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Anzeigenmarkt: Amazon holt auf Google und Facebook auf

Veröffentlicht: 20.03.2018 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 20.03.2018 | Gelesen: 1433 mal

Amazon macht auf dem digitalen Anzeigenmarkt zunehmend Boden auf Google und Facebook gut. Das zeigt eine Analyse von E-Marketer. In diesem Jahr wird Amazon bereits für über zwei Milliarden US-Dollar Anzeigenerlöse sorgen.

Smartphone mit App-Icons
© SUNG YOON JO / Shutterstock.com

Der digitale Anzeigenmarkt in den USA (und auch darüber hinaus) wird von Google und Facebook dominiert. Google generiert 2018 fast 40 Milliarden US-Dollar mit digitalen Anzeigen, Facebook 21 Milliarden. Zusammen sind sie für 48 Prozent aller mit Anzeigen neu generierten US-Dollar verantwortlich. Doch das Duopol bröckelt. Denn 2016 waren es noch 73 Prozent. Und die Tendenz ist weiter fallend, wie eine Analyse von E-Marketer zeigt. Denn die Konkurrenz holt auf, allen voran Amazon.

Amazon knackt die zweite Milliarde

Der Anzeigenumsatz von Amazon übersteigt demnach in diesem Jahr erstmals zwei Milliarden US-Dollar. Der Anteil am digitalen Anzeigenmarkt wird damit in den USA bei 2,7 Prozent liegen. Das klingt erst mal nicht nach besonders viel im Vergleich zur Konkurrenz, allerdings sind die Wachstumsraten enorm. Bis 2020 werden es 4,5 Prozent sein, Amazon wird damit Oath und Microsoft überholen und auf den dritten Platz springen. Zum Vergleich: Der Anteil von Google wird im Vergleich erstmals leicht zurückgehen, auf immer noch 37,2 Prozent.

Amazon sei im Bereich Anzeigen bislang sehr konservativ vorgegangen, so E-Marketer. Nutzt das Unternehmen seine enorme Reichweite effektiver, dann könnten die Wachstumsraten sogar noch steigen. Der Großteil der Anzeigen-Einnahmen kommt bislang von Amazon-Händlern, die Banner und Platzierungen in den Suchergebnissen einkaufen. Gegenüber Google hat das Unternehmen aber einige Vorteile, so FastCompany. So gibt es bei Amazon zum Beispiel keinen user-generated content, sodass rechtlich bedenkliche Inhalte, die Werbetreibende abschrecken, gar nicht erst auf die Seite gelangen – wie es etwa bei Youtube passiert. Zudem ist jeder Account eine echte Person mit verifizierter Kauf-Historie, Bots sucht man vergeblich.

Facebook am Limit, Twitter fällt

Amazon profitiert aber nicht nur von den eigenen Möglichkeiten, sondern auch von der Schwäche der Konkurrenz. Facebook hat etwa das Problem, dass sich das Nutzerwachstum zunehmend abschwächt und die Preise für Anzeigen im Newsfeed ihr Limit erreichen. Instagram wird bald Haupttreiber bei den Werbeeinnahmen des Unternehmens sein.

Ein anderer Gewinner, neben Amazon, ist Snap. Das Snapchat-Unternehmen wird 2018 erstmals die Milliarde überspringen und den Anteil am Anzeigenmarkt von 0,6 auf ein Prozent steigern. Der Anzeigenumsatz von Snap steigt um fast 82 Prozent. Weniger rosig sieht es hingegen bei Twitter aus. Zum zweiten Mal in Folge fällt der Anzeigen-Umsatz – auf etwas über eine Milliarde US-Dollar. E-Marketer geht allerdings davon aus, dass Twitter 2019 wieder ins positive Wachstum zurückfindet.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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