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Nach Datenskandal: Facebook-Aktie stürzt ab, Mark Zuckerberg verliert Milliarden

Veröffentlicht: 20.03.2018 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 20.03.2018

Nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica stürzte die Facebook-Aktie beträchtlich ab. Für Facebook-Chef Mark Zuckerberg bedeutet das einen Vermögensverlust in Milliarden-Höhe. 

Facebook auf einem Smartphone
© I AM NIKOM / Shutterstock.com

Nach Monaten der Kritik an seiner Plattform muss Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nun wohl den schwersten Schlag hinnehmen: Das britische Datenunternehmen Cambridge Analytica habe Daten von 50 Millionen Nutzern gespeichert, die es nicht hätte besitzen dürfen (wir berichteten). Das Unternehmen habe daraufhin für Donald Trump während des Wahlkampfs gearbeitet und die Stimmung der Facebook-Nutzer zu seinen Gunsten beeinflusst. Facebook kündigte die Zusammenarbeit mit Cambridge Analytica zwar umgehend, doch für die zahlreichen Kritiker des Netzwerks dürfte das ein Beweis gewesen sein, dass sie mit ihren Warnungen Recht haben.

Seit Monaten sieht Facebook sich mit dem Vorwurf konfrontiert, einen erheblich Einfluss in der Präsidentschaftswahl gehabt zu haben. Zudem biete das Unternehmen gefälschten Meldungen eine Plattform. Die Kritiker werfen Facebook auch vor, zu lax mit Verdachtsfällen umzugehen und nicht schnell genug zu reagieren – das führte in Deutschland letztlich zum Netzwerksdurchsetzungsgesetz (NetzDG), durch das den Plattformen erhebliche Geldstrafen auferlegt werden, wenn sie nicht schnell genug auf rechtswidrige Inhalte reagieren und diese entfernen.

Facebook-Aktie stürzt ab

Der jüngste Datenskandal um Cambridge Analytica bringt Facebook nun richtig in die Bredouille. Investoren scheinen dem Unternehmen den Rücken zu kehren. Wie t3n.de berichtet, stürzte die Facebook-Aktie am Montag um über acht Prozent ab. „Die Anteilseigner fürchten offenbar, dass der steigende Druck auf Mark Zuckerbergs Plattform, die Datenschutz- und Fake-News-Problematik unter Kontrolle zu bekommen, wirtschaftliche Auswirkungen haben könnte“, schreibt das Magazin. Regulierungen aus der Politik, die nun stärker gefordert werden, könnten das Geschäft belasten.

Facebook-Aktie am 20.03.2018

Der Facebook-Kurs stürzte am Montag ab (Screenshot: Google, 20.03.2018)

Den Aktiensturz bekommt Mark Zuckerberg auch direkt zu spüren: Durch den Kursrutsch verlor der Facebook-Gründer laut dem Milliardärsindex von Bloomberg satte 3,8 Milliarden US-Dollar an einem Tag. In Geldnöte kommt „Zuck“ nun aber nicht: Sein Vermögen soll sich noch immer auf rund 71,5 Milliarden Dollar belaufen – damit bleibt er auch im Ranking auf Platz 4.

Facebook löst sein Security-Team auf

Erste personelle Konsequenzen soll Facebook aber bereits gezogen haben: Alex Stamos, Chief Information Security Officer, soll The Verge zufolge das Unternehmen noch in diesem Jahr verlassen. Facebook habe das Team von Stamos bereits aufgelöst und neu strukturiert, heißt es weiter. Fast alle 120 Mitarbeiter seien in Produkt- und Infrastruktur-Teams untergebracht worden. Ob die Plattform sich nun mit einem neuen Security-Team ausstattet oder kleinere Teams in anderen Abteilungen etabliert, sei noch nicht klar.

Dass Stamos das Unternehmen verlassen sollte, sei bereits im vergangenen Jahr vereinbart worden. Doch das Netzwerk habe entschieden, dass er bis August dieses Jahres bleiben solle – eine Entlassung des Chief Information Security Officers inmitten der Vorwürfe, dass Russland die Plattform genutzt habe, um den US-Wahlkampf zu beeinflussen, wäre sicherlich wenig überzeugend gewesen. Die neuen Vorwürfe werfen nun ein noch schlechteres Licht auf die ganze Situation.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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Kommentare  

#1 brrrrr 2018-03-21 13:48
Fatzbuchnutzer war ich noch nie und werde es auch nicht.
So bleibt mir vieles erspart, insbesondere die Befürchtung so vermuteter Manipulation und Ausnutzung.
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