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Nach Datenskandal um Facebook: Cambridge Analytica muss schließen

Veröffentlicht: 03.05.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 03.05.2018

Für Cambridge Analytica nimmt der Facebook-Datenskandal kein gutes Ende: Der Datenanalyse-Spezialist mit Sitz in New York City musste nun Insolvenz anmeldet und erhebt seinerseits Vorwürfe gegen die Medien.

Facebook-Logos und Schloss im Scheinwerfer
© TY Lim / Shutterstock.com

Das Image von Cambridge Analytica hat in den vergangenen Wochen enormen Schaden genommen. Grund ist der Facebook-Skandal, in den die Datenanalyse-Firma involviert war und in dessen Rahmen zahlreiche Vorwürfe gegen das Unternehmen laut wurden: So soll Cambridge Analytica unter anderem an politischen Schmierenkampagnen beteiligt gewesen sein, die US-Wahl beeinflusst haben und auch Millionen von Facebook-Daten widerrechtlich genutzt haben, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Die Konsequenzen werden nun deutlich: Denn wie es weiter heißt, kann sich Cambridge Analytica „die Anwaltskosten in Folge des Facebook-Skandals nicht mehr leisten“ und muss dementsprechend schließen bzw. Insolvenz anmelden.

Cambridge Analytica verlor Vertrauen der Kunden

Das Spezialgebiet von Cambridge Analytica war es, anhand selbst veröffentlichter und preisgegebener Informationen, Kommentare und empfohlenen Seiten ein Profil von Facebook-Nutzern zu erstellen und dementsprechend mehr über sie, ihre Neigungen, eventuell sogar ihre sexuellen Vorlieben oder politischen Einstellungen zu erfahren. Das Unternehmen „nutzte die Informationen, um Persönlichkeitsprofile zu erstellen und eine Software zu entwickeln, die Nutzer gezielt mit politischen Botschaften versorgt“, schreibt die Süddeutsche weiter.

Der Skandal um Facebook und die Vorwürfe der widerrechtlichen Nutzung von Daten haben in den vergangenen Wochen allerdings dazu geführt, dass sich „praktisch alle“ Kunden gegen das Datenanalyse-Unternehmen gewandt hätten. Viele Kunden befürchteten offenbar selbst einen Image-Schaden erleiden zu müssen, wenn eine Beziehung zu Cambridge Analytica öffentlich würde.

Cambridge Analytica sieht sich als Opfer

Trotz der Vorwürfe sieht sich Cambridge Analytica als Opfer des ganzen Skandals und erklärte auf seiner Seite: „In den vergangenen Monaten war Cambridge Analytica Gegenstand zahlreicher unbegründeter Vorwürfe“. Viele der Anschuldigungen, die gegen die Firma erhoben wurden, seien falsch gewesen, „weil die Praktiken der Firma nicht nur legal gewesen, sondern in der politischen wie der Online-Werbung für Unternehmen völlig üblich seien“, so das Unternehmen laut SZ weiter.

Der Jobverlust der Mitarbeiter von Cambridge Analytica, der unumgänglich sei, bezeichnete das Unternehmen „als Resultat unfairer Medien-Berichterstattung“.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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Kommentare  

#2 Steniwin 2018-05-07 15:26
Und "Emerdata wurde bereits im August 2017 als Firma eingetragen. Firmensitz ist dieselbe Adresse wie die der US-Dependance von Cambridge Analyticas Mutterfirma SCL in New York."
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#1 Dawid 2018-05-03 15:44
Erwähnenswert wäre da noch, dass sie im Hintergrund bereits eine neue Firma gegründet haben: Emerdata. Das ist also eher eine Ablenkung und eben Propaganda für die Opfer-Rolle. Immerhin ist das ja aber auch das was die am Besten können.
siehe https://goo.gl/S7RSza
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