drohen. Selbst namhafte Unternehmen sind vor solchen Fehlern nicht gefeit. Wie wir hier berichteten, musste etwa die Drogeriekette Rossmann jüngst wegen eines solchen Fauxpas eine Schlappe vor Gericht hinnehmen. Bei Wiederholung drohen gar Ordnungsgelder in Höhe von einer viertel Million Euro.

Otto-Influencer übernehmen Blogging und Recruiting-Arbeiten

Neben den rechtlichen Belangen gibt es natürlich noch jede Menge andere Aspekte, die im Zuge der Fortbildung in den Blick gerückt werden: Die Auszubildenden werden unter anderem Seminare für Social Media und Employer Branding belegen oder sich in Sachen Präsentationstechniken weiterbilden. Hier dürfte es unter anderem um kommunikative Fähigkeiten, den Einsatz von Technik und Beleuchtung oder auch Authentizität gehen. Auch sollen die entsprechenden Otto-Mitarbeiter „Jobbotschafter“ auf Events und Veranstaltungen werden und über Otto-Themen digital kommunizieren.

Neben der eigentlichen Blogger- bzw. Influencer-Arbeit sollen sie außerdem in die Recruiting-Prozesse des Konzerns eingebunden werden. „Die Weiterentwicklung der Plattform Otto.de gehört zu den spannendsten Projekten im europäischen E-Commerce. Wir möchten, dass potenzielle Bewerber direkt und aus erster Hand von beteiligten Kollegen erfahren können, was sie bei Otto erwartet“, zitiert W&V Otto-Bereichsvorstand Katy Roewer. „Unsere Mitarbeiter werden also zu Influencern und suchen ihre zukünftigen Kollegen mit aus.“

Bereits im Oktober soll das Influencer-Programm an den Start gehen, wobei es schon über 100 interessierte Mitarbeiter gebe.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#1 Roland 2017-10-02 08:41
Na hoffentlich verrät niemand Otto, wie man eigene Influencer simulieren kann. Ich hab' ja keine Ahnung, was man als "[email protected] o" so während seiner Laufbahn zusammengerechn et verdient, aber "FakeInfluencer " (sind ja so gesehen auch nichts anderes) kann man sich von verschiedenen Blackhatagentur en für wenige tausend Dollar zusammenbasteln lassen.
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